Report
Familienunternehmer gehen in Wahloffensive

Selten war ein Wahlkampf so träge. Selten wurde so wenig gestritten. Jetzt gehen Familienunternehmer in die Offensive. Sie wollen wissen: Wohin führt ihr uns? Wie sie versuchen, trägen Politikern klare Aussagen zu entlocken. Ein Report.

BERLIN. Jürgen Trittin tritt als erster Politiker zum Duell an. Auf der Bühne wartet schon sein Gegner: Axel Bree, Chef des Taschenherstellers Bree. Der Kampf kann beginnen.

Politiker gegen Familienunternehmer. Ein Kampf in vier Runden steht an, à 20 Minuten. Vier Themen: Bildung, Arbeit, Steuern und Haushalt.

Zum ersten Mal haben der Verband der deutschen Familienunternehmer (ASU) und das Institut der deutschen Wirtschaft zu einer solchen Wahlkampfveranstaltung eingeladen. Die Arena stand gestern in der Berliner Friedrichstraße, beim Deutschen Beamtenbund.

Selten war ein Wahlkampf so träge. Selten wurde so wenig gestritten. Viele Politiker reihen in ihren Reden Versatzstücke aus demselben Baukasten aneinander, aus dem sich auch die Kanzlerin bedient. Wer es konkret haben möchte, wird enttäuscht.

Das soll hier anders sein. In Rededuellen wollen die Unternehmer eindeutige Antworten auf ihre Fragen, klare Lösungsansätze für die Probleme des Landes. Hinten an der Wand des Veranstaltungssaals hängt ein Plakat: „Man kann an die nächste Wahl denken. Oder an die nächste Generation.“

Hohe Schulden hier, Rentengarantie da – wer soll das bezahlen? Wie viel Wachstum wollen Sie für unser Land? Wie soll das gehen? Diese Fragen soll nicht nur Jürgen Trittin, Spitzenkandidat der Grünen, beantworten, sondern auch Peter Ramsauer (CSU), Frank Schäffler (FDP) und Harald Christ (SPD).

Es soll schnell gehen, kurze Frage, knappe Antwort. Doch bald steht fest: Das lässt ein Politiker nicht mit sich machen.

Trittin soll über Bildung reden. Er schaut in die Reihen, sieht mehr als 100 Unternehmer und erzählt ungefragt, dass im Wahlprogramm der Grünen dreimal so oft der Begriff Arbeit vorkommt wie Umwelt. „Grün steht für die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft durch Investitionen in Ressourceneffizienz“, sagt er. Seine Partei wolle die Beiträge zur Sozialversicherung senken, die Schwarzarbeit eindämmen und „massiv in Bildung investieren“.

Seite 1:

Familienunternehmer gehen in Wahloffensive

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%