Regierung soll sich nicht beirren lassen
Neue Wirtschaftsweise stellt sich auf die Seite der Regierung

Bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt hat sich die neue Wirtschaftsweise Beatrice Weder di Mauro im Streit um die Arbeitsmarktreformen voll auf die Seite der Regierung gestellt. Mit Blick auf die Proteste gegen die Reformen sagte sie in Berlin: „Dass es weh tut, ist bei Reformen leider fast immer der Fall."

HB BERLIN. Sie bezeichnete die Hartz-IV-Pläne als notwendigen Schritt, bei dem sich die Regierung nicht beirren lassen sollte: „Man kann nicht erwarten, dass Reformen populär sind“, betonte sie bei der Überreichung ihrer Ernennungsurkunde als neues Mitglied im Sachverständigenrat.

In ihrer neuen Funktion wird sich die erste Frau in der 41-jährigen Geschichte des Sachverständigenrats zunächst mit den Problemen im deutschen Bankensektor befassen. Sie tritt die Nachfolge von Axel Weber an, der nach dem Rücktritt von Ernst Welteke Bundesbank-Chef wurde.

Die 39-jährige Schweizerin mit italienischen Pass ist auch die erste Ausländerin in dem von eher älteren Männern besetzten Rat. So hatte ihr ehemaliger Kollege und heutige HWWA-Chef Thomas Straubhaar bereits beim Bekanntwerden ihrer Ernennung gesagt: „Sie ist so eine Art Frischzellen-Kur.“ Andere Volkswirte hatten ihr unabhängiges und undogmatisches Denken gelobt, dass keiner der gängigen volkswirtschaftlichen „Glaubensrichtungen“ zuzuordnen sei.

Auch bei ihrer selbstsicheren Vorstellung wollte sich Weder zunächst in keine Schublade einordnen lassen. Auf die Frage, ob sie eher eine nachfrageorientierte Position vertrete oder eine angebotsorientierte, antwortete sie: „Das kommt auf die Situation an.“ Allerdings zögerte sie nicht, in der aktuellen Reformdiskussion Stellung zu beziehen und dabei ihrem Kollegen im Sachverständigenrat, Peter Bofinger, zu widersprechen: „Die Nachfrage ist nicht das zentrale Problem zur Zeit.“ Auch die Einführung eines Mindestlohns lehnte sie strikt ab.

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