Restlaufzeiten
Meinungsmacher trommeln vor Atom-Abstimmung

In den letzten Stunden vor der Bundestagsentscheidung über Kernkraftwerkslaufzeiten machen die Interessengruppen noch einmal kräftig Stimmung. Industrievertreter betonen die Umweltfreundlichkeit der Atomenergie, die Grünen präsentieren eine Gegenstudie.
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HB BERLIN. Der Chef des drittgrößten Energieversorgers EnBW, Hans-Peter Villis, sieht die Atomkraft als Wegbereiter für den Übergang zu erneuerbaren Energien. "In Deutschland brauchen wir noch Zeit, um die erneuerbaren Energien in die Wirtschaftlichkeit zu bringen", sagte Villis der Deutschen Presse-Agentur vor der Bundestagsentscheidung über die längeren Atomlaufzeiten. "Hierfür benötigen wir unter anderem die Kernkraft." "Zudem helfen die in der Erzeugung praktisch CO2-freien Kernkraftwerke bei der Erreichung der nationalen Klimaziele", betonte Villis.

Der Bundestag will noch am Donnerstag über die Laufzeitverlängerung für die 17 deutschen Atomkraftwerke entscheiden. Begleitet von massiver Kritik der Opposition wollen Union und FDP die Betriebszeit der vor 1980 gebauten sieben Anlagen um acht Jahre verlängern, die der zehn übrigen Akw um 14 Jahre.

Die Grünen als entschiedene Gegner des neuen Gesetzes präsentierten nur wenige Studen vor Beginn der Bundestagssitzung ein neues Gutachten, das die Position der Bundesregierung in ein schlechtes Licht rücken soll. Entgegen ihrer Ankündigungen schaffe die schwarz- gelbe Koalition einem Gutachten zufolge weniger Sicherheit bei den 17 deutschen Atomkraftwerken, heißt es darin.

Von den ursprünglich vorgesehenen 50 Milliarden Euro für das Nachrüstungsprogramm sei nach dem Vertrag der Bundesregierung mit den Energieversorgungsunternehmen nur eine halbe Milliarde für jede Anlage übrig geblieben, heißt es in dem Gutachten für die Grünen-Fraktion, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Das Gutachten wurde vom langjährigen Abteilungsleiter für Reaktorsicherheit im Umweltministerium, Wolfgang Renneberg, erstellt.

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