Deutschland

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Rentenversicherungsbericht: Mehr Geld für Rentner

Rentner können im kommenden Jahr mit zwei Prozent mehr Geld rechnen. Die Regierung geht davon aus, dass sowohl im Westen als auch im Osten die Renten steigen. Doch das hängt auch von anderen Faktoren ab.

Die tatsächliche Rentenanpassung wird erst im März festgelegt. Quelle: dpa
Die tatsächliche Rentenanpassung wird erst im März festgelegt. Quelle: dpa

BerlinDie rund 20 Millionen Rentner in Deutschland können nach ersten Berechnungen der Bundesregierung 2014 mit gut zwei Prozent mehr Geld rechnen. Dies geht aus dem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Rentenversicherungsbericht hervor, der in der kommenden Woche vom Kabinett verabschiedet werden soll. Demnach geht die Bundesregierung davon aus, dass die Renten zum 01. Juli 2014 im Westen Deutschlands um 2,13 Prozent und im Osten um 2,25 Prozent steigen könnten. Für die Koalitionsverhandlungen von Union und SPD dürfte eine Rolle spielen, dass die Ost-West-Angleichung nur sehr langsam vorankommt.

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Der Rentenversicherungsbericht wird jedes Jahr von der Bundesregierung vorgelegt. Die Berechnungen zur Rentenanhebung 2014 sind nur vorläufig. Festgelegt wird die Höhe im März. Entscheidend dafür ist, wie stark die Löhne in diesem Jahr steigen. Zum 1. Juli 2013 waren die Renten im Westen um 0,25 Prozent und im Osten um 3,29 Prozent angehoben worden.

Die Rezepte der Parteien gegen Altersarmut

  • Gemeinsames Ziel

    Im Ziel sind sich alle einig: Die Geringverdiener von heute sollen nicht die armen Rentner von morgen sein. In ihren Rezepten gegen die Altersarmut unterscheiden sich die Parteien aber. Der Vorstoß von Sozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat einen Wettstreit unterschiedlicher Konzepte ausgelöst.

  • CDU, CSU

    In der Union läuft die Diskussion über Maßnahmen im Kampf gegen die Altersarmut noch. Offen ist bislang, ob CDU und CSU die Pläne von der Leyens für eine Zuschussrente überhaupt akzeptiert. Sie will die Renten von Geringverdienern auf 850 Euro aufstocken lassen; finanziert werden soll dies aus Rentenbeiträgen. Die Hürden für den Erhalt der Zuschussrente sind hoch: Voraussetzung sind ab dem Jahr 2023 dann 35 Beitragsjahre sowie 45 „Versicherungsjahre“, zu denen auch Ausbildung oder Arbeitslosigkeit gehören. Weitere Voraussetzung ist, dass der Empfänger bereits im Erwerbsleben private Zusatzvorsorge betrieben hat. Einkünfte daraus sollen nicht wie bisher bei der Grundversicherung wieder abgezogen werden.

  • SPD

    Auch die SPD will kleine Renten auf 850 Euro aufstocken. Finanziert werden soll dies aber aus Steuermitteln. Die Partei setzt außerdem auf einen massiven Ausbau der Betriebsrenten, der sich in erhöhten Beitragszahlungen bemerkbar machen würde: Jeder Arbeitnehmer soll zwei Prozent des Bruttolohns zur Betriebsrente einzahlen - es sei denn, er widerspricht. Voraussetzung für die Mindestrente sind 30 Beitrags- und 40 Versicherungsjahre. Eine private Zusatzvorsorge ist nicht Bedingung. Wer die Rente auf 850 Euro aufgestockt bekommt, darf - anders als bei von der Leyen - keine anderen Einkünfte beziehen.

  • FDP

    Die FDP lehnt eine beitragsfinanzierte Zuschussrente ab und bewertet auch steuerfinanzierte Modelle sehr skeptisch. Die Liberalen setzen vor allem auf Prävention und wollen die private Vorsorge und die Betriebsrenten stärken. Bei der Grundsicherung wollen sie Freibeträge für private und betriebliche Vorsorge einführen: Der Freibetrag soll bei mindestens 100 Euro liegen. Außerdem will die FDP das Renteneintrittsalter flexibel gestalten.

  • Grüne

    Die Grünen wollen jedem Bürger eine Garantierente zusichern, damit sie nicht auf die Grundsicherung angewiesen sind. Sie soll laut Fraktionschef Jürgen Trittin jedem zustehen, der 33 Jahre lang dem Arbeitsmarkt zur Verfügung gestanden hat. Diese Garantierente soll leicht über der bisherigen Grundsicherung liegen. Die Bedingungen für diese Garantierente sollen weniger rigide sein als bei von der Leyen geplant.

