Regierungsbericht: Junge Menschen sehr oft in befristeten Jobs

Regierungsbericht
Junge Menschen sehr oft in befristeten Jobs

Wie gut leben hierzulande Menschen zwischen 12 und 27 Jahren? Ein 575 Seiten starker Regierungsbericht zeichnet ein umfassendes Bild von Jugend in Deutschland. Die Job-Situation ist oft zwiespältig.
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BerlinJunge Erwachsene in Deutschland sind vergleichsweise selten arbeitslos, dafür aber häufig prekär beschäftigt. „Im europäischen Vergleich bestehen für junge Menschen auf dem hiesigen Arbeitsmarkt sehr gute Bedingungen“, heißt es in dem am Mittwoch vom Bundesfamilienministerium vorgelegten 15. Kinder- und Jugendbericht. Zugleich dehne sich der Übergang in die finanzielle Selbstständigkeit für viele Menschen zeitlich aus und reiche „teilweise bis weit in das Erwachsenenalter hinein“. So seien Jugendliche und junge Erwachsene „häufiger befristet und mit niedriger Entlohnung beschäftigt“.

Eine unabhängige Kommission hatte im Auftrag der Bundesregierung den Bericht „Zwischen Freiräumen, Familie, Ganztagsschule und virtuellen Welten – Persönlichkeitsentwicklung und Bildungsanspruch im Jugendalter“ erarbeitet. Der Report soll ein aktuelles, realistisches Bild der Lebenslagen und des Alltags junger Menschen zwischen 12 und 27 Jahren zeichnen. Erstmals seien auch Sichtweisen junger Menschen unmittelbar in den Bericht eingeflossen.

Etwa jeder 18. Erwachsene von 20 bis 25 Jahre sei „weder in Bildungs- oder Ausbildungsverhältnissen noch erwerbstätig“, heißt es in dem Bericht. „Dabei zeigt sich, dass junge Frauen und junge Menschen mit Migrationshintergrund häufiger davon betroffen sind.“ Der Vorsitzende der zwölfköpfigen Sachverständigenkommission, Thomas Rauschenbach vom Deutschen Jugendinstitut, verwies auf Studien, wonach rund ein Fünftel der 14- bis 19-Jährigen und etwa ein Viertel der 20- bis 24-Jährigen von Armut betroffen sind.

Rauschenbach hob die gesellschaftliche Verantwortung hervor: Es gebe „einen gesellschaftlichen Rahmen, innerhalb dessen Jugendliche aufwachsen. Den sollten wir genauer betrachten und möglicherweise auch verändern. Das ist eine Aufgabe für die Politik, für die Kinder- und Jugendhilfe, für Bildungseinrichtungen und viele andere.“

Die jugendpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Beate Walter-Rosenheimer, sagte: „Der Zugang zu Bildung, Ausbildung und zum Arbeitsmarkt muss allen Jugendlichen gleichermaßen offenstehen, egal aus welchen familiären Verhältnissen sie stammen oder ob sie einen Migrationshintergrund haben. Daran muss die Bundesregierung weiterarbeiten.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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