Religionsdebatte CSU schmettert Wulffs Islam-Äußerungen ab

Bundespräsident Christian Wulff hat für seine Rede zum Tag der deutschen Einheit viel Beifall bekommen. Nun regt sich vor allem in Kreisen der Union Widerstand gegen Wulffs Äußerungen zur Bedeutung des Islam in Deutschland. Politiker von CDU und CSU gingen deutlich auf Distanz zum Staatsoberhaupt.
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CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich hält die Islam-Äußerung von Bundespräsident Christian Wulff für falsch. Quelle: dpa

CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich hält die Islam-Äußerung von Bundespräsident Christian Wulff für falsch.

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HB Berlin. Vor fast genau zehn Jahren löste Friedrich Merz, damals Fraktionsvorsitzender der Union im Bundestag, eine Debatte um die deutsche Leitkultur aus. In der Zeitung „Die Welt“ hatte Merz Regeln für Einwanderung und Integration als freiheitlich-demokratische deutsche Leitkultur gefordert und sich gleichzeitig gegen Multikulturalismus gewandt. Zehn Jahre später entwickelt sich die Diskussion weiter. Weitaus weniger polemisch, schließlich ist es der Bundespräsident, der bei der zentralen Feier zum 3. Oktober die Brücke von der deutschen Einheit zur Integration schlug - unter anderem mit der Aussage: „Das Christentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das Judentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. (...) Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland.“

Es ist dieser letzte Satz über die Bedeutung des Islam, der mittlerweile intensiv diskutiert wird. In der Union gibt es Kritik und vorsichtige Distanz zu Wulffs Äußerungen. Der CSU-Politiker Norbert Geis sagte der „Bild“-Zeitung: „Die Rede war missverständlich. Wenn der Bundespräsident den Islam in Deutschland mit dem Christentum und dem Judentum gleichsetzen wollte, hielte ich das für falsch.“

CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich würdigte Wulffs Rede als wichtigen Diskussionsbeitrag, sprach dem Islam aber ab, Teil der deutschen Kultur zu sein. „Dass der Islam Teil unserer Kultur ist, unterschreibe ich nicht. Diese Interpretation des Bundespräsidenten teile ich nicht“, sagte Friedrich am Dienstag in Berlin. Die christlich-abendländische Kultur mit jüdischen Wurzeln sei die Leitkultur, in die sich alle zu integrieren hätten, die in Deutschland leben wollten.

Friedrich sagte, Wulff habe wichtige Themen angesprochen, über die jetzt diskutiert werden müsse. „Gute Reden zeichnen sich dadurch aus, dass sie die richtigen Fragen stellen.“ Zunächst müssten dabei die Fakten zur Kenntnis genommen werden. So gebe es Millionen von Muslimen in Deutschland, die auch hier bleiben wollten. Bei aller Toleranz müsse aber auch anerkannt werden, „dass es objektive Grenzen der Integrationsfähigkeit gibt“. Als Beispiel nannte der CSU-Politiker etwa Schulklassen, in denen es keine deutschstämmigen Kinder mehr gebe.

Der Vorsitzende der CSU-Abgeordneten im Bundestag sprach sich zudem gegen eine Zuwanderungsdebatte aus wirtschaftlichen Gründen zum jetzigen Zeitpunkt aus. Zunächst müssten die Probleme der Zuwanderer auf dem Arbeitsmarkt gelöst und die Integration der Migranten bewältigt werden.

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14 Kommentare zu "Religionsdebatte: CSU schmettert Wulffs Islam-Äußerungen ab"

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  • Für mich war und ist falsch, in der bundesrepublik Deutschland ohne Not, Moschen zu bauen. Äußerungen zum Tag der Deutschen - Einheit des Herrn bundespräsidenten sind falsch und nicht hilfreich.
    ich möchte auf einen Artikel in der heutigen bildzeitung verweisen, in dem zu lesen ist, deutsche Schüler haben Angst auf den Pausenhof zu gehen, wegen Anfeindungen durch ausländische Schüler. Diese Anfeindungen sind all gegenwertig. Darüber sollten die befürworter des islams nachdenken.
    Danke

  • "integrationspolitik" ist Desintegrationspolitik!

    bundespräsident Wulff hat zunächst einmal selbstverständlich recht mit seiner nüchternen Feststellung, dass der islam "inzwischen auch zu Deutschland" gehört.

