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07.04.2008 
Uno-Kinderhilfsorganisation

Rennen um Unicef-Vorsitz ist offen

Mehr Vergleichbarkeit, mehr Wirtschaftlichkeit, mehr Wirkung, mehr Ehrlichkeit: Wenige Tage, bevor Unicef Deutschland einen neuen Vorstand wählt, werden erste Namen bekannt, die für ein Amt bei der Uno-Kinderhilfsorganisation kandidieren wollen. Wie die Spendenorganisation aus den Fehlern der Vergangenheit lernen will.

cls DÜSSELDORF. Thomas Heilmann, Gründer der Werbeagentur Scholz & Friends, hat bestätigt, sich für den Vorstand, nicht aber für den Vorsitz, aufstellen zu lassen. Auch Payback-Chef Alexander Rittweger will mitwirken.

Nach den Verschwendungsvorwürfen gegen die Spendenorganisation waren die Vorsitzende Heide Simonis und Geschäftsführer Dietrich Garlichs zurückgetreten. Auch der Vorstand stellt seine Ämter zur Verfügung. Unicef äußert sich nicht zu gehandelten Namen für deren Nachfolge. „Dies sollte der Mitgliederversammlung vorbehalten sein“, sagte ein Sprecher am Wochenende. Selbst er kenne die Kandidatenliste nicht. „Das Rennen ist sehr offen“, sagte Interimsvorsitzender Reinhard Schlagintweit dem Handelsblatt. Es gebe mehr Kandidaten als Plätze. Sie kommen teils von außen, teils aus dem Unicef-Komitee. Der alte Vorstand will sich jedoch nicht wieder aktiv zur Wahl stellen, sagte Schlagintweit.

„Es kommt jetzt auf die richtige Mischung an“, betonte er im Hinblick auf die Zusammensetzung des Führungsgremiums. Der neue Vorsitzende müsse sozial engagiert sein, eine Integrationsfigur, in der Gegenwart stehen sowie wirtschaftliche und internationale Erfahrung mitbringen.

Die Probleme bei Unicef haben auch die anderen Spendenorganisationen alarmiert. Welthungerhilfe und Kindernothilfe haben eine „Transparenzinitiative der Entwicklungszusammenarbeit“ ins Leben gerufen. Sie wird heute in Berlin vorgestellt. Zehn Spendenorganisationen haben den Neun-Punkte-Plan bislang unterzeichnet, auf dem die Initiative basiert – auch Unicef.

Sie soll den Weg hin zur „gläsernen Organisation“ ebnen, heißt es in dem Papier. Mehr Vergleichbarkeit, mehr Wirtschaftlichkeit, mehr Wirkung, mehr Ehrlichkeit – das wollen die Beteiligten erreichen. Die Maßnahmen sollen zu mehr bürgerschaftlichem Engagement führen: „Wir brauchen in Deutschland einen neuen Aufbruch an bürgerschaftlichem Engagement – und wollen dies durch verbindliches eigenes Handeln attraktiver machen und wirksam fördern.“

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