Rentenkonzept: SPD will Rente mit 67 aussetzen

Rentenkonzept
SPD will Rente mit 67 aussetzen

Die Sozialdemokraten haben am Samstag in Berlin ihr Rentenkonzept beschlossen. In dem Entwurf fordert die Partei eine Mindestrente von 850 Euro – und eine Aussetzung der einst beschlossenen Rente mit 67.
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BerlinNach fast einjähriger Debatte hat die SPD ein Rentenkonzept verabschiedet, das eine Mindestrente von monatlich 850 Euro für langjährig Versicherte vorsieht. Ein kleiner Parteitag in Berlin billigte das Rentenkonzept am Samstag einstimmig. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen. Die Sitzung des Parteikonvents war nicht öffentlich.

Neben der Mindestrente von 850 Euro soll es eine abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren geben. Die Ost-Renten will die SPD bis 2020 stufenweise an das West-Niveau angleichen. Über das künftige Rentenniveau soll endgültig erst 2020 entschieden werden - doch genau hieran hatte sich der parteiinterne Streit besonders entzündet. Beim Bundesparteitag im Dezember vergangenen Jahres war daher eine Kommission zur Lösung der Rentenfrage eingesetzt worden.

Die SPD-Linke hatte immer wieder kritisiert, dass das bisherige Rentenniveau von knapp 50 Prozent des Nettolohns bis zum Jahr 2030 auf bis zu 43 Prozent absinken kann. Erst ab diesem Wert müsste der Staat eingreifen und ein weitere Abstriche bei der Rente verhindern. Doch ein Beibehalten des Niveaus von 50 Prozent würde mittelfristig einen zweistelligen Milliardenbetrag pro Jahr kosten.

Nach dem Beschluss des kleinen Parteitags soll zudem die Rente mit 67 so lange ausgesetzt werden, bis die Hälfte der älteren Arbeitnehmer beschäftigt ist. Weiter will die SPD die betriebliche Altersversorgung massiv ausbauen.

Schleswig-Holsteins Landeschef Ralf Stegner betonte: „Wir haben nun als einzige Partei ein geschlossenes Rentenkonzept.“ Entscheidend sei, die Ursachen von Altersarmut zu bekämpfen. Daher sei ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn zwingend erforderlich. Die SPD sieht darin die Möglichkeit, dass die Bürger im Erwerbsleben mehr verdienen und dadurch automatisch höhere Renten haben.

Auch die meisten Parteilinken sind nach mehreren Korrekturen am ursprünglichen Konzept von Parteichef Sigmar Gabriel mit dem Ergebnis zufrieden. Die Linke hatte wie die Gewerkschaften eine Klarstellung verlangt, dass die SPD an einem Rentenniveau von etwa 50 Prozent des letzten Einkommens festhalten will. Doch die Partei will sich nach dem Beschluss vom Samstag nun in Ruhe in den nächsten Jahren auf „geeignete Maßnahmen“ verständigen, falls es Abweichungen am geplanten Beitragssatz und am Rentenniveau gebe. Sollte dies der Fall sein, werden gesetzliche Korrekturen bis hin zu einer Änderung an der Rentenformel nicht ausgeschlossen.

Die Generalsekretärin schloss eine gemeinsame Linie mit der schwarz-gelben Koalition aus, da diese keine klare Alternative in der Rentenpolitik habe. Deshalb könne es mit ihr keinen Konsens in dieser Frage geben, erklärte Nahles.

Die geltende Rechtslage erlaubt ein Absinken des Rentenniveaus auf 46 Prozent eines Durchschnittlohns bis zum Jahr 2020 und auf 43 Prozent bis zum Jahr 2030. Der letzte Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung geht für 2020 von einem Niveau von knapp 48 Prozent aus. Finanzieren will die SPD die Leistungen im zweistelligen Milliardenbereich entweder aus Steuermitteln oder durch eine stetige Anhebung der Beiträge bis auf die im Rentenrecht vorgesehene Obergrenze von 22 Prozent.

