Reparationszahlungen an Griechenland
Athen kann auf Entschädigung für Nazi-Gräueltaten hoffen

Athen ruft nach Reparationen, Berlin blockt noch ab: Doch Politiker von SPD und Grünen drängen darauf, Griechenland für die Folgen der Nazi-Besatzung zu entschädigen. Gerät die Regierung ins Wanken?
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HamburgEntgegen der Haltung der Bundesregierung in der Reparationsfrage mehren sich die Stimmen, die eine Entschädigung Griechenlands für die Folgen der Nazi-Besatzung fordern. „Politisch ist der Fall aus meiner Sicht eindeutig: Wir sollten auf die Opfer und deren Angehörige finanziell zugehen“, sagte die Vorsitzende der SPD-Grundwertekommission, Gesine Schwan, „Spiegel Online“.

„Es geht darum anzuerkennen, dass wir in Griechenland schlimmes Unrecht begangen haben“, sagte die zweimalige Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten. Die Bundesregierung sieht die Reparationsforderungen Griechenland als erledigt an.

„Wir sollten die Frage der Entschädigungen nicht mit der aktuellen Debatte über die Euro-Krise verknüpfen. Aber unabhängig davon bin ich der Meinung, dass wir die Entschädigungsdiskussion führen müssen“, sagte SPD-Vize Ralf Stegner dem Nachrichtenportal. Das gehöre zum Umgang „mit unserer eigenen Geschichte“.

Auch der Grünen-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter ist der Ansicht, Deutschland könne die Forderungen Griechenlands nicht einfach vom Tisch wischen. „Weder moralisch noch juristisch ist dieses Kapitel eindeutig abgeschlossen“, sagte er „Spiegel Online“. Die Bundesregierung wäre „gut beraten, mit Griechenland Gespräche über die Aufarbeitung der deutschen Verbrechen in Griechenland und eine gütliche Lösung zu suchen“.

Zuvor hatte bereits Linken-Parteichef Bernd Riexinger die Bundesregierung aufgerufen, auf Griechenlands Forderungen nach Reparationszahlungen einzugehen.

Die neue griechische Regierung hatte in den vergangenen Tagen erneut die seit langem bestehende Forderung nach deutschen Reparationen für deutsche Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg aufgebracht und sogar mit der Pfändung deutscher Immobilien gedroht. Die Bundesregierung lehnt Reparationszahlungen ab, sie betrachtet die Angelegenheit als rechtlich abschließend geregelt.

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afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Reparationszahlungen an Griechenland: Athen kann auf Entschädigung für Nazi-Gräueltaten hoffen"

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  • Ich glaube nicht, daß Sie so wichtig sind, als dass man sich über Sie große Gedanken zu machen bräuchte. Da scheint wohl eher der Wunsch Vater Ihrer wirren Gedanken zu sein.
    Ein Wichtigtuer und Egomane, der gerne von sich Reden macht und überall seine „Möchtegernintellektuellen Gedankenspiele“ mit vermeintlich, wie Sie meinen, fachlich indiskutablen Chaoten austrägt. Bleiben Sie am Besten da, wo Sie niemanden belästigen
    und nerven können

  • "Name"

    Haben Sie sich denn nie gefragt, ob denn "Verschleierung der Identität" eine Absicht gewesen sein kann, ohne den Schreibstil zu ändern? Ich kann Ihnen aber versichern, dass es dafür eine wirklich sinnvolle und einleuchtende Erklärung geben kann, wenn man dies tut.

  • "Forumstroll"

    Also so heftig monoton wie Sie unterwegs sind, das kann glaube ich niemand toppen. ;) Es hat mir trotzdem mit Ihnen Spaß gemacht - Ihren Edi Haas täglich durchzuziehen, ist wirklich eine Leistung.

    Ich muss Sie aber enttäuschen: Ich bin wirklich kein Troll - aber ich provoziere manchmal. Ab morgen sind Sie mich los, dann haben Sie das Forum wieder für sich allein. Ich habe gemerkt, dass eine fachliche Diskussion hier leider nur schwer möglich ist - dafür ist das ganze viel zu chaotisch (geworden). Mitlesen werde ich natürlich weiterhin - ich glaube aber nicht, dass ich so schnell wiederkommen kann. Viel Erfolg!

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