Regierungsbildung Thüringen
Umstrittene Gauck-Äußerung zu linkem Landeschef

Wer in der DDR gelebt habe, müsse sich anstrengen, um einen möglichen linken Ministerpräsidenten in Thüringen zu akzeptieren, so Bundespräsident Guakc. Der Kritisierte fühlt sich von der Aussage „unangenehm berührt“
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BerlinBundespräsident Joachim Gauck stößt mit seiner Kritik an einer möglichen Koalition unter Führung der Linkspartei in Thüringen parteiübergreifend auf heftigen Widerstand. Linkspartei-Chef Bernd Riexinger warf dem Staatsoberhaupt vor, mit seiner Einmischung in die Parteipolitik Grenzen überschritten zu haben. Auch führende Sozialdemokraten zeigten sich besorgt: Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschef Erwin Sellering sagte, das Amt des Bundespräsidenten nehme Schaden, wenn dieser sich in die Regierungsbildung in einem Bundesland einschalte.

Gauck hatte in einem ARD-Interview Bedenken mit Blick auf die wahrscheinliche Wahl von Bodo Ramelow zum ersten linken Ministerpräsidenten in einem Bundesland geäußert und unter anderem gesagt: "Menschen, die die DDR erlebt haben und in meinem Alter sind, die müssen sich schon ganz schön anstrengen, um dies zu akzeptieren." Er habe zudem Schwierigkeiten, Vertrauen in die Reife von Teilen der Partei zu entwickeln.

SPD-Politiker Sellering sagte dem "Tagesspiegel", er sehe Gaucks Äußerungen mit Sorge und halte sie in der Sache für falsch. Die Linke habe bereits in mehreren Landesregierungen ihre demokratische Zuverlässigkeit bewiesen.

Der Vize-Fraktionschef der SPD im Bundestag, Carsten Schneider warf Gauck indirekt mangelnden Respekt vor dem Wählerwillen vor. "Mich verwundert Herrn Gaucks private Haltung nicht, aber als Bundespräsident sollte er demokratische Wahlergebnisse respektieren", sagte Schneider den "Kieler Nachrichten".

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Ramelow: „Berührt mich unangenehm“

Kommentare zu " Regierungsbildung Thüringen: Umstrittene Gauck-Äußerung zu linkem Landeschef"

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  • @ Fred Meisenkaiser „...hat ihre Wurzeln in der Bewegung "Schwerter zu Pflugscharen"!!!“

    Ein Spontispruch, weiter nichts, denn die Geschichte lehrt, daß die, die ihre Schwerter zu Pflugscharen schmiedeten, anschließend für die pflügten, die ihre Schwerter behielten. Mit anderen Worten, wer sich freiwillig wehrlos macht, muß sich über die Begehrlichkeit seiner Nachbarn nicht wundern. Wie das aussieht, können Sie in der deutschen Geschichte von 1919 – 1939 nachlesen. Wehrhaftig zu sein bedeutet aber nicht angriffslüsternd zu sein, so, wie es die angelsächsischen Staaten seit Jahrzehnten vorführen. Hier muß man sehen, wer ein Interesse an Kriegen hat, denn mit deren Finanzierung läßt sich Geld verdienen und die politischen Führer sind deren willige Helfer.
    Zu Gauck; er wäre besser beraten sich in seinen Äußerungen zu Krisenherden dieser Welt zurückzuhalten. Er bestimmt auch nicht über Krieg und Frieden, auch wenn es manchmal den Anschein hat.

  • Ein deutscher Bundespräsident sollte alle Bürger achten. Wieso verteufelt er die "Linken" und unterstützt, fördert hemmungslo sden Islam. Wer hat bis heute mehr Menschen, auch Christen ermordet als die islamgläubigen? Wieso weigert sich Hr. Gauck die Mörder zu verurteilen bzw. seine zu erheben??

  • In Thüringen hat das Volk gewählt und das gilt es zu respektieren! Auch ein Herr Gauck sollte das tun!

    Man bedenke, dass wir in Deutschland von einer Ostdeutschen regiert werden, bei der auch nicht klar ist welche Rolle sie in der damaligen DDR gespielt hat. Immerhin hat sie in der Propagandariege mitgearbeitet! Bei Herrn Gauck ist es ebenfalls unklar wie er sich verhielt in all den Jahren!
    Erst mal vor der eigenen Haustüre kehren Herr Gauck!

    Ja und wenn er schon bei anderen kehrt, dann wäre es sicher auch angebracht in der CDU mal nach ehemaligen SED-Anhängern zu forschen!

    Wenn ich jetzt noch an die Nachkriegszeit denke wird mir noch mehr schlecht, denn ehemalige Nazis haben weiter wichtige Rollen in Deutschland besetzt!

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