Ringen um Kompromiss
Zehntausende Ärzte wollen auf die Straße

Lange Verhandlungen im Milliardenstreit bei den Ärzten - doch tausende Mediziner scheinen die Hoffnung auf deutlich mehr Geld und weniger Bürokratie aufgegeben zu haben. Sie wollen protestieren.
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BerlinViele Patienten in ganz Deutschland dürften an diesem Mittwoch bundesweit vor verschlossenen Arztpraxen stehen. Im Honorarstreit mit den Krankenkassen wollen zehntausende niedergelassene Ärzte und Medizinische Fachangestellte protestieren. Spitzenvertreter von Ärzten und Krankenkassen bemühten sich am Dienstag in Berlin über viele Stunden, die verhärteten Fronten in ihrem Honorarstreit in intensiven Verhandlungen aufzubrechen. Die Proteste sollen aber dennoch stattfinden.

Insgesamt werden am Mittwoch 25.000 bis 30.000 Ärzte und Angestellte am Vormittag und Mittag bei den Kundgebungen vor 35 Krankenkassen-Filialen erwartet, wie ein Sprecher der Allianz der Ärzteverbände der Deutschen Presse-Agentur in Berlin sagte. Er bezog sich auf die Zahl der eingegangenen Anmeldungen. Die Patienten sollten vorher bei ihrer Praxis nachfragen, ob sie geöffnet habe oder mit reduziertem Personal arbeite.

Vor allem viele Orthopäden, Magen-Darm- und Herz-Spezialisten, Hals-Nasen-Ohren- und Lungenärzte würden ihre Praxen ganz geschlossen halten, sagte der Sprecher. Haus-, Kinder-, Frauen- und Nervenärzte sowie Psychiater dagegen würden tendenziell nur zeitweise dicht machen. In einigen Kassenärztlichen Vereinigungen sei der Mittwoch kurzerhand als Fortbildungstag deklariert worden.

Die größten Kundgebungen mit jeweils einigen tausend Teilnehmern sind den Angaben zufolge in Frankfurt/Main, Köln, München, Düsseldorf, Augsburg, Nürnberg und Berlin geplant.

Im Streit über das Ärztehonorar 2013 rangen die Verhandlungsführer von Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und dem Spitzenverband der Krankenkassen, KBV-Chef Andreas Köhler und Kassenverbands-Vize Johann-Magnus von Stackelberg, stundenlang um einen Kompromiss. Die Vorgespräche dauerten überraschend bis zum frühen Abend an. Die Sprecher beider Seiten werteten dies als gutes Zeichen.

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  • So viel Blödsinn auf so wenig Platz! Sie haben Talent!

  • Sozialneid treibt zuweilen bizarre Blüten. Was darf zukünftig sonst noch unter bestätigendem Kopfnicken geplappert werden? Etwa folgendes: „Wenn ihr der Lohn als Verkäuferin nicht ausreicht, soll sie doch kündigen; anscheinend doch immer noch lukrativ genug...!“. Um Hass zu schüren, wurde einer Marie-Antoinette damals der Spruch zugedichtet: „Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen“. Gefällig abgenickt wurde auch damals - neben der Guillotine.

    Neid und Häme sind verzichtbar.

    Die Wut der niedergelassenen Ärzte ist die Folge des Emotionen schürenden Verhandlungsgebaren der gesetzlichen Krankenversicherungen. Obwohl es öffentliche amtliche Statistiken zu den niedrigen Einkommen der Kassenärzte gibt, haben sie eigene verfälschende Statistiken in Auftrag gegeben und diese Zahlen vor Verhandlungsbeginn in Umlauf gebracht – sehr wohl um den seit Jahrzehnten geschürten Sozialneid der Deutschen gegenüber ihren Ärzten wissend.

    Ein Kassenarzt kann mit den von den gesetzlichen Krankenkassen gezahlten Beträgen seine Praxis nicht unterhalten. Wer´s noch immer nicht glauben will und hämisch den Neid-Deutschen folgt, braucht die unabhängigen amtlichen Statistiken nicht lesen, weil es ja unbequem und unpopulär ist.

    Die Verwendung der Milliarden-Einnahmen der gesetzlichen Krankenkassen muss und kann geändert werden: Die ausgeschütteten Riesensummen für medizinisch nicht begründete Operationen, renditebringende Maschinenlaufzeiten von Großgeräten, Doppelt- und Dreifachuntersuchungen, Verwaltungsballast, überteuerte Medikamente etc. betragen jährlich deutlich mehr als die gesamten für die Honorare aller niedergelassenen Ärzte in Deutschland. Es gehört Mut dazu, an diesem Missverhältnis und Missbrauch in verantwortlicher Position etwas zu ändern. Wem der Mut und auch noch Power fehlt, wählt dann eher den leichteren Weg, der in bewährter Weise wegen des Neidschürens und der Häme auch noch Beifall einbringt.

  • Wenn den Ärzten die Honorare nicht passen, warum geben sie dann ihre Kassenzulassung nicht zurück?

    Das wäre doch der einzig richtige Weg.

    Wenn sie es nicht tun, scheint die Zulassung ja doch für sie lukrativ zu sein.

    Im Übrigen sollten die Ärzte erst einmal untereinander für eine gerechte Verteilung sorgen. Warum bekommen Ärzte im Süden mehr als im Norden?

    Wenn ich an die Arbeit der Hausärzte denke und was die für eine Behandlung berechnen können, frage ich mich schon, ob das noch richtig ist.

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