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Regierungssprecher Seibert: Ein ganz bisschen wie Obama

Regierungssprecher Steffen Seibert spricht auf der Internetkonferenz Republica in Berlin über seine Leidenschaft für den Kurznachrichtendienst Twitter. Denn ohne sei man in Sachen Modernität hinter dem Vatikan zurück.

Regierungssprecher Steffen Seibert twittert im Büro und auch von unterwegs. Quelle: Pool / Bundesregierung
Regierungssprecher Steffen Seibert twittert im Büro und auch von unterwegs. Quelle: Pool / Bundesregierung

BerlinRechtfertigen musste er sich von Anfang an. Erst wurde er von den Journalisten kritisiert, die um die Exklusivität ihrer Meldungen fürchteten. Dann von anderen Twitter-Nutzern, die seine Social-Media-Kompetenz in Frage stellten. Doch Steffen Seibert hat einfach weitergemacht. Seit Februar 2011 verschickt der frühere ZDF-Moderator offizielle Nachrichten der Bundesregierung. Sein Twitter-Account @RegSprecher hat heute mehr als 58.000 Follower. Wie er zum Twittern kam und warum ihm das Twittern immer noch Spaß macht, darüber plauderte der 51-Jährige überraschend offenherzig am letzten Konferenztag der Republica in Berlin.

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Der große Saal der Republica ist gut gefüllt, als Steffen Seibert die Bühne betritt. Sympathisch kommt er rüber, nahbar. Unumwunden gibt er zu, dass er das mit diesem Twittern „irgendwie unterschätzt“ habe, damals, kurz nachdem er aus dem TV-Studio in das Bundespresseamt wechselte. „Ich war relativ neu in diesem Job und kam irgendwann auf die Idee, einfach mal mit dem Twittern anzufangen“, erklärt Seibert. Eine ausgeklügelte Social-Media-Strategie habe es nicht gegeben. „Ich dachte eben, es wäre eine gute Idee, via Twitter über die Arbeit der Bundesregierung zu informieren.“

Gefälschte Accounts Mario Draghi und andere Twitter-Doppelgänger

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Und warum gerade über Twitter? „Weil schließlich auch Obama 140 Zeichen lange Nachrichten ans Volk schickt“, sagt Seibert. Außerdem habe selbst der Vatikan einen Twitter-Account. „Und man sollte in Sachen Modernität nicht hinter dem Vatikan zurückfallen.“ Also meldete sich Seibert als @RegSprecher an und legte los.

Soziale Netzwerke

Not amused waren die Journalisten, als sie davon erfuhren. Sie hatten Bedenken, dass sich Nachrichten, die sie zuvor mehr oder weniger exklusiv im Block hatten, via Twitter schneller um die Welt verbreiten könnten. Befürchtungen, die Seibert auch im Rückblick nicht ganz nachvollziehen kann. „Das ist die Welt, wie sie funktioniert“, meint er. Und betont, dass er den Journalisten nichts genommen habe, im Gegenteil. „Wir machen weiterhin dreimal wöchentlich eine Pressekonferenz, außerdem bekommen die Kollegen zahlreiche Presseerklärungen und ich jeden Tag viele Anrufe, die ich natürlich auch weiterhin beantworte“, argumentiert Seibert. Seiner Meinung nach ist @RegSprecher einfach ein weiterer, moderner Kommunikationskanal. „Ich müsste mich eigentlich rechtfertigen, wenn ich Twitter nicht nutzen würde.“

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