    Aber - genauso sicher ist, dass sich hier nur jeweils eine kleine Minderheit "Christen", "Juden" oder "Muslime" nennen. Die große Mehrheit gehört anderen der insgesamt ca. 4000 untereinander völlig gleichberechtigten religiösen oder nichtreligiösen Weltanschauungen an.
    Wenn der islam nun also z.b. gleichfalls das verbotene Privileg für einen eigenen Religionsunterricht erhält, stellt dies eindeutig eine weitere menschenrechtswidrige bevorzugung dar, welche die bevölkerung noch mehr spaltet!

    Nur wenn sehr streng und äußerst genau darauf geachtet wird, dass - gemäß den Menschenrechten - wirklich keine einzige Weltanschauung bevorzugt oder benachteiligt wird (speziell auch nicht ausgerechnet durch das Grundgesetz), ist mehr Frieden möglich!

    Gleichzeitig ist es natürlich auch friedensnotwendig, alles Menschenrechtswidrige innerhalb der Weltanschauungen zu untersagen - insbesondere die offiziell noch immer bestehenden barbarischen Absolutheitsansprüche vom islam, Christen- und Judentum, jeweils die allein wahre und gültige Religion zu sein und als solche anerkannt zu werden (welche bisher schon zu vielen Millionen Toten geführt haben)!

  • @ Torsten Steinberg (11)

    „Solange Sie allein von ihrer Meinung überzeugt bleiben und nur ihr Ernsthaftigkeit bescheinigen, während Sie abweichende Äußerungen mit der leichtfüßigen Kommentierung einer folkloristischen Veranstaltung auf eine Stufe stellen, hat eine Fortsetzung der Diskussion wenig Sinn.“

    Gott sei Dank bin nicht nur ich dieser Meinung. Schön wäre es, wenn Sie sich nur einmal der „Mühe“ unterzögen bassam Tibi (Muslim und islamologe) zu lesen, um zu erkennen, daß ihre Vorstellungen vom islam so gar nichts mit der islamischen Wirklichkeit und dessen Machtanspruch zu tun haben. Was die Folklore betrifft, - welche Verbindung stellen Sie zwischen den Fußballfans Muslim/Nichtmuslim her, dies ist doch wohl ihre leichtfüßige Kommentierung. Das islamische Recht gehört zur Gesellschaftsordnung islam und duldet kein anderes neben sich. Das werden Sie allerdings erst erfahren, wenn es in D installiert sein sollte und bestandteil einer Verfassung ist.

    „Darum halte ich es auch für richtig, acht darauf zu geben, dass die Koranschulen nicht in dem Sinne, wie Sie es beschreiben, missbraucht werden, um wenig hilfreiche oder sogar demokratiefeindliche inhalte zu vermitteln.“

    Wer soll darauf acht geben? Da wird auch nichts mißbraucht, das ist die intention des islam. Der ehemalige Präsident (bis vor 4 Wochen) des ZdM, Ayyub Axel Köhler, schreibt, daß der islam nicht mit dem GG kompatibel ist. Dies ist z.b. ein Grund, weshalb keiner der führenden islamvereine dem innenminister gegenüber bereit ist, eine verbindliche Erklärung zum GG in schriftlicher Form abzugeben. Das Theater können Sie in der HP zur DiK nachlesen; ich weiß, Sie haben keine Zeit.

    „Und was soll das bringen?“

    Es würde ihren Horizont über den islam, die Ansichten und Vorstellungen hier lebender Muslime, 3te und 4te Generation, enorm verbreitern.

    „Überhaupt werden Sie für alle ihre Anschuldigungen....“

    Welche Anschuldigungen?

    „Es soll doch manche geben, die dem islam sogar das Attribut streitig machen wollen, Religion zu sein. Kann man das glauben?“

    Der islam ist eine Gesellschaftsordnung mit Allmachts- und Wahrheitsanspruch, die im religiösen Gewande daherkommt. Wer das nicht sehen will, ist blind. ich glaube es nicht, ich weiß es. Es sollte auch ihnen zu denken geben, daß es in der islamischen Gesellschaft verboten ist am islam, dem Propheten zu zweifeln und diese Zweifel auch noch öffentlich zu äußern oder gar diskutieren zu wollen.

