
MainzDie designierte rheinland-pfälzische SPD-Ministerpräsidentin Malu Dreyer will auf die CDU-Opposition zugehen. „Ich nehme Opposition wirklich ernst. Es ist für mich selbstverständlich, auch ihre Argumente zu hören und zu gewichten“, sagte die 51-Jährige der Nachrichtenagentur dpa in Mainz. „Ich gehe davon aus, dass wir einen gemeinsamen Stil finden, bei dem es um den sachlichen Austausch von Argumenten geht.“ Sie werde dazu tun, was sie könne, und erhoffe sich das auch von der CDU-Landtagsfraktion und deren Vorsitzenden Julia Klöckner (39).
Dreyer will sich im Januar 2013 vom Parlament zur Regierungschefin wählen lassen. Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) hatte wegen Problemen mit der Bauchspeicheldrüse seinen Rückzug angekündigt und die bisherige Sozialministerin als Nachfolgerin vorgeschlagen. Dreyer ist an Multipler Sklerose erkrankt, fühlt sich aber nach eigenen Worten gesund.
Klöckner hatte oft das „System Beck“ mit angeblicher Vetternwirtschaft und Vertuschung kritisiert - und die Pleite des Nürburgrings ins Zentrum gerückt. Dreyer war jedoch fachlich nicht dafür zuständig. Allerdings gehört sie schon seit zehn Jahren dem Kabinett Beck an.
„Es ist schön, dass nach der Ära Kurt Beck in Rheinland-Pfalz jetzt eine Frau Ministerpräsidentin wird“, sagte Dreyer. „Meine künftige Stellvertreterin Eveline Lemke (grüne Wirtschaftsministerin) ist ja auch eine Frau. Ich glaube, zwei Frauen an der Spitze der Landesregierung verkörpern dann schon einen anderen Politikstil als ein Mann und eine Frau oder zwei Männer in diesen Ämtern.“