Regierungskonsultationen
Westerwelle bahnt Merkels Weg durch Indien

Mit großem Aufgebot will die Bundesregierung die Wirtschaftsbeziehungen zu Indien verbessern. Nach dem Außenminister fliegt Dienstag die Kanzlerin ein. Indien könnte das neue China werden - aber es gibt auch Konfliktstoff.
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Neu DelhiGerade, als Guido Westerwelle dazu ansetzt, Indien als Wirtschaftsmotor zu loben, fällt im Taj Mahal Hotel das Licht aus. Kaum etwas unterstreicht die wirtschaftliche Aufholjagd des Schwellenlandes besser, von der der deutsche Außenminister spricht. Einerseits bietet eine der teuersten Adressen der indischen Hauptstadt Neu Delhi allen erdenklichen Luxus. Andererseits spüren auch die Bewohner des Sternehotels von Zeit zu Zeit die Defizite in der indischen Infrastruktur.

Westerwelle sprach am Montag mit dem indischen Außenminister Somanahalli Mallaiah Krishna über die Bemühungen von Deutschland, Japan, Brasilien und Indien um eine Reform des Uno-Sicherheitsrats, die deutsche Energiewende und das in der Mache befindliche Freihandelsabkommen zwischen Indien und der EU. Trotz dieses hochrangigen Ministertreffens sind die Gespräche aber nur das Vorspiel zu größerem.

Morgen kommt die Bundeskanzlerin selbst, um einen neuen Schritt in den Beziehungen zu dem mit Macht aufstrebenden Schwellenland zu markieren. Zum 175 Personen starken Tross im Schlepptau der Kanzlerin gehören unter anderem vier Bundesminister und mehrere Staatssekretäre. Sie alle wollen ihre indischen Kollegen treffen - zu den ersten Regierungskonsultationen mit einem asiatischen Land überhaupt.

"Das Treffen ist ein Meilenstein in der Zusammenarbeit der beiden Länder", sagte Thomas Mattusek, der deutsche Botschafter in Indien, am Freitag. Es solle die Basis bilden für regelmäßige Zusammentreffen dieser Art.

Zu den wichtigsten Gesprächsthemen aus deutscher Sicht gehört die wirtschaftliche Zusammenarbeit. Mit 18 Prozent Wachstum und einem Gesamtvolumen von 15,5 Milliarden Euro im Jahr 2010 hat der bilaterale Handel zwischen Deutschland und Indien bisher nie gekannte Größenordnungen erreicht. Im Jahr 2011 gab es eine weitere Steigerung auf 4,5 Milliarden allein im ersten Quartal. Das von Merkel und dem indischen Premierminister Manmohan Singh gesetzte Ziel von 20 Milliarden Euro im Jahr 2012 scheint damit mehr als erreichbar.

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