  • Linkspartei

    Die Linke setzt sich für eine Mindestrente ein, die mindestens 1000 Euro betragen soll. Um die Finanzierung zu gewährleisten, sollen anders als bislang auch Freiberufler, Beamte und Politiker in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.

Die Angleichung des Rentenwertes im Osten an den Westen kommt auf Grundlage der Annahmen in dem Regierungsbericht in den kommenden Jahren kaum voran. Derzeit ist ein Rentenpunkt - ein Durchschnittsverdiener erwirbt in 45 Arbeitsjahren 45 Rentenpunkte - im Osten 25,74 Euro wert und im Westen 28,14 Euro. Das sind 91,5 Prozent des West-Wertes. Wenn die Rentenerhöhung nicht anders ausfällt als derzeit angenommen, stiege dieser Wert 2014 auf 91,6 Prozent und würde 91,9 Prozent im Jahr 2017 erreichen. In den Koalitionsverhandlungen dringt die SPD auf einen Einstieg in eine rasche Angleichung.

Die in den Koalitionsverhandlungen diskutierten neuen Ausgabenvorhaben der Rentenversicherung wie auch der voraussichtliche Verzicht auf eine Beitragssenkung im kommenden Jahr haben noch keinen Einfluss auf die Rentenerhöhung 2014. Dem Bericht zufolge müsste der Beitragssatz für 2014 auf 18,3 von 18,9 Prozent gesenkt werden, da die Rücklagen der Rentenkasse Ende 2013 voraussichtlich ein Rekordhoch von 31 Milliarden Euro erreichen. In den Koalitionsverhandlungen wird aber erwogen, darauf zu verzichten, um Ausgaben für eine höhere Mütterrente, höhere Erwerbsminderungsrenten und eine Aufstockung der Renten von Geringverdienern zu finanzieren.

  • 14.11.2013, 10:28 UhrDINO

    Macht endlich ein seriöse RENTEN - REFORM die den Namen verdient, damit der Eingriff aus der Politik/Parlament aufhört !

    Schluss mit der Willkür irgendeiner Partei/Politiker !

    Hört auf, den Rentnern, auch die zukünftigen, die Lebensqualität zu entziehen !

    Diese Reform ist seit mehr als 30 Jahren überfällig !

  • 13.11.2013, 20:48 UhrMichel

    Auch an anderer Stelle ist die Erhöhung der Rente ein Nullsummenspiel, wegen der Infaltion und der regelmäßigen Erhöhung der Pflegeheimsätze sowieso, dieses Geld fließt sofort wieder in andere Taschen, nix dagegen einzuwenden,
    bei den niedrigen Löhen dort.
    Aber eine Erhöhung der Renten bewirkt auch, daß höhere Renten über die Versteuerungsgrenze kommen, und niedere Renten,
    daß diese Rentner weniger Sozialhilfe bekommen. Die mittleren Renten sind die einzigen, die etwas Inflationsausgleich erhalten.
    Schlimm ist aber außerdem, daß die Medien auf der Rentenerhöhung herumhacken, ohne ehrliche Kommentare abzugeben, für die, die keine Lust zum Nachdenken haben.
    Ebenso ist es für alte Menschen schon immer eine Lebensqualität gewesen, und nicht nur das, daß sie den Enkeln oder sonstwem Geld zuschieben konnten. Das hielt ja die Welt auch ein bischen zusammen. Heutzutage wird es von irgendwelchen uninteressierten Behörden verteilt, und landet oft an falscher Stelle. Na ja, und nur nebenbei,
    die Enkel brauchen trotzdem Taschengeld, und das reichlich.
    Jetzt holen sie es sich gegenseitig von ihren Großeltern,
    mit Gewalt. Ist zwar weit hergeholt, aber es passiert.

  • 13.11.2013, 20:44 UhrSayTheTruth

    "Merkel lehnt Volksentscheide auf Bundesebene ab"

    Das war zu erwarten, das gegenseitige Misstrauen zwischen Volk und Frau Merkel ist zu gross.

    https://www.campact.de/volksentscheid/appell/spenden-faz/?utm_campaign=%2Fvolksentscheid%2F&utm_term=Jetzt+f%26uuml%3Br+die+Anzeige+spenden...&utm_content=random-b&utm_source=%2Fvolksentscheid%2Fappell%2F&utm_medium=Email

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