Rennen mit Verlusten
Formel 1 auf dem Nürburgring steht vor dem Aus

Der große Preis von Deutschland am 24. Juli wird das vorerst letzte Formel 1-Rennen auf dem Nürburgring sein. Die Grünen haben angekündigt, das Rennen nicht weiter mit Steuer-Millionen subventionieren zu wollen.
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Düsseldorf„Bis 2016 gibt es genau ein Formel 1-Rennen mit finanzieller Unterstützung des Landes – und das ist 2011. Punkt“, sagte die seit Mai amtierende Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) dem Handelsblatt, „danach ist der Geldhahn für die Formel 1 zugedreht“. Seit 2003 produziert die Nürburgring GmbH bei jedem Formel 1-Rennen Verluste, insgesamt 55 Millionen Euro. Für das Minus kommt der Steuerzahler auf – die Rennstrecke gehört zu 90 Prozent dem Land Rheinland-Pfalz und zu zehn Prozent dem Landkreis Ahrweiler.

Beim nächsten Rennen werden weitere Millionenverluste hinzukommen. Im Haushalt für das laufende Jahr hat die damalige SPD-Alleinregierung von Ministerpräsident Kurt Beck bereits 13,5 Millionen Euro eingeplant, um die Verluste der Nürburgring GmbH zu decken – im Etat sind sie frech als „Strukturhilfe“ für die Eifel deklariert. Es ist Geld, das praktisch direkt an Bernie Ecclestone fließt – rund 20 Millionen Euro muss die Nürburgring GmbH pro Rennen an dessen Formula One Administration überweisen. Diese so genannte Fahrerfeldgebühr ist laut Nürburgring GmbH fast vollständig für das gewaltige Minus der Gesellschaft verantwortlich.

Die Grünen, die seit Mai dieses Jahres gemeinsam mit der SPD regieren, sperren sich nun gegen weitere Zahlungen. Zwar verlagerte Beck die Zuständigkeit für den Ring nach der Landtagswahl vom Wirtschaftsministerium ins Innenministerium, das von seinem SPD-Parteifreund Roger Lewentz geführt wird. Doch die Grünen machen unmissverständlich klar, dass sie die Roten notfalls im Parlament ausbremsen. „Im Koalitionsvertrag ist klar festgehalten, dass die Zuschüsse zurückgefahren werden. Da lassen wir auch nicht mit uns verhandeln“, sagt Lemke, „das Land kann nicht immer weiter Geld nachschießen. Der Deckel ist drauf, es geht künftig nichts mehr in den Nürburgring rein.“

Deshalb ist es nun höchst fraglich, ob der Große Preis von Deutschland künftig noch jedes Jahr stattfindet. Derzeit wechseln sich Hockenheimring und Nürburgring im Jahresturnus ab. Nur der Hockenheimring hat einen Vertrag über 2011 hinaus. Darin sind Rennen 2012, 2014, 2016 und 2018 vorgesehen. In den Jahren dazwischen gibt es nach derzeitiger Vertragslage kein Rennen in Deutschland.

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  • richtig so, kein Geld für Ecclestone und seinen Wanderzirkus, kein Geld für windige Manager, die nur ihre eigenen Taschen füllen und alles verkommen lassen. Die schönste Rennstrecke ist hart unter die Räder gekommen dank eines völlig unfähigen Ministerpräsidenten Beck, der eigentliche Schuldige in diesem ganzen Jammerspiel.

  • Normalerweise zahlt der Veranstalter für die Benutzung eines Stadions, Rennstrecke, was auch immer. Ich bin fassungslos. Das Land betreibt die Rennstrecke und der Veranstalter kassiert 20 Millionen für die Benutzung. Hallo? Gehts noch!!! Gerade diese Eckelbazille Ecclestone. Gerade im Rennsport fließt Geld ohne Ende. Daimler zahlt Michael Schumacher 100 Millionen € für einen 10 Jahres Vertrag. Wieviele Arbeitsplätze mussten dafür beim Konzern gestrichen werden??? Da stimmt schon lange nicht mehr die Verhältnismäßigkeit der Mittel. Wir sind auf dem besten Wege zu wirtschaften wie die USA. Alles Geld den Reichen auf Kosten des Staates, der Steuerzahler und Gesellschaft. Wollen wir wirklich in solch einer Welt leben??? Kein Mensch braucht wirklich Millionen oder Millarden, die nur auf der Ausnutzung und Ausbeutung von "Anderen" beruhen.

  • Super, ich hoffe nur, dass die Grünen sich durchsetzen.
    Dann muss sich Hockenheim noch verweigern und zwei Jahre
    später kommt Bernie auf den Knien um in Deutschland ein
    Rennen veranstalten zu dürfen. Wenn es dann kostendeckend
    für das Land Rh-Pf. geht um so besser.
    bobbesbiken

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