Regierungspläne
Private Kinderbetreuung soll stärker gefördert werden

Beim geplanten Ausbau der Kinderbetreuung sollen auch private Einrichtungen verstärkt mit staatlichen Geldern gefördert werden. Künftig sollen auch gewinnorientierte Betreiber von Krippen und Kitas Zuschüsse vom Staat bekommen, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

HB BERLIN. Von privaten Trägern geführte Kindertagesstätten (Kitas) müssten dabei denselben Qualitätsstandards unterliegen wie öffentliche Kindertagesstätten, bestätigte das Bundesfamilienministerium am Mittwoch in Berlin auf Anfrage einen Zeitungsbericht.

Schon jetzt haben die Länder die Möglichkeit, die Kita-Förderung auf private Einrichtungen auszuweiten. Bislang macht davon aber nur Nordrhein-Westfalen Gebrauch. Mit dem neuen Kinderförderungsgesetz soll die Förderung gewerblicher Kitas nun gesetzlich verankert werden. Vor allem bei Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbänden und Kirchen stößt der Vorschlag auf Widerstand. Sie befürchten Einbußen bei den eigenen Einrichtungen.

Bund, Länder und Gemeinden wollen in den nächsten sechs Jahren bis zu zwölf Milliarden Euro in den Ausbau der Kinderbetreuung investieren. Die SPD meldete Bedenken gegen die Förderung privater Kitas an. „Wir sehen das sehr kritisch“, sagte SPD-Fraktionsvize Christel Humme der „Frankfurter Rundschau“. Die Umsetzung der Pläne von Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) führe zu schweren Verwerfungen in der „gemeinnützigen Trägerlandschaft“.

Mit dem Ausbau der Kleinkindbetreuung will von der Leyen erreichen, dass bis 2013 für jedes dritte Kind ein Kita-Platz zur Verfügung steht. Im Westen Deutschlands gibt es derzeit nur für jedes zehnte Kind ein Angebot.

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