    Zu 10
    „Mein abendländisch geprägtes Gemüt würde dadurch unvergleichlich weniger irritiert werden als durch ein Atomkraftwerk.“

    Sie werden diese Ansicht sehr schnell ändern, wenn Sie zu nachtschlafender Zeit durch den Muezzin, der Sie gar nicht meint, geweckt werden, jeden Tag. Die Menschen, die im Einzugsgebiet einer solchen Moschee leben müssen, können ein Lied davon singen.

    Erläutern sollten Sie einmal, was für Sie ein aufgeklärter islam ist und wo der zu finden sein soll.

  • @yahel

    "Der islam ist eine aggressive Eroberungsideologie", behaupten Sie. "Nein, ist er nicht", sage ich. "ist er wohl", sagen Sie. "ist er nicht." - "ist er doch." usw. usw.
    Solange Sie allein von ihrer Meinung überzeugt bleiben und nur ihr Ernsthaftigkeit bescheinigen, während Sie abweichende Äußerungen mit der leichtfüßigen Kommentierung einer folkloristischen Veranstaltung auf eine Stufe stellen, hat eine Fortsetzung der Diskussion wenig Sinn. Nur frage ich mich besorgt, welche Konsequenzen Sie aus ihrer Meinung ziehen.

    in einigen Punkten muss ich ihren Ausführungen ja eingeschränkt zustimmen, zum beispiel was die Koranschulen betrifft. Darum halte ich es auch für richtig, acht darauf zu geben, dass die Koranschulen nicht in dem Sinne, wie Sie es beschreiben, missbraucht werden, um wenig hilfreiche oder sogar demokratiefeindliche inhalte zu vermitteln. Dass dies vorkommt, daran besteht kein Zweifel. Wie verbreitet das ist, wissen wir aber alle nicht.

    Eigentlich will ich mich nicht dazu aufzufordern lassen, jetzt noch sunnitische blogs zu verfolgen. Woher soll ich all die Zeit nehmen? Und was soll das bringen? Wenn ich die blogs von Fischereivereinen nachlese, gewinne ich auch den Eindruck, Deutschland ist ein Land von Hobbyanglern. Repräsentativ ist das dann aber noch lange nicht.

    Überhaupt werden Sie für alle ihre Anschuldigungen an dieser und jener Stelle belege finden können. Aber wenn Sie sich auf die Suche machen, würden Sie ebenso bestätigungen für eine gegenteilige Auffassung finden. Umgekehrt werden Sie auch unter den Christen nicht nur auf friedliebende, um Ehrlichkeit und Gerechtigkeit bemühte, ideologisch unbelastete Charaktere treffen. Es soll doch manche geben, die dem islam sogar das Attribut streitig machen wollen, Religion zu sein. Kann man das glauben?

  • @Localplayer

    Von einer "islam-Light-Version" habe ich nicht gesprochen. Was verstehen Sie darunter?
    ich habe vielmehr von einem aufgeklärten islam gesprochen als einer religiösen Überzeugung, von der ein Moslem erfüllt sein kann, ohne dass dadurch Normen gesetzt werden, die sich mit unserem Wertesystem nicht in Übereinstimmung bringen lassen. Die Ausübung der Grundpflichten des islam steht zu keinem unserer Gesetze im Widerspruch.

    ihr Vergleich eines Minaretts in Deutschland mit einem Leuchtturm in berchtesgarden hinkt nicht nur, dem fehlt ein ganzes bein. Ein Leuchtturm ist bei Ausübung seiner Funktion auf die Symbiose mit einer Wasserstraße angewiesen, an der es in berchtesgarden naturgemäß mangelt. Damit ein Minarett Sinn macht, bedarf es einer islamischen Gemeinde, von denen es in Deutschland allerdings sehr viel mehr gibt als in berchtesgarden Wasserstraßen. Das ist die unbestreitbare Realität, von der unser bundespräsident völlig zu Recht meint, dass sie zu Deutschland gehört.

