Repräsentative Umfrage: Manager sehen Koalition auf richtigem Weg

Repräsentative Umfrage
Manager sehen Koalition auf richtigem Weg

Deutschlands Top-Manager sind mit den ersten 100 Tagen der großen Koalition mehrheitlich zufrieden.

DÜSSELDORF. Die große Koalition sei „weitgehend auf dem richtigen Weg“, so das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstitutes Psephos unter mehr als 800 Spitzenmanagern in Deutschland für das Handelsblatt (Mittwochsausgabe) und die Unternehmensberatung Droege & Comp.

Zu verdanken hat die schwarz-rote Regierungsmannschaft ihr gutes Image offenbar vor allem Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die CDU-Chefin schneidet in der Gunst der Führungskräfte mit Abstand am besten ab.

Für „völlig richtig“ oder „völlig falsch“ hält keiner aus den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft die ersten Amtshandlungen der Bundesregierung aus Union und SPD. 86 Prozent der Befragten beurteilen den Start der großen Koalition als weitgehend gelungen; nur elf Prozent halten den eingeschlagenen Weg für „eher falsch“. Trotz dieser klaren Aussage sind die Top-Manager geteilter Meinung darüber, ob die neue Bundesregierung im Vergleich zu ihrer rot-grünen Vorgängerregierung bei einer weitgehend gleichen Politik nur einen anderen Stil pflegt oder tatsächlich eine andere Politik macht: Die Hälfte der Befragten meint, die große Koalition setze lediglich die alte Politik in neuer Verpackung fort, die andere Hälfte findet, sie mache veränderte Politik.

Eine der ersten angekündigten Maßnahmen der großen Koalition, die geplante Mehrwertsteuererhöhung 2007, stößt bei den Managern auf breite Zustimmung: Nur 20 Prozent meinen, die Regierung sollte „ganz verzichten“. Allerdings ist nur ein Fünftel der Befragten damit einverstanden, wie die Regierung die Steuereinnahmen verwenden will – zur teilweisen Senkung der Arbeitslosenversicherungsbeiträge und der Sanierung des Haushalts. 36 Prozent wollen mit den Mehreinnahmen nur das Haushaltsdefizit verringern, 23 Prozent ausschließlich die Arbeitslosenversicherung senken.

In der Rentenpolitik attestieren die Manager der Regierung zwar, Fortschritte gemacht zu haben. Skeptisch sind die Befragten aber, ob die vorgezogene Heraufsetzung des gesetzlichen Renteneintrittalters auf 67 Jahre bis 2029 ausreicht, um die künftigen Finanzierungsprobleme der Rentenversicherung zu lösen. Das reicht, meinen nur neun Prozent.

Überzeugt hat die Regierung die Topetage der deutschen Wirtschaft bislang vor allem mit ihrer Finanz- und Haushaltspolitik. Nach Ansicht von 62 Prozent der Befragten hat die große Koalition in diesem Politikbereich in den ersten hundert Amtstagen die größten Fortschritte gemacht. Deutlich weniger Fortschritte erkennen die Manager in der Arbeitsmarktpolitik: Nicht einmal ein Drittel (28 Prozent) ist der Meinung, die Bundesregierung habe in den ersten Amtstagen in diesem Bereich gepunktet.

Offenbar hängt das Urteil der Manager über die einzelnen Politikbereiche eng damit zusammen, wie sie die Minister der jeweiligen Fachressorts einschätzen. Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) schneidet auf einer Skala von eins (sehr gut) bis fünf (sehr schlecht) mit 2,8 besser ab als Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) und als Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) – die Leistungen beider beurteilen sie mit 3,2.

Deutlich günstiger als die Mitglieder ihres Kabinetts schneidet Bundeskanzlerin Angela Merkel ab. Die Spitzenkräfte der deutschen Wirtschaft geben ihr im Durchschnitt die Note 2,3. Das ist zwar etwas schlechter als noch im Januar (2,1) – der Vormonatswert war allerdings der beste, mit dem die regelmäßig befragten Manager seit Erhebungsbeginn der Handelsblatt-Umfrage, Anfang 1999, jemals einen Spitzenpolitiker beurteilt hatten. So bewerteten sie Angela Merkels Amtsvorgänger Gerhard Schröder nie besser als mit 2,6.

Von der bisherigen Arbeit der neuen Regierung unter Merkel hat das internationale Ansehen Deutschlands nach Ansicht der vom Psephos-Institut befragten Spitzenmanager besonders profitiert: Insgesamt 91 Prozent der Befragten sind der Meinung, die außenpolitische Stellung der größten Volkswirtschaft Europas habe sich unter der neuen Kanzlerin verbessert – 35 Prozent meinen sogar „deutlich“. Mit 48 Prozent haben diesen Eindruck überdurchschnittlich viele Spitzenmanager von Großunternehmen mit mehr als 5000 Beschäftigten.

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