Rentenerhöhung
Die neue S-Klasse

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Was sich die CDU nicht traut, wagt die SPD schon gar nicht. Widerspruch gegen die Rentenerhöhung, die den Alten gibt und den Jungen nimmt, ist in der Sozialdemokratie derzeit nicht opportun. Zu groß ist die Sorge, dass jede Kritik an sozialen Wohltaten für die angeblich Bedürftigen der Linkspartei noch mehr enttäuschte SPD-Wähler zutreiben könnte.

So war abzusehen, dass auch die Jungsozialisten die Rentenerhöhung unterstützen - obwohl die Jusos sich von Amts und Auftrags wegen eigentlich um die Jungen in der SPD kümmern. Die Rentenerhöhung gehe in die richtige Richtung, sagt Juso-Bundesvorsitzende Franziska Drohsel. Wenn der Aufschwung bei den Menschen ankommen solle, müssten auch die Renten entsprechend erhöht werden. "Auch die junge Generation profitiert von einer Stärkung der Binnenkaufkraft durch die Rentenerhöhung", sagt die Juso-Chefin.

Auch Drohsels Amtsvorgängerin Andrea Nahles, inzwischen zur stellvertretenden Parteivorsitzenden der SPD aufgestiegen, will von einem Generationenkonflikt nichts wissen. Die Rentner hätten "in den vergangenen Jahren drei empfindliche Nullrunden und 2007 nur eine marginale Steigerung der Renten hinnehmen müssen", sagt sie. So hätten sie zur Generationengerechtigkeit beigetragen.

Kritische Worte sind auch von den ganz jungen SPD-Abgeordneten nicht zu hören. Carsten Schneider, Jahrgang 1976, hat sich als Haushaltsexperte einen Namen gemacht. Um über die Rente zu reden, findet er allerdings keine Zeit. Auch seine Abgeordnetenkollegin Sabine Bätzing, Jahrgang 1975, will zur Rente lieber schweigen. Generationenkonflikt? Darüber sprechen die Jungen nicht in der SPD.

Nur Rainer Wend, der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD, wagte es, an der Rentenerhöhung zu zweifeln. Das gehe "auf Kosten der Jüngeren", die wegen der demografischen Entwicklung überhaupt keine Chance hätten, ein dem heutigen Rentenniveau vergleichbares Altersgeld zu erreichen, hatte Wend gesagt.

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