    Übrigens haben auch die römischen Kaiser mal die Auffassung vertreten, eine Kirche gehörte nicht nach Rom. Nun ja, die Zeiten haben sich geändert. Und hat es der Stadt geschadet?

    Wenn Sie jetzt befürchten, das größte Gotteshaus des islam könnte ausgerechnet in berchtesgarden oder einer anderen Stadt in Deutschland entstehen, machen Sie sich völlig unnötig Sorgen. Aber was sollen wir dagegen einwenden, dass dort wo eine islamische Gemeinde existiert, diese sich einen adäquaten Versammlungsort schafft? Von einer Moschee ist hier die Rede, nicht von einem Minarett, denn dazu fehlt den meisten Gemeinden ohnehin das Geld. Für den Fall, dass das Geld doch reicht, dürfte das Minarett durchaus genau gegenüber meiner Wohnung gebaut werden. Mein abendländisch geprägtes Gemüt würde dadurch unvergleichlich weniger irritiert werden als durch ein Atomkraftwerk.

  • @ Torsten Steinberg (7)

    „-ich vermute mal unter berufung auf die unsägliche Regensburger Ansprache des Pontifex Maximus-„
    Der Teil dieser Rede, der in der islamischen Welt sofort Aufruhr gegen den Papst hervorrief, ist ein historisches Zitat über den islam. An dessen fragestellender Aussage hat sich bis heute im islam nichts geändert. Er verdammt weiterhin alle anderen Gläubigen und ruft zu deren Vernichtung auf. Auch daran hat sich bis heute nichts geändert und so sehen es auch hier in D lebende Muslime. Diesen Teil ihrer Gedanken werden ihre muslimischen Freunde ihnen gegenüber selbstverständlich für sich behalten und ihnen weiterhin das sagen, von dem sie glauben, daß Sie es gerne hören möchten.
    Lesen Sie bassam Tibi: „selig sind die belogenen“ finden Sie in google, der erste Eintrag.

    „Denn was ist eine Moschee anderes als eine islamische Kirche? Was ist ein Minarett anderes als ein islamischer Kirchturm? Was ist eine Koranschule per se anderes als ein islamischer Katechumen- oder Konfirmandenunterricht?“

    Sie gehen reichlich naiv an den islam heran.
    Eine Moschee ist kein Gotteshaus im Sinne einer Kirche. Dort wird auch gebetet, nur in welcher Kirche finden Sie eine Teestube oder Geschäfte? Eine Moschee ist auch Marktplatz, hier wird Politik gemacht; die einer Männergesellschaft, in der Frauen, wenn überhaupt, eine Nebenrolle spielen.
    Das Minarett ist bestandteil des islamischen Machtanspruches und bezeichnet Land, soweit die Stimme des Muezzins gehört werden kann, als islamisches Land, auch wenn dort Ungläubige wohnen. Der Ruf selbst hat mit dem Ruf zum Gebet recht wenig zu tun, er stellt in erster Linie Allah als den alleinigen beherrscher der Gläubigen dar. Der Ruf lautet:

    1. „Allah ist der Größte!“4x
    2. „ich bezeuge, daß es keinen Gott gibt, außer Allah!“ 2x
    3. „ich bezeuge, daß Muhammad der Gesandte Allahs ist!“ 2x
    4. „Kommt her zum Gebet!“ 2x
    5. „Kommt her zum Erfolg!“ 2x
    6. „Allah ist der Größte!“ 2x
    7. „Es gibt keinen Gott außer Allah!“

    in Koranschulen findet indoktrination im Sinne des islam statt, vergleichbar einer Parteischule. Es wird der Koran in arabisch auswendig gelernt (wer lernt schon die bibel auswendig?), selbstverständlich in islamischer Kleidung. Die Erklärung der bedeutung der Verse der Suren und der Suren selbst soll dann später erfolgen. Zu bedenken ist, daß die meisten türkischen Muslime kein arabisch können. Das hat mit Konfirmandenunterricht nichts zu tun, braucht es auch nicht, denn Muslim ist man schon bei der Geburt und bleibt es bis zum Tod.

