Riester-Reform
Betriebsrenten entwickeln neue Zugkraft

Immer mehr Arbeitnehmer wandeln Lohn in Rentenansprüche um. Die Bundesregierung verbucht das als Erfolg.

sm BERLIN. Die Zahl der Arbeitnehmer, die Anprüche auf eine betriebliche Zusatzversorgung im Alter haben, nimmt zu. Die Bundesregierung sieht darin einen Erfolg der Rentenreform 2001 des damalige Bundesarbeitsministers Walter Riester (SPD). Danach können Arbeitnehmer Lohnanteile abgabenfrei in Anwartschaften auf betriebliche Zusatzrenten anlegen.

Eine vom Sozialministerium in Auftrag gegebene Studie von Infratest Sozialforschung München ergab, dass Ende März 2003 knapp zehn Millionen Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft Ansprüche auf zusätzliche Betriebsrenten hatten. Seit Inkrafttreten der Riester-Reform Anfang 2002 wurden nach Angaben des Ministeriums 1,4 Mill. Verträge, die Entgeltumwandlungen zugunsten einer Betriebsrente vorsehen, abgeschlossen. Da bereits vorher tarifliche Zusatzversorgungen vereinbart worden seien, sei der Anteil der Arbeitnehmer mit Betriebsrentenansprüchen von 29 % im April 2001 auf 42 % Ende März 2003 gestiegen.

Besonders kräftig wurden Betriebsrentenansprüche in Branchen ausgeweitet, in denen tarifvertraglich obligatorische Zusatzrenten oder Zulagen der Arbeitgeber vereinbart wurden. So stieg im Gastgewerbe der Anteil der Anspruchsberechtigen von 13 % auf 22 %, in der Produktionsgüterindustrie von 39 % auf 54 % und bei Nahrungs- und Genussmitteln von 28 % auf 54 % der Beschäftigten.

Bei den neuen Pensionsfonds haben nach der Umfrage bis März rund 290 000 Arbeitnehmer Anwartschaften aufgebaut, obwohl die meisten Fonds erst Ende 2002 den Betrieb aufgenommen haben. Die Zahl der bei den Pensionskassen Versicherten habe sich von 770 000 auf 1,7 Millionen mehr als verdoppelt, berichtete das Sozialministerium. Durchschnittlich würden 700 Euro im Jahr angelegt. Während in der Vergangenheit die meisten Betriebsrenten ausschließlich von den Arbeitgebern dotiert wurden, zahlen nach der Riester-Reform zunehmend die Arbeitnehmer Beiträge in ihre betriebliche Zusatzvorsorge.

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