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Rentenversicherung: Rente bringt immer weniger Rendite

Erhalten auch künftige Generationen im Ruhestand mehr Geld aus der Rentenkasse zurück, als sie eingezahlt haben? Die Experten sind uneins, wie sich die demographischen Entwicklung auf das Rentensystem auswirken wird. Eines steht zumindest fest: Versicherte müssen sich auf deutlich sinkende Renditen ihrer Beiträge einstellen.

In Zukunft weniger Renditen. Foto: dpa Quelle: dpa
In Zukunft weniger Renditen. Foto: dpa Quelle: dpa

BERLIN. Die Mitglieder der gesetzlichen Rentenversicherung werden auch in Zukunft nominal mehr herausbekommen, als sie eingezahlt haben. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Prognoserechnung der Deutschen Rentenversicherung (DRV). „Die Gefahr einer Negativrendite sehe ich nicht“, sagte DRV-Bereichsleiter Reinhold Thiede. Er widersprach damit ausdrücklich dem Freiburger Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen und dem Bonner Ökonomen Meinhard Miegel, die seit längerem vor einem Verlustgeschäft bei der Rente warnen.

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Nach den Berechnungen der DRV kann ein 65-jähriger lediger Mann, der heute in Rente geht, mit einer Rendite von 3,5 Prozent auf seine gesamten Beiträge rechnen (siehe Grafik). Ein heute 41-Jähriger, der 2030 in den Ruhestand wechselt, würde 2,8 Prozent erzielen. Bei Frauen liegen die Werte wegen der höheren Lebenserwartung etwas höher. Die geplante Anhebung des gesetzlichen Rentenalters auf 67 Jahre würde laut Thiede die Rendite um 0,2 bis 0,3 Punkte schmälern.

Die von den Rentenkassen genannten Werte insbesondere für die nächsten 20 oder 30 Jahre weichen allerdings deutlich von anderen Renditeberechnungen ab. So warnt etwa Miegel, dessen Institut für Wirtschaft und Gesellschaft (IWG) für das von privaten Finanzdienstleistern unterstützte Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) eine Studie erstellt hat, Männer des Jahrgangs 1960 müssten sich mit einer mageren Rendite von 0,52 Prozent zufrieden geben. Wer nach 1970 geboren sei, werde „voraussichtlich weniger herausbekommen, als er eingezahlt hat“, so der IWG-Chef.

Die Unterschiede resultieren aus unterschiedlichen ökonomischen Zukunftsannahmen und differierenden methodischen Ansätzen. So nennt Miegel die preisbereinigte Verzinsung. Dies lehnen die Rentenkassen, die alleine die nominalen Barwerte der Einzahlungen mit denen der Auszahlungen vergleichen, ab. „Kein Mensch erfährt von der Bank einen realen Zinssatz“, argumentierte Thiede. Umstritten ist auch, ob der milliardenschwere Bundeszuschuss bei den Einzahlungen berücksichtigt werden muss. Dies lehnen die Rentenkassen ab, weil die Steuergelder gezielt zur Finanzierung so genannter versicherungsfremder Leistungen wie etwa Kindererziehungszeiten verwandt werden. Auch diese Leistungen würden schließlich bei der Renditeberechnung nicht berücksichtigt, so Thiede.

Hingegen bezieht das IWG ab 2020 den Bundeszuschuss mit ein. Dadurch werden die Renditen für die nach 1990 Geborenen deutlich nach unten gedrückt. Zudem unterstellt das IWG eine schwächere Wirtschaftsentwicklung als die Rentenkassen, die mit den offiziellen Werten der Bundesregierung operieren.

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