    „Doch viele unserer islamischen Mitbürger wünschen sich, von solchen Regeln, die für den islam durchaus nicht essentiel sind, frei zu sein, und weder leben sie nach diesen Regeln noch würden sie es dulden, dass diese beherrschenden Einfluss auf ihr Leben gewinnen. Am Rande möchte ich darauf hinweisen, dass diese Regeln, wo sie denn bestimmend werden, ausschließlich Muslims betreffen,............“

    Lesen Sie in deren internetforen, Sie werden staunen. Der größte Teil der in D lebenden Muslime ist Sunnit und befolgt die Regeln der Sharia sehr wohl. Sie ist deren Anker in einer, aus deren Sicht, feindlichen Gesellschaft, die sie zum größten Teil nicht verstehen oder verstehen wollen. Das Ziel der zahlreichen Muslimvereine ist es, diesen Partikularismus in D gesetzlich zu verankern, als basis für das islamische Recht in D. Anzunehmen, daß dieses Recht nur für Muslime bedeutung hat, ist naiv, denn es wirkt sich selbstverständlich auch auf die Nichtmuslime aus, die mit dieser Haltung ihnen gegenüber konfrontiert sind. in einer islamischen Gesellschaft ergeben sich aus den Rechten der Muslime die Pflichten der Nichtmuslime und machen die intoleranz des islam ihnen gegenüber sicht- und fühlbar. Die Toleranz des islam bezieht sich darauf, daß „er“ so tolerant ist, jeden bei sich aufzunehmen, als Teil der islamischen Masse. Für individualismus ist im islam kein Platz.

    ich habe den Eindruck, daß Sie Zuwanderung, besonders durch Muslime, eher als folkloristische Veranstaltung begreifen, ein fataler irrtum. Der islam ist eine aggressive Eroberungsideologie, der Vergleich mit politischen ideologien wie dem Sozialismus, rot oder braun, durchaus angebracht.
    Wer in die Kirche geht muß noch lange kein guter Christ sein und wer nicht hingeht, noch lange kein schlechter. ihr Vergleich zwischen den „Fans“ ist daher an den Haaren herbeigezogen und für den Kern der Debatte ungeeignet.

  • -> Torsten Steinberg


    Jeder Mensch ist Ausländer! - Nur da nicht, wo er hingehört! ........... und in diesem Punkt gebe ich
    "[6] Geht's noch?" zu 100 % Recht! Der islam gehört definitiv nicht zu Deutschland! Die abendländische Leitkultur ist kongruent mit dem Christen-/Judentum.
    im Übrigen konnten Sie in ihrem sichtlich umfangreichen beitrag keine der Vorwürfe gegen den islam entkräftigen! Und das die meisten Moslems eher die "islam-Light-Version" bevorzugen, stimmt lt. jüngsten Umfragen unter selbigen eben gerade nicht! Wer bei uns leben möchte muß sich anpassen und nicht umgekehrt! Und was Moscheen und Minaretten angeht .......... ein Leuchtturm passt nun mal auch nicht nach berchtesgaden!

  • Lieber "Geht's noch?",

    Sie sprechen von einem christlich/jüdisch geprägtem Europa, wobei uns die jüdisch geprägte Komponente vor 70 Jahren ja fast schon mal abhanden gekommen wäre, ohne dass die Verantwortung dafür einem intoleranten islam in die Schuhe geschoben werden könnte. Fairerweise sei eingeräumt, dass die Verfolgung der Juden und der Versuch der vollständigen Auslöschung ihrer Kultur durch die Nazis weniger aus einer christlichen Motivation heraus erfolgte als dies zu Zeiten der Kreuzzüge der Fall war. Letzteres liegt auch schon sehr lange zurück, Aber andererseits sind auch Goethe, Schiller und Heine schon lange tot. Und so geht es doch nicht, dass man sich angeblich auf die abendländische Tradition beruft, aber nur die Rosinen herauspickt.

