Regierung verteidigt Erfolgsmodell: Verwirrspiel um die Riester-Rente

Regierung verteidigt Erfolgsmodell
Verwirrspiel um die Riester-Rente

Es war noch dunkel am Freitagmorgen, da ließ Walter Riester in einem Interview seiner Wut freien Lauf. Es sei eine „Katastrophe“, was das ARD-Magazin „Monitor“ über die nach ihm benannte private Altersvorsorge in die Welt gesetzt habe. Die Sendung hatte berichtet, die Riester-Förderung für Millionen Menschen würde sich „in Luft auflösen“. Auch die Regierung verteidigt ihr Erfolgsmodell.

HB BERLIN. Auch das Haus von Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) reagierte empört. Die These der Magazinmacher, wer wenig verdient, sollte lieber ganz die Finger von der Riester-Rente lassen, weil er im Alter sowieso Sozialhilfe bekomme, sei zynisch.

Wer so argumentiere, könne seinen Zuschauern auch gleich den Rat geben, den Job an den Nagel zu hängen, nichts mehr auf die hohe Kante zu legen und sich als Rentner auf Vater Staat zu verlassen. Genau das will der Bund verhindern. Seit 2002 pumpt er jährlich Milliarden für Zulagen und Steuervergünstigungen in das Riester-Modell.

Dies hat sich als dritte Säule neben der gesetzlichen Rente und den Betriebsrenten etabliert. Millionen Verbraucher haben erkannt, dass trotz langen Berufslebens die gesetzliche Rente eben nicht sicher ist. Monatlich stecken viele freiwillig beachtliche Beträge in einen Fonds- oder Sparplan. Dabei gilt natürlich: Wer weniger einzahlt, bekommt auch weniger raus.

Die „Monitor“-Redaktion wies die Kritik zurück. Man habe nicht dazu geraten, keine Riester-Verträge abzuschließen oder bestehende Kontrakte zu kündigen. Zuvor war in der Sendung am Donnerstagabend dargestellt worden, dass es Geringverdienern passieren kann, dass im Alter die Auszahlung des Riester-Sparvertrags auf die Grundsicherung (früher Sozialhilfe) von etwa 660 Euro angerechnet werde. Viele Banken und Versicherungen klärten ihre Kunden über diesen Passus nicht auf.

Nach Angaben des Arbeitsministeriums sind aktuell nur knapp zwei Prozent oder rund 370 000 aller Rentner, die 65 oder älter sind, auf Grundsicherung angewiesen. Bei fast 10 Millionen Riester-Verträgen könne von einem Riesenproblem keine Rede sein. „Riestern lohnt sich für alle“, sagte der Sprecher von Scholz. Auch die Vermittlung sei in Ordnung: „Es wird gute Arbeit bei der Beratung geleistet.“

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