Rekordjahr
Wirtschaft zahlt mehr Steuern als erwartet

Der Deutsche Städtetag rechnet nach Handelsblatt-Informationen mit einem Zuwachs der Gewerbesteuer-Einnahmen von zwei Prozent. Sollten die Städte und Gemeinden recht behalten, ist das vierte Rekordjahr in Folge der wichtigsten Gemeindesteuer so gut wie sicher.

DÜSSELDORF. Städte und Gemeinden können in diesem Jahr mit noch etwas höheren Einnahmen aus der Gewerbesteuer rechnen, als die Steuerschätzung im Mai vorhergesagt hat. Der Deutsche Städtetag rechnet nach Handelsblatt-Informationen für das Gesamtjahr mit einem Zuwachs des Aufkommens von zwei Prozent. Die Steuerschätzung hatte lediglich ein Plus von 0,3 Prozent vorhergesagt. Trifft die Städtetags-Prognose zu, würden die Unternehmen 600 bis 700 Mill. Euro mehr an die Kommunen überweisen als bislang erwartet.

Der Städtetag befragt vierteljährlich seine fast einhundert Mitgliedsstädte über die Entwicklung ihrer Einnahmen. So liegen zeitnah Daten über die Entwicklung der Kommunalsteuern vor. Die amtlichen Statistiken hinken dagegen der tatsächlichen Entwicklung mindestens ein Quartal hinterher. Mit seiner Umfrage erfasst der Städtetag fast die Hälfte des Gesamtaufkommens der Gewebesteuer.

„Die Steuer-Vorauszahlungen der Wirtschaft sind bislang etwas höher, als vom Arbeitskreis Steuerschätzung angenommen“, hieß es aus dem Städtetag. Dagegen seien die Nachzahlungen der Wirtschaft für Vorjahre sehr kräftig zurückgegangen „und dürften im dritten Quartal noch stärker sinken“.

Nach einer Faustregel setzt sich das Gewerbesteueraufkommen etwa zu 80 Prozent aus den Vorauszahlung der Unternehmen und zu 20 Prozent aus Nachzahlungen für Vorjahre zusammen. Die Vorauszahlungen spiegeln die Gewinnerwartungen der Wirtschaft wider. Im Falle eines raschen Gewinnanstiegs zu Beginn eines Aufschwungs werden sie häufig aber oft nur zögerlich nach oben angepasst. Folglich muss das Unternehmen dann später Steuern nachzahlen. Im Falle eines Gewinneinbruchs drängen die Unternehmen dagegen darauf, ihre Steuervorauszahlungen rasch und stark nach unten anzupassen. Insgesamt führen beide Trends während eines Konjunkturzyklus dazu, dass die Gewerbesteuer im Aufschwung erst zögerlich und im Boom dann rasch ansteigt – und im Abschwung einbricht.

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