    Die von ihnen beschworenen, "friedfertigen Ziele eines toleranten Miteinander unserer Religionen" sind nur insoweit maßgeblich, wie wir dem zweifellos im Neuen Testament vorherrschenden Friedensgebot seine alles überstrahlende Position auch zugestehen. Aber offensichtlich fallen auf dieses Gebot sehr lange Schatten, wenn Sie es sich - ich vermute mal unter berufung auf die unsägliche Regensburger Ansprache des Pontifex Maximus - so einfach machen und dem islam Friedfertigkeit, Toleranz und sogar die Religiosität an sich und damit den Gottesbezug und die Transzendenz absprechen. Wobei ich nicht unterlassen möchte anzumerken, dass sogar in diesem Fall das neutestamentarische Friedensgebot nicht seine Gültigkeit verliert.

    Den größten Fehler sehe ich aber in der Wahrnehmung, die in der eigenen Tradition die positiven Aspekte herausstreicht und das Negative leugnet, während im Umkehrschluss alles Negative auf den islam projeziert wird, auch wenn es mit einem aufgeklärten islam so wenig zu tun hat wie Hexenverbrennungen und Teufelsaustreibungen mit einem aufgeklärten Christentum. Sogar an sich wertneutrale begriffe nehmen so eine negative Färbung an, die ihnen nicht zusteht. Denn was ist eine Moschee anderes als eine islamische Kirche? Was ist ein Minarett anderes als ein islamischer Kirchturm? Was ist eine Koranschule per se anderes als ein islamischer Katechumen- oder Konfirmandenunterricht?

    Wenn Sie von Verschleierungen, Frauendiskriminierungen, Zwangsheirat und Ehrenmorden an den eigenen Töchtern schreiben, läßt sich nicht bestreiten, dass diese Dinge für einige unserer islamischen Mitbürger traurige Realität sind. Doch viele unserer islamischen Mitbürger wünschen sich, von solchen Regeln, die für den islam durchaus nicht essentiel sind, frei zu sein, und weder leben sie nach diesen Regeln noch würden sie es dulden, dass diese beherrschenden Einfluss auf ihr Leben gewinnen. Am Rande möchte ich darauf hinweisen, dass diese Regeln, wo sie denn bestimmend werden, ausschließlich Muslims betreffen, so dass im Widerspruch zu ihren Ausführungen die vermeintliche intoleranz des islam also durchaus gegen die eigenen Glaubensbrüder gerichtet sein kann und - mehr als das - sich ausschließlich gegen die eigenen Glaubensbrüder richtet, nicht aber gegen Sie oder andere Angehörige anderer Religionen.

    Abschließend sei die Frage erlaubt, inwieweit die christlich-jüdische Tradition in einem Deutschland leerer Kirchen überhaupt noch als identitätsstiftend gelten kann und als Definitions- und Abgrenzungsmerkmal gegenüber in Deutschland lebenden Moslems taugt. Um es mit anderen Worten auf die Spitze zu treiben: "Wer ist der bessere Deutsche? Der moslemische bayernfan oder der christliche Sportmuffel?"

  • @ Torsten Steinberg
    ........ es kann und muß sogar eine Diskussion darüber geben. Der islam gehört traditionell nicht in ein christlich/jüdisch geprägtes Europa und schon gar nicht zu Deutschland. ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: Der iSLAM darf auch nicht zu den großen Weltreligionen gezählt werden, weil er nicht die friedfertigen Ziele eines tolleranten Miteinander unserer Religionen verfolgt. Der islam ist nur tollerant zu seinen Glaubensbrüder - aber niemals zu anderen Gläubigen. Der islam ist eine absolut totalitäre ideologie unter einem scheinbaren religiösen Deckmantel. Moscheen, Minaretten, Koranschulen, Verschleierungen, Frauendiskriminierungen, Zwangsheirat, Ehrenmorde an den eigenen Töchtern,und, und, und ..... dies alles ist nicht das Deutschland von Goethe, Schiller und Heine ..... Deshalb gehört der islam nicht zu Deutschland und Europa! Gott sei Dank sehen dass lt. einer Emnid-Umfrage annähernd 70 % der Deutschen in Folge der unsäglichen Rede von Wulff auch so! Das lässt noch hoffen!