 

Kommentare zu " Rentenkonzept: SPD will Rente mit 67 aussetzen"

Alle Kommentare
  • Die SPD hat die Rente mit 67 mit beschlossen.
    Die CDU hat 8 Jahre so laufen lassen weil es ja die SPD war.
    Jetzt will die SPD ihre Fehler berichtigen von 2007.
    Mal sehen was mit SPD oder SPD und CDU dabei rauskommt 2013.

  • wer nicht die spd will ,geht vermutlich mit 70 erst in rente ,das ist doch was cdu will ,evtl vorher sterben ,,,

  • Die SPD will die Kindererziehungszeiten gar nicht angleichen.
    Deshalb ist der Artikel in diesem Punkt falsch!!

  • Nur gut das der Bürger diesen ganzen SPD/Grünen-Mist durch seine Wählerstimme verhindern kann.

  • Das geht aber nicht mit den etablierten Parteien. Die sind eh alle gleich.

    Mal sehen, was die Freien Wähler und die "Wahlalternative 2013" können. Hoffentlich enden sie nicht wie die Piraten.

  • "Nach dem Beschluss des kleinen Parteitags soll zudem die Rente mit 67 so lange ausgesetzt werden, bis die Hälfte der älteren Arbeitnehmer beschäftigt ist."
    Mit anderen Worten diese Anzahl älterer Arbeitnehmer blockiert den jungen Arbeitssuchenden die Arbeitsplätze?
    Das nennen die SPD-Schwachköpfe eine Rentenreform.

    Wenn Rentenreform, dann gleich umfassend und gründlich.
    Weg mit Zweiklassensystem aus Pensionen + Renten - Hin zu einer gleichberechtigten Alterssicherung für alle. Nix mit 4 Jahre politisches Amt und tausende EURO Rentenanspruch, sondern Angleichung an Otto-Normal-Beschäftigten-Regel zum Aufbau eines Rentenanspruches. Ansonsten braucht man über ein neues Rentensystem gar nicht diskutieren.

  • SPD will Rente mit 67 aussetzen.
    Kann mir mal einer erklären, wass das viel bringen soll.
    Wenn viele schon mit 60 keine Arbeit mehr bekommen.
    Man muss sich so oder so bis 63 durchhangeln um eine frühstmögliche Rente zu bekommen.
    So kann man die Probleme jedenfalls nicht lösen.

  • Da glaubst Du... wen wälhlst du? Haste ne gute Idee...

    Falls CDUCSUFDPSDPGRÜNE wird sich wohl nichts andern...

    also wen?

  • Ich glaube nicht an den Weihnachtsmann! Wahllügen die nicht bezahlbar sind.

  • Diesem erschreckenden Mittelmaß, das bisher niemals im realen Leben gezeigt hat,daß man sich zum "Führen eignet,
    fällt außer "leistungsloser Umverteilung" nichts ein!
    Dazu liefert die Phrasendreschmaschine die notwendigeIde-
    ologie: Soziale Gerechtigkeit, Gerechtigkeit allgemein, Generationengerechtigkeit, gutes Geld für gute Arbeit, so-
    ziale Teilhabe usw.
    Geplündert wird der leistungstragende Teil der Gesell-
    schaft, der arbeitet, investiert, Verantwortung übernimmt, erfolgreich ist, Kinder bekommt und Alte be-
    treut.
    Viele in der Politik sind kinderlos aber mit unverschäm-
    ten Übergangsgeldern, Krankenkassenleistungen und Pensi-
    onen "gesegnete" Privilegienbesitzer.
    Die wenigen Leistungsträger sind unterbezahlt.
    Daher:
    Weniger Abgeordnete im Bundestag (nicht mehr, wie aktuell
    "droht" wegen der Überhangmandate)!
    Weniger Bundesländer, 6-8 sind genug!
    Haftung der Politik bzw. der Politiker für Fehlverhalten und Geldverschwendung!
    Steuerliche und rentenpolitische Gleichbehandlung wie bei
    Arbeitnehmern bzw. Selbständigen!
    Abschaffung des "Politiker-Biotops" Beamtenstatus!
    Bessere Bezahlung der Leistungsträger nach sichtbaren Leistungskriterien!
    Schaffung der seit 1789 (Französische Revolution) und 1806
    (Preußische Reformen)erstrebten Bürgergesellschaft!

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