Reinhard Marx
Papst macht Kapitalismus-Kritiker zum Kardinal

Papst Benedikt will 24 neue Kardinäle ernennen. Einer davon ist Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising. Mit seinem sozialethischen Werk "Das Kapital. Ein Plädoyer für den Menschen" und der Kritik an der Gier der Manager traf Marx im Herbst 2008 den Nerv der Zeit.
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HB ROM. Papst Benedikt XVI. will 24 neue Kardinäle ernennen, darunter den Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx. Benedikt kündigte die feierliche Zeremonie der Ernennung am Mittwoch für den 20. November im Vatikan an. Der 57-jährige Marx wird damit drei Jahre nach seiner Ernennung zum Erzbischof zum Purpurträger erhoben. Die Zahl der deutschen Kardinäle erhöht sich damit auf acht. Von ihnen wären sechs bei einer eventuellen Papstwahl wahlberechtigt.

Neben Marx wird auch der frühere Chefhistoriker der Kurie, der Bamberger Diözesanpriester Walter Brandmüller, zum Kardinal ernannt. Von den 24 neuen Kardinälen sind 20 unter 80 Jahre alt, sie könnten also bei einer Papstwahl dabei sein. Ohne das Konsistorium im November wäre die Zahl der wahlberechtigten Kardinäle zum Januar 2011 auf 101 abgesunken. Benedikts Vorgänger Paul VI. hatte zwar im Jahr 1968 festgelegt, dass die Höchstzahl der wahlberechtigten Kardinäle nicht über 120 betragen dürfe. Das wird aber auch als eine Soll-Regel verstanden. Es steht dem Papst frei, mehr Kardinäle zu ernennen. Benedikt ernennt am 20. November zum dritten Mal in seinem Pontifikat neue Purpurträger.

Erst mit dieser Vollversammlung der Kardinäle, dem Konsistorium, erlangt die Ernennung der Kardinäle Rechtswirksamkeit. Sie erhalten dabei vom Papst das Ernennungsdekret und das rote Birett als Kopfbedeckung. Kardinäle sind die höchsten Würdenträger nach dem Papst und dessen Ratgeber und Mitarbeiter. Kardinäle haben nicht nur das exklusive Wahlrecht, sondern wählen den Papst traditionell auch aus ihren eigenen Reihen - obwohl auch Kandidaten von außen möglich sind.

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