Regierung sagt nein Obama und Sarkozy wollen deutsches Gold

Deutsches Gold soll Griechenland retten. Zumindest wenn es nach Obama, Sarkozy und Cameron geht. Sie wollen den Rettungsschirm mit den Gold- und Währungsreserven der Notenbanken auffüllen - eine Reaktion folgte prompt.
Update: 07.11.2011 - 00:07 Uhr 105 Kommentare
Die Bundesregierung hat Medienberichte zurückgewiesen, wonach zur Euro-Rettung auch die Goldreserven der Bundesbank angezapft werden sollen. Quelle: dpa

Die Bundesregierung hat Medienberichte zurückgewiesen, wonach zur Euro-Rettung auch die Goldreserven der Bundesbank angezapft werden sollen.

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Berlin / DüsseldorfDie Bundesregierung hat Medienberichte zurückgewiesen, wonach zur Euro-Rettung auch die Goldreserven der Bundesbank angezapft werden sollen. Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtete, US-Präsident Barack Obama, Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Großbritanniens Premier David Cameron hätten auf dem G20-Gipfel in Cannes vorgeschlagen, den Rettungsschirm EFSF mit einem Teil der Gold- und Währungsreserven der Euro-Notenbanken aufzufüllen.

Der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, sagte dazu laut Mitteilung: „Die von der Bundesbank verwalteten Goldreserven der Bundesrepublik Deutschland standen bei dem G20-Gipfel in Cannes zu keinem Zeitpunkt zur Diskussion.“ Seibert sagte, von einigen Teilnehmern des Gipfels sei die Frage aufgeworfen worden, ob Sonderziehungsrechte des Internationalen Währungsfonds (IWF) zur Steigerung der Effizienz der EFSF in Betracht gezogen werden sollten. Sonderziehungsrechte sind eine künstliche, vom IWF geschaffene Währung und Teil der nationalen Währungsreserven der Mitgliedstaaten des Fonds. Sie stehen daher den nationalen Notenbanken zu - in Deutschland der Bundesbank. „Von deutscher Seite ist dieser Vorstoß abgelehnt worden“, betonte der Regierungssprecher.

Auch die „Welt am Sonntag“ berichtet über den Vorstoß am Rande des G20-Gipfels, den Rettungsschirm mit einem Teil der Währungsreserven der Euro-Notenbanken aufzufüllen. Das wäre nicht nur ein Angriff auf die Unabhängigkeit der Bundesbank, auch die deutsche Haftungssumme bei der EFSF würde so durch die Hintertür erhöht, hieß es. Laut „Welt am Sonntag“ habe der Plan zu einem Konflikt zwischen Bundesregierung und Bundesbank geführt. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann soll sein Veto eingelegt haben. Daraufhin habe Bundeskanzlerin Angela Merkel das Vorhaben zum Ärger von Obama, Sarkozy und Cameron verhindert, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Verhandlungskreise.

Scharfe Kritik an den Überlegungen kam auch vom Finanzexperte der FDP-Bundestagsfraktion, Frank Schäffler. Gerade einmal ein Woche sei die Hebelung des Euro-Rettungsfonds EFSF auf über eine Billion Euro alt, schon reiche die Summe nicht mehr. „Jetzt sollen die Goldreserven der Bundesbank verzockt werden“, sagte Schäffler Handelsblatt Online. „Wer dies will versündigt sich an der Unabhängigkeit der Bundesbank und tritt das Vertrauen in den Euro mit Füßen“, warnte das Mitglied im Bundesvorstand der Liberalen. „Damit scheitert der Euro und am Ende Europa.“

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105 Kommentare zu "Regierung sagt nein: Euro-Rettungsfonds soll ohne deutsches Gold auskommen"

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  • Klartext an die Runde weis jemand warum wir unser Gold nicht wieder zurück-holen können aus Obama-Land, Cameron-Land was vor 25 Jahren wegen gewisser Geschäftlicher geflogen-heiten hinter-legen mussten !Ich komme nicht dahinter und warum ! ?

  • US-Präsident Barack Obama, Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Großbritanniens Premier David Cameron hätten auf dem G20-Gipfel in Cannes vorgeschlagen, den Rettungsschirm EFSF mit einem Teil der Gold- und Währungsreserven der Euro-Notenbanken aufzufüllen (Zitat)

    Was Deutschland betrifft - Das Gold wurde seinerzeit nach 1945 von den Besatzungsmächten total aus Deutschland abgeholt. Dürfte wohl noch Macht der Gewohnheit sein, dass ausgerechnet USA, England und Frankreich sich alter Gepflogenheiten unterschwellig bedienen wollen? Sicher es wurde inzwischen "neues Gold" gebunkert und weniger -"bad Staatsanleihen" wie zum Beispiel die EZB gebunkert hat aber aus letzteren lassen sich keine Fallschirme bauen.

