Rekapitalisierung
Bundesbank warnt vor überzogenen Forderungen an Banken

Die Euro-Retter stehen bei der Lösung der Schuldenkrise unter Druck. Diese Woche wollen sie liefern. Dabei geht es auch um dickere Finanzpolster für die Banken. Doch die Bundesbank warnt vor einer zu hohen Kapitalquote.
  • 0

DüsseldorfDie Vizepräsidentin der Bundesbank, Sabine Lautenschläger, hat sich für die Rekapitalisierung der europäischen Banken ausgesprochen. Zugleich forderte sie im Handelsblatt-Interview als erste hochrangige Bankaufseherin, Staatsanleihen künftig nicht mehr unterschiedslos als risikofreie Wertpapiere zu behandeln.

"Die Rekapitalisierung der Banken kann ein Mittel sein, um das Vertrauen der Akteure im Interbankenmarkt wiederherzustellen", sagte Lautenschläger dem Handelsblatt. Ebenso wichtig sei es aber auch, eine überzeugende Lösung für die Staatsschuldenkrise in einzelnen europäischen Ländern zu finden. Sie warnte davor, von den Banken eine zu hohe Kapitalquote zu verlangen. Die Kapitalanforderungen müssten einerseits so hoch sein, dass die Märken den europäischen Banken wieder vertrauten, andererseits müsse die Funktionsfähigkeit des europäischen Kreditgewerbes sichergestellt sein. "Die Banken müssen weiter in der Lage sein, ihre Dienstleistung für die Realwirtschaft zu erbringen", so Lautenschläger.

In einer Woche soll eine Lösung für die Schuldenkrise in der Eurozone auf dem Tisch liegen. Das forderten am Wochenende die Top-Wirtschaftsmächte der G20 von den Europäern. Und die haben das zugesagt. Wie aber Griechenland gerettet, Banken gestärkt und der Euro-Rettungsschirm EFSF schlagkräftiger werden, bleibt offen.

Erst vor drei Wochen hatte sich die illustre G20-Runde in Washington getroffen. Seither hat sich die Lage in der Euro-Zone weiter verschlechtert. In der nun in Paris mühsam ausgehandelten Abschlusserklärung fassten sich die G20 zwar kurz, ließen es aber an klaren Worten nicht fehlen: „Wir freuen uns auf das Ergebnis des EU-Gipfels am 23. Oktober, um die aktuellen Herausforderungen mit einem umfassenden Plan entschieden anzugehen.“

Weniger diplomatisch als im umständlichen Kommuniqué heißt dies, die Euro-Länder müssten endlich ihr Haus in Ordnung bringen, und zwar richtig. Was auch in Berlin, Paris und Brüssel eingestanden wird. „Bis zum nächsten EU-Gipfel am Sonntag kommender Woche muss geliefert werden“, räumte ein europäischer Unterhändler ein. Schäuble stellte klar: „Wir werden die Probleme in der Euro-Zone lösen.“

Seite 1:

Bundesbank warnt vor überzogenen Forderungen an Banken

Seite 2:

Anti-Krisen-Paket erwartet

Seite 3:

Staatsanleihen künftig auch als Risiko bewerten

Kommentare zu " Rekapitalisierung: Bundesbank warnt vor überzogenen Forderungen an Banken"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%