Rösler unter Druck

Altliberale sehen Zukunft der FDP bedroht

Erst Genscher, dann Baum und jetzt Gerhardt: Drei FDP-Größen fürchten um ihr politisches Erbe. Sie sehen die Liberalen unter Rösler in einem desolaten Zustand. Auch der FDP-Nachwuchs ist besorgt und fordert mehr Profil.
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Ein leeres Rednerpult mit dem Logo der FDP. Quelle: dapd

Ein leeres Rednerpult mit dem Logo der FDP.

(Foto: dapd)

Berlin/DüsseldorfDie Granden der FDP sehen ihr politisches Erbe in Gefahr. „Nichts läuft so richtig zusammen", schreibt der frühere Partei- und Fraktionschef Wolfgang Gerhardt in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt über den desolaten Zustand der FDP. In seiner Diagnose führt er das schlechte Abschneiden der Liberalen bei Wahlen und in den Umfragen darauf zurück, dass „ein überzeugender Politikentwurf fehlt".

Gerhardt ist nicht der Einzige unter den prominenten Altliberalen, der sich um die Zukunft der Partei sorgt. Etwas mehr als ein Jahr vor der Bundestagswahl steckt die FDP wie einbetoniert im Umfragetief fest. Wie der Vorsitzende der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung haben sich der Ehrenvorsitzende Hans-Dietrich Genscher und Ex-Innenminister Gerhart Baum zu Wort gemeldet.

Üben sich die Altvorderen normalerweise in Zurückhaltung, scheint die Lage nun zu ernst zu sein, um zu schweigen. Um wieder Tritt zu fassen, fordert Gerhardt die FDP-Führung auf, sich nicht in Debatten über eine Ampelkoalition zu verlieren, die jüngst der schleswig-holsteinische Fraktionschef Wolfgang Kubicki angestoßen hatte. „Zuallererst einmal muss sie ihre eigene Politik überzeugend beschreiben und mit Gewicht durchsetzen", fordert er.

Beschwörend meldete sich jüngst auch Gerhart Baum zu Wort. „Die Partei und ihr Vorsitzender befinden sich weiter in der Existenzkrise", sagte der Ex-Innenminister. Baum war verärgert über die Äußerungen von Parteichef Philipp Rösler, für den nach eigener Aussage ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone seinen Schrecken verloren hat. „Mit seinen nationalistisch gefärbten antieuropäischen Thesen hat sich Rösler von der Tradition der FDP entfernt und sich in der Bundesregierung isoliert", sagte Baum.

Genscher: Es wird viel "neonationalistisches Blech" geredet
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12 Kommentare zu "Rösler unter Druck: Altliberale sehen Zukunft der FDP bedroht"

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  • Mein Kommentar zum Scheckbuchminister wurde auch gelöscht. Traurig. Sonst mecker die Presse über Zensur, aber selbst ..

  • @privatmail

    ihrem beitrag entnehme ich, dass sie geistig in den 60&70er jahren hängen gebliebn sind, in denen sie sich wohl fühlten, da sie an die vernuft der cdu glaubten.

    die heutige zeit erscheint ihnen wohl unverständlich. vergleichbar einem blinden passagier während eines sturms hoffen sie auf die kompetenz der kapitänin merkel. der kapitän des fünfmastvollschiffs "preussen" soll mal gesagt haben, dass er mit der "preussen" geseglt sei. aber meistens die "preussen" mit ihm.


  • selbst nach den eigenen fdp-ansprüchen ist diese partei ein totalausfall.

  • ist schon putzig, dass das "neonationalistische blech" ausgerechnet von einem asiatisch-stämmigen fdp-jüngelchen vorgebracht wird. etwas mehr verständnis dafür, dass wirtschaftsfragen keine frage der nationalität, sondern eher der unterschiedlichen klassen ist, könnte man schon erwarten.

    aber welches personal hat denn die fdp? herr profilneu-rösler hat es in seinem erlernten artzberuf nicht sehr weit gebracht und wird es sicherlich auch wegen der poltikunterbrechung auch nicht mehr weit in diesem beruf bringen. gemäß herrn oldschool kubiki aus sh ist herr lindner die letzte ausfahrt vor der pleite. diese hat herr lindner schon mit seiner firma moomax hingelegt, die der kfw und somit uns steuerzahlern 1,4 millionen gekostet hat. daniel bahr, der gesundheitsminister, ist seit seinem 26. lebensjahr bdb. paralell hat er zwar etwas erfolg an der uni gehabt, aber welche realwirtschaftliche berufserfahrung will dieser denn haben? das personal ist grauenhaft und wirtschaftpoltisch im bezug auf eine soziale marktwirtschaft hat selbst die linkspartei mit wagneknecht und gysi wesentlich versiertere personen mit echtem fachwissen zu bieten.

    auch die zustimmung zu esf und fiskalpakt hat doch nichts mehr mit einer liberalen wirtschaftpoltik zu tun. die fdp unterstützt hier einen bankensozialismus in dem der immer den gewinn hat, der geld eingesetzt hat und nicht der, der die wirtschaftlich richtige entscheidung gefällt hat. früher galt, wer das risiko hat, der soll auch den gewinn haben und wer sich verzockt hat, der war sein geld los. heute kann man dank der politischen unterstützung durch die fdp sich ruhig verzocken. liegt man richtig wird der gewinn privatisiert. habe ich mich verzockt, wird der verlust sozialisiert. was hat dies denn noch mit marktwirtschaft zu tun? und selbst der esf&fiskalpakt kritiker in der fdp, herr schäfer, wollte vor jahren noch die gesamte altersvorsorge der bürger privatisieren und durch privat-equity-banditen verwalten lassen.