    Wer wohl sonst als Deutschland müsste mit dem meisten Anteil also diese" klapprigen EFSF -Schirme" vergolden? Hilfe für die Krisenstaaten sieht anders aus, das muß man mit wirtschaftlichen Mitteln und Eigeninitiative lösen.

  • Über diese Regelung hatte ich gestern eine längere Diskussion. Der allgemeine Konsensus ist, dass man ja garnichts mehr regeln kann, nur spekulieren und vielleicht hat man Glück. Oder konsumieren, was viele ja jetzt auch tun. Sich noch was leisten, bevor das Geld dann doch weg ist. Politisch wird das dann als Zeichen der Besserung angesehen. Dass ich nicht lache.
    Auch eine Manier, um den Binnenmarkt anzuregen. Bis man halt dann bald komplett pleite ist.

  • Nur leider kennt Merkel dieses Wort nicht. Das ist ja das Problem. Wenn sie nicht so dumm gewesen wäre im Mai 2010, dann würde es heute ganz anders aussehen in Europa und die Probleme wären damals wesentlich begrenzter geblieben als heute. Das, was sie angeblich zu vermeiden versucht mit ihrer Hohlkopfpolitik, ist genau das, was heraufbeschwört wird. Aber was kann man denn von einem Menschen erwarten, der sich selbst über alle geltenden Spielregeln stellt und glaubt alles besser zu wissen? Bzw. wenn man nur auf Leute hört, die sie dann auch mal kurz in ihrem verfeinten Club mitmachen lassen, was ihrem Selbstbewusstsein einen Boost gibt, aber was das Land in kürzester Zeit an den Rand des Abgrunds bringt. Alfred Adler hätte seine Freude an dieser Frau, weil sie nämlich der klassische Fall von Minderwertigkeitskomplex und übermässigem Machtstreben ist.

  • Ich habe so ganz langsam das Gefühl wir stehen von einem dritten WK
    Was derzeit abläuft mach große Angst
    Und kein politisches und gebldetes Schwergewicht ist zu sehen.
    Unsere Kasper da in Berlin unterliegen nur einem enormen Fanatismus und das ist gefährlich

  • Das war doch zu erwarten bei einer Deckung von 20-30%. Ich glaube, dass dies selbst dem einigermassen klardenkenden Laien deutlich war. Ich denke, dass der grosse Widerstand aus der Bevölkerung dieses Szenarion verhindert hat (Gott sei Dank). Und darum ist jetzt halt Strategieänderung angesagt, wobei das Ziel noch immer dasselbe ist (wir retten auf Teufel komm raus). Es ist doch seit dem G20 Gipfel deutlich, dass man jetzt eine Konstruktion am Bedenken ist, wie man den Bundestag und die Deutschen umgehen kann durch es nun über den IWF abwickeln zu können. Das geht viel unauffälliger und da wird dann keine Zustimmung von den Parlamenten mehr benötigt. Und dass Mademoiselle Lagarde einer Hintertürenpolitik nicht abgeneigt ist, hat sie ja in der Vergangenheit zur Genüge bewiesen mit ihrer Schmiergeldaffäre. Und bei der ging es nicht um kleine 100000 DM wie bei Schäuble, sondern um 160 Mio. € Schweigegeld für Tapis, das man bereit war zu bezahlen. War natürlich alles ihre Kohle.

  • Unsere Politiker köpnnen so agieren, weil das Volk völlig verdummt ist dank der Systemmedien
    Was die betreiben erinenrt so an Göppels-Propaganda

  • Da haben Sie aber noch London vergessen. Auch dorthin wurden ein paar hundert Mrd. griechisches Geld ausgelagert bzw. konvertiert in andere Sachwerte.

  • Ehrlich gesagt, ich möchte keinen Politiker mehr, der die Finanzen des Staates verwaltet. Wenn, dann will ich lieber ein Gremium von unabhängigen Fachleuten wie z.B. von Professoren, die wissen, was sie sagen und die auch die Konsequenzen einschätzen können.
    Wer stemmt sich denn gegen diese blöden Ideen, nicht die Politik, sondern die Bundesbank und unabhägnige Fachleute. Politik und Finanzen, das geht seit Kohl und Waigel nicht mehr gut. Dazu ist die Politik einfach viel zu korruptionsgefährdet durch den wachsenden und in der Zwischenzeit gut etablierten Lobbyismus.

  • Das Grundgesetz deckt ein Vorgehen gegen das Politit- und Geldadelpack. Eine humane Praxis wäre der Gebrauch der Guillotine zur Durchsetzung des Grundgesetz Artikel 20/4. Damit könnte ganz Europa seine Probleme mit der Lumpenelite ein für alle mal lösen.

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