Rente mit 67
Immer mehr Ältere regulär beschäftigt

Die Regierung sieht sich bestätigt bei der Anhebung des Rentenalters: Immer mehr Ältere haben einen regulären Job. Vor allem Großbetriebe stellen sich auf den demographischen Wandel ein. Der Rentenbeitragssatz sinkt.
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BerlinAngesichts immer mehr Älterer in Beschäftigung hält die Bundesregierung an der Rente mit 67 fest. „Die Bundesregierung hält die im Jahr 2007 beschlossene schrittweise Anhebung der Regelaltersgrenze weiterhin für notwendig und für vertretbar“, heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Regierungsbericht.

Er soll an diesem Mittwoch im Kabinett abgesegnet werden. Auch die „Passauer Neue Presse“ (Mittwoch) berichtete darüber. „Im kommenden Jahr wird die Regelaltersgrenze zum vierten Mal um einen weiteren Monat angehoben“, so der Bericht aus dem Haus von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD).

Weder Beschäftigte noch Arbeitgeber seien durch die Anhebung der Altersgrenze überfordert. „Immer mehr Beschäftigte erleben, dass ihre Erfahrung und ihr Wissen auch im Alter noch gefragt sind.“ Die Erwerbstätigenquote der 60- bis 64-Jährigen sei von 20 Prozent im Jahr 2000 auf fast 50 Prozent gestiegen.

Auch bei jenen, die tatsächlich sozialversicherungspflichtig im Job sind, sei die Quote deutlich nach oben gegangen – auf rund 32 Prozent. Seit dem Jahr 2000 wuchs deren Zahl um rund eine Million auf 1,6 Millionen. Vor allem Großbetriebe stellten sich verstärkt auf den demografischen Wandel ein. Die Potenziale älterer Arbeitnehmer würden zunehmend geschätzt, besonders angesichts drohenden Fachkräftemangels.

Die SPD hatte im Jahr 2012 gefordert, den Einstieg in die Rente mit 67 auszusetzen, bis mindestens die Hälfte der 60- bis 64-jährigen Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist. Die Grünen kritisierten kürzlich, dass zu wenig getan werde, um die Voraussetzungen für die Rente mit 67 zu schaffen.

So hätten ältere Arbeitslose praktisch keine Chance auf einen neuen Job, sagte Rentenexperte Markus Kurth der dpa. „Gerade für gesundheitlich angeschlagene Beschäftigte bleibt die Rente mit 67 vielfach eine Rentenkürzung.“ Die Rente mit 67 soll endgültig 2029 erreicht werden.

Die schrittweise Anhebung der Altersgrenze hat zum Ziel, dass der Rentenbeitrag bis 2020 nicht über 20 Prozent steigt – und dass das Rentenniveau bis 2030 nicht unter 43 Prozent sinkt. Dieses Niveau bezeichnet das Verhältnis der Rente eines Durchschnittsverdieners zum durchschnittlichen Nettoverdienst aller Beschäftigten.

Im Kabinett soll zudem der Rentenversicherungsbericht 2014 beraten werden. Seine Modellrechnungen auf Basis bestimmter wirtschaftlicher Annahmen zeigen, dass die gut 20 Millionen Rentner in den nächsten Jahren mit spürbaren Rentenerhöhungen rechnen können.

Der Bericht geht von einer Rentenanpassung im Westen von 1,57 Prozent im kommenden Jahr aus. Er nennt dann Erhöhungen um 4,51 Prozent für 2016, um 2,44 Prozent für 2017 und um 2,41 Prozent für 2018. Für Ostdeutschland nennt der Bericht mögliche Erhöhungen um 1,71 Prozent fürs kommende Jahr, um 4,62 Prozent für 2016, um 2,53 Prozent für 2017 und um 2,5 Prozent für 2018. Der Rentenbeitragssatz sinkt zum 1. Januar 2015 um 0,2 Punkte auf 18,7 Prozent.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Rente mit 67: Immer mehr Ältere regulär beschäftigt"

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  • immer mehr ältere sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt-aha
    die Frage ist nur wo und zu welchen Bedingungen einige arbeiten wollen oder müssen Frau Nahles, ihre SPD ist verantwortlich für unbegrenzte Leiharbeit oder meinen einige schon alles aus Schröders Chaospolitik vergessen zuhaben?
    Einige wollen nicht lernen oder zugeben siehe u.a. Thüringen

  • "Die Regierung sieht sich bestätigt bei der Anhebung des Rentenalters: Immer mehr Ältere haben einen regulären Job."

    Die Frage ist doch, ob die Älteren arbeiten, weil sie noch können oder ob sie noch arbeiten müssen.

    Wenn man der Logik folgen würde, die hier angewandt wird, dann kommen wir zu dem Schluss, dass Pensionen und Renten eingestellt werden, weil sich dies förderlich auf die Gesundheit der Älteren auswirkt. In Ermangelung eines Einkommens würden dann nämlich alle arbeiten.

    Diese Art der Beweisführung ist ehrabschneidend und dumm von dem, der die Argumentation in dieser Weise führt.

  • ASch sooo, die Begründung ist also, die Alten arbeiten doch sowieso weiter? Das machen die aber nicht, weil ihnen daheim langweilig ist. Es könnte doch auch daran liegen, daß ihnen wie auch uns diese großartige Regierung mehr als 2/3 des Einkommens per Steuern und Abgaben abpresst. Immer mehr müssen mehr als ein Arbeitsverhältnis eingehen, um überhaupt um die Runden zu kommen.

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