Rennen um CSU-Vorsitz
Hotte, hottehü!

War da was? Horst Seehofer liegt im Rennen um den CSU-Vorsitz vorn: Im Galopp hat er seine Gegner abgehängt – allen, auch den selbst eingebrockten, Hürden zum Trotz und weil sein Rivale Erwin Huber ihm den Gefallen tut, Fehler zu machen. Sogar Edmund Stoiber stützt ihn – wenn auch leise. Eine Handelsblatt-Reportage.

MÜNCHEN. Ein weißblaues Kinderkarussell hat der Gastgeber vor dem Sheraton Hotel in München aufbauen lassen. Der Gast hat sich auf ein schwarzes Karussellpferdchen geschwungen. „Zukunft braucht Menschlichkeit“, steht auf dem Karussell. Horst Seehofer reitet und strahlt in die Kameras.

Der Landesverbandstag des Sozialverbandes VdK ist ein Heimspiel für Horst Seehofer, hatte der CSU-Politiker doch im April 2005 die VdK-Präsidentschaft in Bayern übernommen. Nur sechs Monate blieb er, dann ging er als Verbraucherschutzminister ins Kabinett von Angela Merkel.

Dennoch ist sein „Homecoming“ zum VdK ein symbolischer Akt. „Zukunft braucht Menschlichkeit“: Mit diesem Schlachtruf zog Seehofer als VdK-Vorsitzender in die Schlacht gegen das politische Establishment in Berlin und München. Nun steckt der Mann aus Ingolstadt wieder in einer Schlacht: der mit seinem Parteifreund Erwin Huber um den Vorsitz der CSU, den Landesvater Edmund Stoiber im September abgeben wird.

Und Horst Seehofer liegt vorn: Im Galopp hat er seine Gegner abgehängt – allen, auch den selbst eingebrockten, Hürden zum Trotz und weil sein Rivale Erwin Huber ihm den Gefallen tut, Fehler zu machen. Seehofer gibt sich überzeugt, dass er beim Parteitag im September siegen wird.

Der Minister ist also guter Dinge in diesen Tagen. Vorige Woche hat er bei der CSU-Landtagsfraktion, in der die meisten seiner Gegner sitzen, mit einem perfekten Vortrag mächtig gepunktet. Ministerpräsident Stoiber hat ihm vorne auf dem Podium einen Zettel rübergeschoben. „Toller Auftritt“ stand darauf. Das war nicht das einzige schriftliche Lob.

Und, noch besser: Wirtschaftsminister Erwin Huber war gar nicht gekommen. „Ein Fehler“, sagen Parteileute. Seine Anwesenheit hätte manchen Fraktionär zu kritischen Fragen an Seehofer ermuntert. So durfte der unbehelligt glänzen.

Fehler haben Huber und seine Anhänger schon so einige gemacht. Zuletzt, als der Parteivorsitzenden-Kandidat aus Niederbayern den künftigen Ex-Landesvater Stoiber zur parteinahen Hanns-Seidel-Stiftung wegloben wollte. Der Mann, der nicht einmal Bundespräsident und EU-Kommissionschef werden wollte, als Befehlsempfänger des noch nicht einmal gewählten CSU-Chefs? Da hat bei Huber der Blitz eingeschlagen.

Und Horst Seehofer hat sich freudig an die Seite von Edmund Stoiber gestellt: „Wir sollten keine Planstellendebatten führen“, rüffelte er den Rivalen Huber.

Seehofer hat es genossen, genau wie er den Auftritt bei den alten VdK-Freunden genießt. „Das ist ein ausgesprochener Wohlfühltermin“, sagt der CSU-Vize. „Ich bin ja nicht jeden Tag von Freunden umzingelt.“

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