  • Es ist unerträglich, dass das HAndelsblatt hier in jedem Beitrag rumpfuscht. Ws soll das?

    Lieber Leser,
    wir wollen nicht diesen Eindruck erwecken. Wir achten auf die Einhaltung unserer Netiquette. Manchmal laufen Kommentare etwas aus dem Ruder, beschimpfen oder beleidigten Personen oder Gruppen. In diesem Falle nehmen wir uns das Recht entsprechende Passagen zu löschen.

  • Ich habe 2009 FDP gewählt. Ein Riesenfehler.

    Die FDP ist den Bürgern mit der sogannten Eurorettung welches scheitern wird, in den Rücken gefallen. Vielleicht gar nicht vorsätzlich sondern aus Naivität, aber dass macht es nciht besser sondern schlimmer.

  • Zukunft der FDP? eine interessante Frage, doch die Eigenart der Zukunft ist nun einmal, dass sie ungewiß ist, an der Börse wie in der Politik.

    Was ist denn die Zukunft der CDU, der CSU, der SPD, der Grünen, der Linken, der Freien?

    Die "Schubladen" der 60er und 70er Jahre gibt es nicht mehr, in denen pointiert gesagt, bei manchem der Eindruck bestand, die SPD stehe für schuldenfinanzierte, bedingungslose Wohlfahrt für alle während die CDU für die konservative Vernunft und die FDP gegen Überregulierung stand.

    Doch auch die BRD der 60er und 70er Jahre gibt es nicht mehr, genausowenig wie den Nationalismus der deutschen Romantik.

    Heute ist Deutschland in die EU eingebunden und mit der Weltwirtschaft verflochten, die heutigen Handlungsmöglichkeiten der Politik sind uns ja in den letzten Jahren vorgeführt worden.

    Der Ruf nach dem starken Mann erinnert die Weimarer Republik. Und das unschlagbaren Parteiprogramm, dass halt nur noch ausgeführt werden muß - wann hat denn Politik schon mal so funktioniert?

    Bei allem Respekt vor bzw. bei aller Kritik an Frau Merkel scheint sie derzeit die einzige politische Größe zu sein, die die Realitäten erkennt, die Möglichkeiten versteht und pragmatisch handelt.

  • Mazi schreibt:

    "Das Gedankengut der FDP ist nach wie vor modern und zukunftsfähig. Nur die in ihr handelnden Personen kann man vergessen. Ich will mich da auch nicht über Teppichhändler oder so auslassen."

    => Haben Sie auch mehr als pauschale Behauptungen zu bieten?

    Sagen Sie doch einmal konkret, worin das angeblich moderne und zukunftsfähige Gedankengut der FDP bestehe!

    Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka

    http://die-volkszeitung.de

  • Man muss die Partei sorgfältig von den in ihr handelnden Personen trennen und dann auch festhalten, dass die Fehler nicht gestern oder vorgestern gemacht wurden.

    Das Gedankengut der FDP ist nach wie vor modern und zukunftsfähig. Nur die in ihr handelnden Personen kann man vergessen. Ich will mich da auch nicht über Teppichhändler oder so auslassen.

    Das große Problem war und ist, dass die FDP es nie verstanden hat, echte Charaktere für sich zu binden. In ihrer Funktion als Mehrheitsbeschaffer hat sie viel zu sehr am Honig der Macht schlecken dürfen und dies auch getan. sie hatte nie Gelegenheit ein eigenes Profil zu entwickeln.

    Wenn hier der Eindruck erweckt wird, dass z.B. ein Genscher kein Charakter gewesen wäre, so wäre der Eindruck falsch. Das Problem war vielmehr, dass sich alle hinter einem solchen Mann gesammelt und das bequeme Leben genossen haben.

    Vielleicht muss die FDP untergehen, um aufzuerstehen. Sie muss die "Parasiten" erst einmal abschütteln.

    Bei sachlicher Betrachtung sieht dieses Problem bei den anderen Parteien nicht anders aus. Einzig die Grünen, bei denen ist es anders. Die haben gar nichts mehr zum Vorzeigen.

  • (...)
    Dieses ganze Pack hat immer nur ein Ziel: MACHT und EINFLUSS.(..)
    "für den Mittelstand", "Weniger Staat", "Bürokratieabbau", "Mehr Netto.." usw. (...)Das schlimme: Die anderen sind nicht viel besser. ERGO: Die Parteien haben die Demokratie und Verfassung okkupiert. (...)hoffentlich haben die Bürger bald den Mut auf die Straße zu gehen und die gesamten MDB´s und MDL´s und MDE´s zu vertreiben.
    +++ Beitrag von der Redaktion editiert+++

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