Rentenbeitrag
SPD und DGB warnen vor „Beitrags-Jo-Jo“

SPD und DGB sind gegen eine Senkung des Rentenbeitrags. In den kommenden Jahren müsste er dann umso stärker angehoben werden, so die Befürchtung. Vielmehr müssten Reserven für die junge Generation angespart werden.
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BerlinAngesichts neuer Finanzspielräume in der gesetzlichen Rentenversicherung haben SPD und Gewerkschaften vor einer Senkung des Rentenbeitrags gewarnt. „Wenn wir heute den Beitragssatz zu stark senken, müssen wir ihn in einigen Jahren umso stärker anheben“, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Elke Ferner, dem Handelsblatt.

Dies gelte auch für den Bundeszuschuss, der an den Beitragssatz gekoppelt ist. „Die Bundesregierung sollte der Versuchung widerstehen, sich im Bundestagswahljahr durch Senkung des Rentenbeitrags einen schlanken Fuß zu machen“, so Ferner. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fürchtet ein „Beitrags-Jo-Jo“, sollte der Rentenbeitrag deutlicher als geplant sinken.

Der Rentenbeitrag war bereits zu Jahresbeginn von 19,9 auf 19,6 Prozent ermäßigt worden. Inzwischen könnten die Reserven zum Jahresende sogar für eine weitere Senkung auf unter 19 Prozent ausreichen. Angesichts der demografischen Probleme „wäre dies Irrsinn“, sagte dazu DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach: „Das wäre so, als würden die Eichhörnchen ihre Wintervorräte im Herbst verfuttern und darauf hoffen, dass es keinen Winter gibt.“

Eine solche Politik widerspreche auch dem Prinzip der „schwäbischen Hausfrau“, auf das sich die Bundeskanzlerin immer wieder berufe. „Was jetzt nötig ist, ist eine Anhebung der Schwankungsreserven, um die Rentenfinanzen über einen längeren Zeitraum zu stabilisieren“, sagte Ferner.

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DGB fordert Demografiereserve

Kommentare zu " Rentenbeitrag: SPD und DGB warnen vor „Beitrags-Jo-Jo“"

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  • @ pappalapapp,
    es würde genügen die Voraussetzungen einer Besteuerung unter den gleichen Voraussetzungen zu realisieren und die Sozialabgaben in Prozentpunkte für jedes Einkommen einzuführen.
    Aktuell hat jeder Pflichtversicherte mit Einkünften oberhalb der Beitragsbemesungsgrenze und jeder kleinste Selbstständige mehr Intelligenz als jeder Politiker - jedenfalls in Bezug auf die Befähigung zur geforderten Eigenverantwortung.

  • "Vielmehr müssten Reserven für die junge Generation angespart werden." - Eher legt ein Hund einen Wurstvorrat an als dass rotgrün Reserven der Rentenversicherung unangetastet läßt! Den Einstieg in eine kapitalgedeckte Rentenversicherung bekämpften die selben Schwätzer übrigens jahrzehnte lang bis aufs Blut!

  • ... versicherungsfremde Leistungen in Höhe von 660 Milliarden Euro...
    Warum haben die Regierungskreise Angst die Thematik publik zu machen? Offene Worte sind hilfreicher als die Herumeierei zum Vorteil von Bedürftigen und ethnischen Minderheiten und zum Nachteil der Beitragszahler. Wenn Zahlungen erforderlich/vereinbart sind, so muß es die Gesamtheit des deutschen Volkes nach persönlicher Vermögenslage zahlen und nicht halb versteckt, halb verdeckt, in den Töpfen der aktiven und produktiven Rentenbeitragszahler abgezwackt werden! Wie wir sehen, getraut sich die Politelite auch dies nicht anzupacken. Immer auf die Wehrlosen! Das ist der Charakter unserer Zeit. Pfui Deibel.

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