Regierungssitz
Guttenberg befürwortet Wegzug aus Bonn

Der Verteidigungsminister würde den Bonner Dienstsitz seines Hauses lieber heute als morgen schließen - und wird zum Vorreiter für die Vision, Bonn als Regierungsstandort ganz aufzugeben. Berliner Lokalpolitiker frohlocken bereits
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HB BERLIN. Die Forderung an Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), sein Haus radikal zu verkleinern und den Standort Bonn aufzugeben, hat den Ruf nach einer Verlegung aller Ministerien vom Rhein nach Berlin neu belebt.

Der Sprecher des rot-roten Berliner Senats, Richard Meng, sagte der "Berliner Zeitung" (Montagausgabe), in der Frage eines Umzugs aller Ministerien nach Berlin sei es "an der Zeit, weitere Schritte zu unternehmen". Welche das im Einzelnen seien, müsse jedoch der Bund entscheiden, sagte Meng. Nach den jüngsten Zahlen aus dem Vorjahr arbeiten am Regierungssitz Berlin 9 660 Beschäftigte, in Bonn 8 470.

Der Senat bemühte sich am Sonntag um Zurückhaltung. Für Berlin sei es "nicht hilfreich", durch öffentliches Drängeln aufzufallen. Das löse nur negative Debatten aus, vor allem in Nordrhein-Westfalen. "So etwas lässt sich eigentlich immer nur direkt nach den Wahlen in NRW entscheiden", sagte Meng. Insofern sei jetzt ein günstiger Zeitpunkt.

Die Entwicklung gehe aber inzwischen von selbst in Richtung Berlin. Er verwies etwa auf die Entscheidung der Bundesregierung, die Flugbereitschaft 2013 nach Berlin-Schönefeld zu verlegen. Zudem errichte der Bund das Innenministerium komplett neu am Spreebogen.

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