Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann
Von der Leyen will Schadenersatz von Rüstungsfirmen

Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr prüft die Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen gegen Rüstungsfirmen. Der Grund: Verzögerungen und Mehrkosten beim Schützenpanzer Puma.
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BerlinVerteidigungsministerin Ursula von der Leyen verschärft die Gangart im Umgang mit der Rüstungsindustrie. Wie aus einem vertraulichen Bericht des Ministeriums hervorgeht, prüft das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr die „Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen“ gegen Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann (KMW) wegen Verzögerungen und Mehrkosten beim Schützenpanzer Puma.

Bis Mai solle entschieden werden, ob und in welcher Höhe Ansprüche geltend gemacht würden, heißt es in dem Bericht des sogenannten Rüstungsboards an den Bundestag, der dem Handelsblatt (Mittwochausgabe) vorliegt.

Das Ministerium bestätigte die Überlegungen: KMW und Rheinmetall trügen Verantwortung für die jüngsten Verzögerungen beim Puma, die durch Reibungsverluste innerhalb des Konsortiums mitverursacht worden seien, sagte von der Leyens Sprecher. „Als mit Abstand wichtigster Referenzkunde der Firmen ist die Bundeswehr irritiert über die bislang wenig vertrauensfördernde Verhandlungsführung der Industrie in dieser schwierigen Frage.“

Die Verzögerungen beim Puma summieren sich laut Bericht inzwischen auf 53 Monate, die Kosten stiegen von zwei auf 4,4 Milliarden Euro. Die Techniker der Bundeswehr sind zudem bislang nicht mit der Qualität der Fahrzeuge einverstanden: Die eigentlich Ende Juli 2014 endende Frist für die Mängelbeseitigung musste deshalb bis Ende September 2015 verlängert werden. Die Juristen prüfen nun, ob sie für dadurch entstandene Mehrkosten Schadenersatz einfordern können.

Till Hoppe
Till Hoppe
Handelsblatt / Europa - Korrespondent in Brüssel

Kommentare zu " Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann: Von der Leyen will Schadenersatz von Rüstungsfirmen"

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  • Ich habe als Unternehmensberater auch in der Rüstungsindustrie gearbeitet.... Diese Probleme wie zu lange Entwicklung, zu hohe Kosten, etc haben ihre Ursache meistens in der unpräzisen Vertragsgestaltung und in permanenten Zusatzforderungen an das Rüstungsgut - auch nach Vertragsabschluss. Oder wie erklärt es sich, dass bei den Franzosen der neue hubschraubertyp problemfrei fliegt und eingesetzt wird, die nachgebesserte Version der Bundeswehr aber immer noch nicht einsatzfähig ist? Die Politik der Eierlegenden Wollmilchsau ist nun mal teuer - und wenn man nicht weiß, für was die BW zuständig sein soll, und dann die zu beschaffende Waffen immer den neuesten politischen Denkspielchen anpasst- nach Vertragsabschluss - ja dann wird das teurer und kommt halt später. Das ist natürlich nicht immer so. Manchmal kauft man auch nur Scheiß, weil man was Neues braucht und nimmt was der dt Markt bietet. Beispiel der G§ Nachfolger.

  • Far v.d.L.versteht was von kinderkriegen

    aber Entwicklung ind Herstellung von Waffensystemen dürfte etwas komplizierter
    sein.
    Dagegen stehen Schadenersatzforderungen für die unsinnige Sanktionspolitik,
    Stubenarrest.


  • Gut so, aber auch durchziehen, wenn die Chance besteht! Die Rüstungsfirmen in D und der EU müssen lernen, dass die BW kein Selbstbedienungsladen ist.
    Es ist wichtig die BW schlagkräftiger und effizienter zu machen und natürlich auch Kosten zu senken wo es Sinn macht.

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