Riester-Rente könnte Pflichtversicherung werden
Müntefering will Rente ab 67 schon früher als geplant

Bundesarbeitsminister Franz Müntefering hat sich dafür ausgesprochen, das Rentenalter schneller heraufsetzen als bislang vorgesehen.

HB BERLIN. Im Magazin „Focus“ plädierte der SPD-Politiker dafür, die Rente ab 67 bereits zum Jahr 2023 oder 2029 umzusetzen. Im Koalitionsvertrag von Union und SPD ist die schrittweise Heraufsetzung des gesetzlichen Renteneintrittsalters auf 67 Jahre spätestens bis 2035 vorgesehen. „Ich könnte mir statt 24 Jahren auch 18 oder zwölf vorstellen“, sagte Müntefering in dem am Samstag veröffentlichten Interview.

Begonnen werden soll mit dem Einstieg in das höhere Rentenalter 2012. Nach der vollständigen Umsetzung könnten Arbeitnehmer erst mit 67 Jahren ohne Abschläge in Rente gehen. Mit dem Vorhaben wollen Union und SPD auf die steigende Lebenserwartung und die knappe Finanzlage der Rentenversicherer reagieren. Müntefering bekräftigte, es werde einen moderaten Anstieg der Bundeszuschüsse an die Rentenkasse geben. Der Präsident der Deutschen Rentenversicherung, Herbert Rische, begrüßte im Südwestrundfunk, dass der Bundeszuschuss nicht eingefroren werde. Nach seiner Einschätzung werde die Rentenversicherung in den nächsten vier Jahren mit der für 2007 geplanten Anhebung des Beitragssatzes von 19,5 auf 19,9 Prozent über die Runden kommen. Das hänge letztlich von der Konjunktur ab.

Rische lehnte Überlegungen ab, die Riester-Rente in eine Pflichtversicherung umzuwandeln. Müntefering hielt sich dies für die private, staatlich geförderte Altersvorsorge weiter offen. Er wolle das Wort obligatorisch nicht in den Mund nehmen, weil es nach Zwang klinge, sagte Müntefering: „Aber wir können nicht einfach zuschauen, wenn vor allem Geringverdiener die Riester-Rente nicht nutzen.

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