Robustere Kapitalpuffer
EU-Finanzminister ringen um stabile Banken

Die EU-Finanzminister wollen heute eine wichtige Hürde zur Stabilisierung der Banken nehmen: Sie müssen sich darauf einigen, wie die Institute mit höheren Eigenkapitalquoten besser gegen neue Krisen geschützt werden.
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BrüsselDie führenden Industrie- und Schwellenstaaten (G-20) hatten nach der Lehman-Pleite im Herbst 2008 beschlossen, den Großbanken robustere Kapitalpuffer zu verordnen: Statt zwei sollen sie bis 2019 sieben Prozent hartes Kernkapital vorhalten. Gestritten wird in der EU noch darüber, ob Länder im Alleingang noch dickere Polster vorschreiben können.

Darauf pochen insbesondere die Briten - um teuren Rettungsaktionen mit Steuergeld vorzubeugen. Frankreich ist dagegen, weil es Nachteile für den eigenen Bankensektor fürchtet - und ein Versiegen des Kreditflusses.

Der Kompromissvorschlag der dänischen EU-Ratspräsidentschaft würde zusätzliche Puffer von drei Prozent zulassen, alles darüber hinaus müsste von der Kommission genehmigt werden. Deutschland könnte dies akzeptieren. Einigen sich die Finanzminister am Mittwoch nicht, dann droht die EU bei der fristgerechten Umsetzung der G-20-Verpflichtung zu scheitern.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Es sollte endlich auch eine Eigenkapitalhinterlegung fuer Staatsanleihen, vor allem der PIGS kommen. Es kann nicht sein, dass fuer den Kauf von Schrottanleihen immer noch, auch in BASEl III kein Eigenkapital hinterlegt werden muss. Nur dann haette der Steueryhaler weniger Risiko.

  • Die Schweizer machen's vor, die Schweden & die Chinesen ziehen nach...
    Dort weiß man, dass die geforderten 10.5% inkl. Puffer bis 2019 lächerlich wenig sind. Bail-outs wird man nie ganz ausschließen können, allerdings wäre es grob fahrlässig, höhere Kernkapitalquoten zu verbieten. Banken genießen nach wie vor eine implizite Staatsgarantie, damit die in Zeiten wie diesen nicht überstrapaziert wird, gibt es kurz- bis mittelfristig eigentlich gar keine Alternative zur Erhöhung der Kernkapitalquoten.

  • Und man wird Schäuble als Nachfolger propagieren, weil dann kann er ja schwerlich sagen, er zahlt nicht. Dafür muss dann der Chef des heutigen EFSF weg.
    Aber bei dem heutigen Stand der Dinge würde ich das als vergiftete Promotion bezeichnen. Was glauben Sie, wie populär dieser Nachfolger innerhalb von Sekunden sein wird. Also ich würde mir die Sache sehr gut überlegen, weil es ist wahrscheinlich das schlechteste und undankbarste Pöstchen in dem ganzen EU Gebilde.

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