Regierung prognostiziert:: Schneller Ausstieg steigert Strompreise

Regierung prognostiziert:
Schneller Ausstieg steigert Strompreise

Ein neues Energiekonzept mit einem schnellen Ausstieg dürfte die Verbraucher teuer zu stehen kommen. Gerade der notwendig werdende Ausbau des Stromnetzes dürfte dabei preistreibend wirken.
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BerlinMit dem Abschalten einer Reihe von Atommeilern und einem neuen, ökologisch ausgerichteten Energiekonzept der Bundesregierung kommen auf die Verbraucher höhere Strompreise zu.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sagte in einem am Sonntag verbreiteten Gespräch mit der „WirtschaftsWoche“: „Ein schnellerer Umbau unserer Energieversorgung hin zu den Erneuerbaren ist nicht zum Nulltarif zu haben.“ Atomkraftwerk-Betreiber drohen nach dem Abschalten älterer Anlagen mit Blick auf das Netz mit Stromausfällen.

Schon zum 1. Januar habe sich der Einspeisevorrang für erneuerbare Energien und die garantierte Vergütung in höheren Preisen niedergeschlagen, sagte Brüderle. Sollten die Atomkraftwerke dauerhaft abgeschaltet werden, bräuchte Deutschland zur Kompensation neue Gas- und Kohlekraftwerke. „Das wird zu höheren Co2-Emissionen und zu höheren Kosten führen“, sagte der Politiker.

Nach Einschätzung des Umweltbundesamts rechtfertigt dagegen das Abschalten alter Atomkraftwerke keine Strompreiserhöhungen.

Deutschland werde seinen Strombedarf ohne Importe decken können, sagte der Präsident der Behörde, Jochen Flasbarth, im Deutschlandradio Kultur.

Nach Brüderles Angaben kommen Kosten für den Ausbau der Netze für mehr Ökostrom noch hinzu: „Uns fehlen heute schon mehr als 3500 Kilometer Stromleitungen.“ Nach einer Analyse des Sachverständigenrats für Umweltfragen (SRU) summierten sich die Kosten der grünen Stromherstellung bis 2050 auf 1455 Milliarden Euro, wenn man den Bau neuer Anlagen, den Einsatz neuartiger Energiespeicher und den Einsatz effizienzsteigernder Techniken einrechne, berichtete die „WirtschaftsWoche“.

Brüderle will am Montag Eckpunkte für den Netzausbau in Deutschland vorlegen. Kernpunkt des neuen Gesetzes sei ein Bundesnetzplan. Darin würden die notwendigen Trassenkorridore bundesweit ausgewiesen und für den Bau von Hochspannungsleitungen reserviert. Der „Flickenteppich“ bei den Genehmigungen aufgrund von Länderzuständigkeiten werde abgeschafft. Gemeinden müssten den Leitungsausbau „im Interesse des Gemeinwohls“ hinnehmen. Die unterschiedlichen Genehmigungsformate für Freileitungen und Erdkabel sollen vereinfacht werden.

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  • Ich antworte gerne auf ihre Ausführungen:

    De Energeikonzere haften nur mit 2,5 Mrd. Euro für Unfälle und zwar für ALLE AKW´s. Der grund ist klar: ein Gau= Billionen Kosten, wurde scho mal ermitlet im Auftrag von Kohls Regierung übrigens.

    Sie glaube ja bitte nicht, das ein Mitrabeiter eines AKW`s bis zum manger in Haftung genoimmen wird; wem nützt das auch bei eine Strahlenunfall größeren Ausmaßes?

    Und wenn die Versicherung teuer ist und die Auflagen hoch, dann gehen sie vermutlich auch sorgsamer um


    "Die Aktionäre..."

    Haften nicht für einen Gau. Wir brauche keine privatsieret Energiewirtschfat: wichtige Infrastruktur , die ale jeden Tag betrifft, gehört in Volkes Hand.






  • Ich antworte gerne auf ihre Ausführungen:

    Die Energiekonzerne haften grundsätzlich mit ihrem gesamten Vermögen für schuldhaft verursachte Schäden. Sollte dies in Einzelfällen anders sein(gesetzliche Haftungsbeschränkungen) so haben sie meine volle Unterstützung, wenn sie das geändert sehen wollen.

    Und nun mal eine Frage aus dem Leben: Wann gehe ich mit fremden Eigentum sorgsamer um - wenn ich bis zum Lebensende für alle Schäden in vollem Umfang selbst aufkommen muß oder wenn meine Versicherung eh alles übernimmt?

    Die Aktionäre haften übrigens mit ihrem gesamten eingesetzten Kapital, denn sie sind die Besitzer der Konzerne. Im Gegenzug dürfen und sollen sie natürlich auch die Gewinne einstreichen.


    An der Zapfsäule, um ihr Beispiel aufzugreifen, zahle ich eerst einmal ca. 70 % direkte Steuern und Abgaben. Rechne ich die indirekten mit ein, komme ich auf 95 %!!! Der Rest geht an die Tankstellenbetreiber, die Ölkonzerne und letztlich an die Förderländer. Diese besitzen ein natürliches Monopol. Daran wird sich wohl nach derzeitigen Wissensstand auch zukünftig nicht viel ändern. Allenfalls ein Sinnes- oder Präsidentenwandel in den USA könnte das Monopol etwas aufbrechen.

    Ich teile übrigens ihre Sorge darum, wer heute eigentlich überhaupt noch wählbar ist. Da aber drei Viertel aller Gesetze laut Bundespräsident Herzog aus Brüssel kommen, wo kein Abgeordneter demokratisch gewählt wurde, ist diese Frage auf Bundesebene eh hinfällig.

  • @Handelsblattleser

    Ich hoffe Sie anworten nochmal,und gehen auf meinen Frage ein.Nehmen Sie die ein oder anderes Spitze oder provkante aber durchaus auch ernstgemeinte Frage nicht zu persönlich.
    Sie versuchen zu argumentieren ( dabei auch mindestens provokant), aber letztlich geht doch um Argumente und Fakten die überzeugen und die zu Ende gedacht werden. Mit politischem Opportinismus hat das meinerseits nichts zu tun. Ich für meine teil wähle keine Partei nur weil sie den Atomausstieg propagiert.
    Zur Zeit frage ich mich, wer überhaupt noch wählbar ist.

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