  • ich wünsche mir, in einem Land zu leben, in dem man sich von Mensch zu Mensch begegnen kann. ich verabscheue den Gedanken, dass in Deutschland eine virtuelle bastion christlicher Deutscher gegen Mitmenschen aus unserer Mitte aufgebaut werden könnte, nur weil diese einer anderen Religion angehören oder einem anderen Kulturkreis entstammen. Wir müssen uns doch nicht verteidigen gegen einen Zustrom andersdenkender immigranten. ist die einheitliche, abendländische Leitkultur doch ohnehin eine idiotische Halluzination. Gibt es doch Schalke04 und bayern München. Und es gibt Christen, die aus der Kirche ausgetreten sind, einfach nur um die Kirchensteuer zu sparen oder auch weil sie es nicht mehr ertragen konnten, eine Gemeinschaft mit Kinderschändern zu teilen. Christliches Abendland? Und welcher Deutsche kann sich nicht daran erinnern oder wenigstens vorstellen, mit welch gnadenlosem Fanatismus im Nationalsozialismus Deutsche Deutsche verfolgt und terrorisiert haben; und welch tiefen Keil die von einem Deutschen ersonnene Staatsdoktrin des Marxismus, oder besser des Sozialismus in der vergangenen DDR zwischen die Staatsbürger getrieben hat, von denen ja auch nicht alle auf die Strasse gegangen sind, sondern nur der bessere Teil, der für sich lautstark in Anspruch genommen hat, das Volk zu sein. Jetzt stehen wir wieder vor bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen wegen einer Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke. Und was für Streitigkeiten kennen wir noch in unserem christlichen Abendland? Soli für Ostdeutschland, Solidarität für Griechenland usw. Aber all diese Gegensätze sollen plötzlich verblassen angesichts der islamischen Mitbürger in unserem Land, die sich nicht in das angeblich harmonische Stilleben Einigkeit und identität stiftender christlicher Tradition einfügen lassen? Da möchte ich den scheinheiligen Heuchlern aus der CSU nur ein munteres "Fickt Euch!" herüberrufen. Aber das tue ich dann doch nicht. Denn auch von ihnen bin ich so Vielen schon persönlich begegnet. Sie haben mich Preussen mit einer Herzlichkeit und Offenheit empfangen, dass schon ganz andere Dinge passieren müssten, damit meine Liebe zu bayern, mit der sie mich infiziert haben, Schaden nehmen könnte. ich frage mich nur, warum sie meine Freunde islamischen Glaubens nicht mit der gleichen Unvoreingenommenheit begrüßen können, die sie mir so herzlich, aufrichtig und fröhlich haben angedeihen lassen. Gleiche Gastfreundlichkeit umgab mich übrigens auch stets bei meinen Reisen in die Türkei zu einer Zeit und in Gegenden, die noch keinen Pauschaltourismus kannten. Noch im letzten Winkel der Türkei habe ich mich auch ohne Reiseleiter nie verloren oder unwillkommen, geschweige denn bedroht gefühlt. Noch im armseligsten Dorf wurde mir gegeben, von dem Wenigen, was vorhanden war. Nie, auch auf mein Drängen hin, wurde von mir genommen. Werden wir einmal Willens sein, unseren Migranten auf eine ebenbürtige Art und Weise gegenüberzutreten, so dass wir uns später nicht werden schämen müssen?

    Wie kann es überhaupt eine Diskussion darüber geben, ob der islam zu Deutschland gehört? Natürlich gehört er das. Es gibt auch nicht nur Katholiken, sondern auch Protestanten und Heiden noch dazu. Es gibt Heteros, es gibt Homos. Es gibt Reiche, dass es nicht zum Aushalten ist und es gibt Arme, dass es nicht zum Aushalten ist. ich möchte mal behaupten, es gibt nichts, was es nicht auch in Deutschland gibt. Wie kommt da jemand auf den Trichter zu behaupten, gerade der islam gehörte nicht zu Deutschland? Wenn jemand behaupten würde, die Armut an sich oder die Ausbeutung der Armen wäre Deutschlands nicht würdig - damit wäre ich einverstanden. Aber sonst? Deutschland, einig Vaterland? Diese Einheit besteht nur, solange wir Vielfalt und buntheit und Dissonanzen aushalten können. in der Eintönigkeit aber zerbricht sie.

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