Regulierung
Finanzmärkte: Steinbrück knöpft sich Briten vor

Mit den Schweizern hat es sich Peer Steinbrück im Steuerstreit schon verdorben. Jetzt knöpft sich der Bundesfinanzminister die Briten vor. Es gebe am Finanzplatz London den Versuch, die Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Finanzplätzen zu halten.

HB BERLIN. Steinbrück warf der britischen Regierung mangelndes Interesse an einem neuen Regelwerk für die Finanzmärkte vor. Die Regierung habe diese Interessenlage der City of London nahezu übernommen. Dagegen sei die neue US-Regierung mittlerweile daran interessiert, zu neuen Spielregeln an den Märkten zu kommen.

Ein Weltfinanzgipfel hatte sich Anfang April in London darauf geeinigt, dass künftig kein Finanzmarkt, Finanzakteur und -produkt mehr unbeaufsichtigt sein darf. Steinbrück kritisierte nun: „Ich sehe gelegentlich auf der Seite der Interessenssachverhalte der City of London und der britischen Regierung größte Zurückhaltung gegenüber regulierenden Maßnahmen“, sagte Steinbrück am Mittwoch in Berlin. Die Interessen der City seien fast übertragen auf die Politik der britischen Regierung.

Am Finanzplatz London werde versucht, die Standortvorteile gegenüber anderen Städten zu halten. Das gehe bis zur Frage der Besteuerung von Managern, sagte Steinbrück. Dahinter stehe, dass der Finanzsektor für Großbritannien mit seiner dünneren industriellen Basis wichtiger sei als etwa hierzulande.

Steinbrück äußerte sich nur wenige Tage vor einem G8-Gipfel in Italien, der sich neben vielem anderen auch mit Finanzfragen befassen wird. Ende September folgt dann in den USA der nächste Weltfinanzgipfel der 20 großen Industrie- und Schwellenländer.

Mit Blick auf internationalen Zusammenarbeit sagte Steinbrück, er höre erste Stimmen, die den Eindruck vermittelten, als könne man zurückkehren zum Status Quo vor der Finanzkrise. „Insbesondere der Finanzplatz London ist da in meinen Augen sehr verdächtig.“ Er kritisierte: „Die haben im Kopf eine Restauration, möglichst wieder die Wiederherstellung der alten Zustände.“ Es gebe diese Tendenz aber nicht bei allen.

Seite 1:

Finanzmärkte: Steinbrück knöpft sich Briten vor

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%