Regierungsbildung Gewerkschaften für Große Koalition

Der DGB empfiehlt der SPD eine Neuauflage der großen Koalition. Eine Stabilisierung des Rentenniveaus und die Erhöhung der Erwerbsminderungsrente seien wünschenswerte Verbesserungen – aber man sieht auch Schwachstellen.
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Regierungsbildung: Gewerkschaften für GroKo Quelle: dpa
Verdi

Geht es nach den großen Gewerkschaften, geht die SPD in die Große Koalition.

(Foto: dpa)

BerlinVerdi-Chef Frank Bsirske wirbt für eine Große Koalition. Union und SPD hätten in den Sondierungen eine Reihe von Verabredungen getroffen, die Arbeitnehmern spürbare Vorteile brächten, sagte Bsirske dem Handelsblatt. Als Beispiele nannte der Gewerkschafter die Festlegungen zur Rente, die Rückkehr zur paritätischen Finanzierung in der Krankenversicherung und die Stärkung von Pflege und frühkindlicher Bildung.

„Allerdings gibt es noch einige Punkte, die in Koalitionsverhandlungen deutlich verbessert werden müssen“, sagte Bsirske. Dies betreffe unter anderem die Abschaffung der sachgrundlosen Befristung von Arbeitsverträgen oder die Stärkung des Tarifvertragssystems. „Notwendige Zukunftsinvestitionen in Infrastruktur, Bildung, Pflege, Breitbandausbau, Verkehr und Wohnen sind das Gebot der Stunde, sollten aber finanziell noch stärker ausgeprägt werden“, forderte der Verdi-Vorsitzende.

Auch DGB-Vorsitzender Reiner Hoffmann hat die SPD aufgefordert, in förmliche Verhandlungen über eine Koalition mit der Union einzusteigen. „Diese große Koalition ist in der Summe besser als das, was wir mit Jamaika jemals erreicht hätten“, sagte Hoffmann am Montag dem Radiosender MDR aktuell. Im Vergleich zum Ergebnis der Jamaika-Verhandlungen von Union, FDP und Grünen enthalte solch ein Bündnis „weit mehr Substanz für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“. Er hob unter anderem die Stabilisierung des Renten-Niveaus auf 48 Prozent, die Erhöhung der Erwerbsminderungsrente und die Rückkehr zur paritätischen Krankenversicherung hervor.

Natürlich gebe es auch Schwachstellen, sagte Hoffmann. Man könne aber „doch nicht die Augen verschließen und sagen: Ich nehme das alles nicht und lasse das alles liegen.“ Das wäre nicht angemessen. Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds betonte, die Diskussion in der SPD sei „total nachvollziehbar und ist auch richtig“. Er gehe aber davon aus, dass die SPD-Führung am Ende auf dem Parteitag am 21. Januar eine klare Unterstützung bekomme.

Am Wochenende hatte der Vorsitzende der CDU-Arbeitnehmervereinigung CDA, Karl-Josef Laumann, die Gewerkschaften aufgerufen, bei der SPD für die Sondierungsergebnisse zu werben. Er hoffe, dass auch sie „die erreichten Fortschritte würdigen und an unserer Seite für die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen werben“.

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6 Kommentare zu "Regierungsbildung: Gewerkschaften für Große Koalition"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Das wäre ich als Funktionär der Arbeit auch, nur die Sklavenhalter der Einheitspartei kann die Gewerkschaft retten. Man stelle sich vor, es entwickle sich eine freie Gesellschaft, unmöglich die Gewerkschaft und das Kartell der Wahrheit müssen bleiben.

  • Wer bei nachfolgender Sendung über das Schneechaos im Münsterland von November 2005 bis zur 36. Sendeminute* vorspult und dann die nächsten zwei Minuten bis zur 38. Sendeminute zuschaut, dem dürfte sich der Verdacht aufdrängen, dass viele Gewerkschaftsfunktionäre - jedenfalls hierzulande und heutzutage) von Flexibilität und Verantwortung fürs Allgemeinwohl - also nicht nur für zahlende Mitglieder - noch nie etwas gehört haben, dafür aber in puncto "bürokratische Prinzipienreiterei" umso fitter sind:

    https://www1.wdr.de/fernsehen/doku-am-freitag/sendungen/schneechaos-im-muensterland-100.html

    *dies nur als Tipp für die, die wenig Zeit haben; ansonsten ist die Sendung in Gänze sehenswert!

  • Franz Steinkühler war der Letzte den ich als Gewerkschaftsboss gut fand.
    Nur der der Lokführer kommt an ihn heran.

    Wir habe es doch jetzt so, das drei Brüder zur Uni gehen.
    Der erste wird Manager, der zeite Politiker und der Dritte Gewerkschafts Boss.
    Die Gewerkschaften sollte mal darüber nachdenken
    Warum musste sich die Mitarbeiter des DGB vor Gericht erstreiten,
    eine eigene Gewerkschaft zu gründe?
    Was hätte der DGB gemacht wenn ein großer Arbeitgeber das versucht hätte?
    Neue Heimat
    CoOp
    Bank für Gemeinwirtschaft
    Riester
    Da gibt es erst mal viel aufzuräumen und Nachzudenken?
    Warum nützt der DGB ncht seine Mittel um auf der Geldgeber Seite
    ein Mandat im Aufsichtrat zu bekommen?
    dann hat man die Mehrheit
    Ups , das wollen wir ja nicht


  • >> Gewerkschaften für Große Koalition >>

    Die Gewerkschaften waren die letzten 20 Jahre quasi AUSAGESCHALTET : ausser Beiträgen von Mitgliedern und EXORBITANTEN Gehältern der Funktionäre hat man NICHTS von einer Vertretung der Arbeiterklasse gehört !

    Diesen VEREIN sollte man wegen NUTZLOSIGKEIT und VERLOGENHEIT ganz einfach abschaffen !

  • Die S P D will es unbedingt schaffen , soweit herunterzukommen , dass sie von den selbstgeschaffenen Funktionären der MitleidsIndustrie bedauert wird !
    Sich als Opfer gerieren ist einfacher ,als gut regieren !

  • Wichtig für Gewerkschaftsführer:
    1.) Der Sitz im Bundestag muß bei behalten werden.
    2.) Die diversen Plätze als Aufsichtsratmitglied muß behalten werden.
    3.) Der Sitz im EU-Parlament muß auch noch erhalten werden.
    4.) Die Positionen innerhalb der europäischen Gewerkschaften dürfen ebenfalls nicht verloren gehen.
    5.) Da war doch noch etwas?...........
    Ach ja, um die fleißig arbeitenden Gewerkschaftsmitglieder in Deutschland sollten wir uns auch noch kümmern.
    Ja, ja, ja,........wir haben verstanden.........

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