Robert-Koch-Institut beklagt ungenügende Bevorratung
Schmidt will über Medikamente sprechen

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt will mit ihren Fachkollegen in den Ländern über den Schutz der Bevölkerung vor der Vogelgrippe sprechen. Ihr Ministerium teilte am Samstag mit, sie habe eine Konferenz der Länder-Gesundheitsminister in einem Schreiben an den Vorsitzenden des Gremiums, den sachsen-anhaltinischen Minister Gerry Kley gefordert.

HB BERLIN. Schmidt sei der Ansicht, dass in dem Kreis geklärt werden müsse, welchen konkreten Stand die Schutzbemühungen der Länder für die Bevölkerung erreicht hätten. Auch wolle sie erfahren, ob die Länder den Stand der Bevorratung mit antiviralen Mitteln für ausreichend erachten.

Schmidts Sprecher Klaus Vater verwies darauf, dass sich die Ländergesundheitsminister auf die Empfehlung des Robert-Koch-Instituts festgelegt hätten, einen Medikamentenvorrat für 20 Prozent der Bevölkerung anzulegen. Schmidt wolle von ihren Kollegen erfahren, ob sie eine Bevorratung darüber hinaus für erforderlich hielten. Bis jetzt wird diese 20-Prozent-Bevorratung jedoch nur von Nordrhein-Westfalen erreicht und sogar weit übertroffen.

Das Robert-Koch-Institut beklagte erneut eine ungenügende Bevorratung mit Medikamenten. „In Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und anderen Bundesländern werden nur für sechs bis acht Prozent der Bevölkerung antivirale Medikamente wie Tamiflu gelagert. In Bayern sind es 15 Prozent, in Nordrhein-Westfalen 30 Prozent“, erklärte Institutssprecherin Susanne Glasmacher. Das Robert-Koch-Institut empfehle, Medikamente für 20 Prozent der Bevölkerung bereit zu halten. Wenn die Vogelgrippe auf den Menschen übertragen werde, werde für das gesamte medizinische und das Sicherheitspersonal Tamiflu benötigt. Bei gefährdeten Gruppen wie Alten und chronisch Kranken seien Medikamente für jede dritte Person erforderlich, erklärte Glasmacher.

Der bayerische Gesundheitsminister Werner Schnappauf forderte den Bund auf, sich bei der Vorratshaltung von antiviralen Medikamenten stärker zu engagieren. „Der Bund muss entscheiden, wie viele Vorräte nötig sind“, sagte er der „Berliner Zeitung“. Die Kosten sollten die privaten und gesetzlichen Kassen übernehmen. Schmidts Sprecher erklärte dazu, es stehe dem Land Bayern frei, eine Initiative zu ergreifen, damit die verfassungsrechtlichen Möglichkeiten für eine Bevorratung durch den Bund geschaffen werde. Derzeit gebe es diese Möglichkeit nicht.

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