Rentenpläne
Von der Leyen beglückt Niedrigverdiener

Geht es nach den Plänen von Ursula von der Leyen, dürfen Niedrigverdiener ihre Renten künftig bis auf maximal 850 Euro aufstocken lassen. Die Riester-Rente gibt es oben drauf, sofern der Arbeitnehmer vorgesorgt hat.
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BerlinWer lange zu Niedriglöhnen gearbeitet hat, soll die Rente künftig bis auf maximal 850 Euro aufgestockt bekommen. Wichtigste Neuerung: Eine Riester- oder Betriebs-Rente soll - entgegen bisherigen Plänen - nicht mit dem Zuschuss verrechnet werden. Dies sieht das Paket gegen Altersarmut vor, das Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) noch einmal neu gepackt hat. Davon könnten vom nächsten Jahr an auch Arbeitnehmer profitieren, die vorzeitig Altersrente beziehen, aber weiter arbeiten möchten: Die Grenze für einen Zuverdienst wird deutlich angehoben.

Nach dpa-Informationen ist davon auszugehen, dass zum Start im kommenden Jahr 50.000 Niedrigverdiener die Zuschussrente erhalten. Bis zum Jahr 2030 soll ihre Zahl auf etwa 1,4 Millionen steigen - deutlich mehr als zunächst geplant. Geringverdiener erhalten die Rente aufgestockt, wenn sie 40 Jahre Mitglied der Rentenversicherung sind und 30 Beschäftigungsjahre vorweisen können.

Dies gilt für eine Übergangszeit, dann erhöhen sich die Hürden. Von 2019 an müssen zudem mindestens fünf Jahre Zahlung in einen Riester-Vertrag hinzukommen. Die Kosten der Zuschussrente sind anfangs mit 90 Millionen Euro kalkuliert, für 2030 mit rund 3,4 Milliarden Euro - finanziert durch einen Mix aus Steuer- und Beitragsmitteln.

Das geänderte Konzept mit der Zuschussrente will von der Leyen an diesem Donnerstag zur Abstimmung an die anderen Ressorts geben. Vorbehalte kamen am Dienstag aber noch aus den Reihen der FDP: Deren Rentenexperte Heinrich Kolb nannte das Paket „für uns noch nicht zustimmungsfähig“. Er kritisierte, im Finanzierungskonzept der Zuschussrente bis 2017 sei eine Milliarde Euro an Beitragsgeldern vorgesehen. Das sei für die FDP nicht akzeptabel. „Wir wollen jeden erreichbaren Spielraum für Beitragssenkungen erhalten“, sagte er.

Zum Paket gehören auch deutlich höhere Hinzuverdienstgrenzen für Frührentner: Wer vor Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze in den Ruhestand geht, darf derzeit nur 400 Euro im Monat hinzuverdienen - was darüber liegt, wird mit dem Altersgeld verrechnet. In Zukunft soll es möglich sein, durch Rente und Arbeitseinkommen unterm Strich so viel zu verdienen wie bis dahin mit dem Gehalt allein.

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  • Hätten wir nicht so viele Niedriglöhner, würde sich so manches Problem ja gar nicht stellen.
    Und hätte der Staat und macht es noch immer, nicht ständig in unsere Rentenkasse gegriffen, wäre genug für alle da.
    Was hier derzeit abläuft, ist DDR-Politik. Der Staat macht alles und hat alles im Griff. Pure Planwirtschaft bis zum völligen Zusammenbruch
    Denn alles was verteitl wird, muß ja von irgendwem erst mal erarbeitet werden
    Oder fallen die Euros plötzlich vom Himmel?
    Ich wrd mal nachsehen und dann auch ein paar aufheben

  • Hallo Simplizissimus...Das wäre super. Ich habe eine Frau und 4 Kinder. 6 x bedingungsloses Grundeinkommen, einen Wohnsitz in einer preiswerten Region Deutschlands das lässt sich auch mit einem qualifiziertem Beruf schwer toppen. Ich würde nach Deutschland zurückkehren und mich meinen Hobbies widmen.

    Ich habe im Nahen Osten gelebt wo manche Staaten der heimischen Bevölkerung ein quasi arbeitsfreies Grundeinkommen gewähren. Allerdings macht dieses die Bevölkerung nicht gerade arbeitssüchtig und so holt man rechtlose Gastarbeiter aus Asien um die Arbeit zu machen. Haben Sie grosse Oelvorkommen in Deutschland entdeckt um dies zu finanzieren?

    Vandale

  • Warum nicht gleich das bedingungslose Grundeinkommen für jeden Bürger und jedes Kind? Dann kann man das Sozialamt, das Arbeitsamt, die Rentenversicherungsanstalt komplett einsparen, lässt alles durch das Finanzamt zusammen mit der Steuer gerecht umsetzen und spart dadurch Milliarden unnütze interne Ausgaben ein. Ist da jemand an einem simplen System interessiert?

    Und Schritt zwei ist die Abschaffung der Mehrwertsteuer und deren Ersatz durch eine Finanztransaktionssteuer, die jeder zahlt, auch Unternehmen. Ein KISS Konzept der Verwaltung!

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