Risiko für die Euro-Zone
Ratingagentur warnt vor AfD

Die AfD legt in Umfragen weiter zu. Der Aufstieg der Euro-Kritiker schreckt die Finanzmärkte auf. Eine Ratingagentur warnt vor dem Einfluss von AfD-Chef Lucke und seiner Partei. Die AfD selbst verbucht das als Erfolg.
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Berlin, DüsseldorfEine Ratingagentur schlägt Alarm: Standard & Poor’s (S&P) sieht die Stabilität der Euro-Zone gefährdet. Doch diesmal kommt die Gefahr nicht aus Griechenland oder Spanien, sondern mitten aus Deutschland. Die eurokritische Alternative für Deutschland (AfD) könne zum Risiko für die gesamte Währungsunion werden, vermuten die Bonitätswächter in einer aktuellen Analyse. Was als Warnung an Investoren gedacht ist, wird bei den Eurokritikern als Erfolg gefeiert. Sie kommen ihrem Ziel ein gutes Stück näher.

„Die wachsende Unterstützung für die AfD ist ein neuer Faktor, den die Kreditmärkte beobachten müssen“, sagt Moritz Kraemer, Chefanalyst von S&P in Deutschland. Die Programmpunkte der Partei – Auflösung der Euro-Zone, Rückkehr zu nationalen Währungen, Begrenzung der staatlichen Kreditaufnahme sowie mehr Kompetenzen für Nationalstaaten – hätten die deutschen Steuerzahler „wachgerüttelt“. Das wiederum dürfte Folgen für Investoren und die Krisenstaaten in Europa haben.

Dass sich eine Ratingagentur mit der politischen Landschaft innerhalb von Staaten befasst, ist nicht ungewöhnlich – es ist ein Mosaikstein bei der Bewertung von Bonitätsrisiken. Dennoch überrascht, wie deutlich sich S&P jetzt zu einer einzelnen Partei in Deutschland äußert. Das unterstreicht, welche Bedeutung die Ratingagentur diesem Thema zumisst. Für die AfD könnte es kaum eine bessere Werbung geben. Und daher ist es auch kein Wunder, dass sich die Partei selbst bestätigt sieht: „Die Ratingagentur S&P hat uns mit dieser Studie bescheinigt, dass wir die Nachfolge des Wirtschaftsflügels der CDU und FDP angetreten haben“, sagte AfD-Vize Hans-Olaf Henkel dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Es wird Zeit, dass die Wirtschaftsvertreter dies auch zur Kenntnis nehmen.“

Die eurokritische Partei erlebt gerade einen beachtlichen Aufstieg: Nach einer am Dienstag veröffentlichten Forsa-Umfrage kann sie bundesweit auf etwa zehn Prozent der Wählerstimmen zählen. Im Vergleich zur Vorwoche verbesserte sich die Partei demnach um drei Prozentpunkte. Die AfD hatte bei den Landtagswahlen Ende August und Mitte September in Sachsen 9,7 Prozent erreicht, in Thüringen waren es 10,6 und in Brandenburg 12,2 Prozent.

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  • haltet den Dieb!

    S+P was fällt mir dazu ein
    einflussnahme auf alles was geld und macht in händen einzelner sichert
    seriosität auf alle fälle nicht

    DB
    war die DB in letzter zeit nicht die die am meisten für gerichtsvergleiche oder verurteilungen zurückstellen oder gar ausgeben musste?
    steht der chef nicht gerade vor gericht

    Aber auch für die AFD wird gelten
    wenn an der macht
    dann
    "was kümmert mich mein geschwätz von gestern"
    sind es "ehren"leute(?),
    mir schein nicht
    sondern scheinbar gescheiterte (z.b. in anderen parteien)
    stammen also aus dem system
    das macht sie dann wieder zu gewöhnlichen politniks
    und vorhersehbar

  • Amerikas offene Kriegserklärung an Deutschland. Wer nicht das tut, was die USA will, der muss bluten. Zunächst mal dadurch, dass es schwerer gemacht wird, günstig an Kredite des internat.Kapitalmarktes zu gelangen. Wer andere zum Sparen anregt, weil er selbst schon massiver Nettozahler ist, müssen die üblen Folgen politischer Unbotmäßigkeit drastisch vor Augen geführt werden, So masiv unter Druck gesetzt verhandelt man ja gern auch weiter über TTIP und nimmt die nächste räuberische Erpressung hin. Solche Freunde und Verbündete brauchen wir!

  • Die Stabilität der Euro-Zone ist offenbar nur durch die Bereitschaft der Deutschen, sich Plündern zu lassen, gegeben! Ich hoffe, daß diese Bereitschaft verschwindet, BEVOR unser Vermögen verschwunden ist!

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