Röslers FDP: Die versöhnte Partei

Röslers FDP
Die versöhnte Partei

Philipp Rösler hat beim Parteitag eine passable Rede gehalten, bei seiner Wahl zum FDP-Chef aber einen Dämpfer erhalten. Das haut ihn nicht um, zumal seine Widersacher deutlich schlechtere Ergebnisse kassierten.

BerlinDie FDP kann aufatmen. Der Parteitag in Berlin ist im Sinne der Parteiführung gelaufen. Der neue, alte Vorsitzende Philipp Rösler hat sich gut behauptet. Mit einer kämpferischen Rede hat er die Delegierten versöhnt. Und er hat bei seiner Wiederwahl ein achtbares Ergebnis eingefahren.

Der 40-Jährige erhielt mit 85,7 Prozent zwar deutlicher weniger Stimmen als bei seiner ersten Wahl (95,1 Prozent). Doch die letzten Wochen liefen für den Wirtschaftsminister und Vizekanzler so gut, dass ein noch schlechteres Ergebnis niemand verstanden hätte. Im Übrigen kam bei den Delegierten auch gut an, dass Rösler eigene Fehler zugab. Da wirken dann Appelle an die Geschlossenheit der Partei umso überzeugender und glaubwürdiger – und werden auch unterstützt.

Mit der Rösler-Wahl nahm die FDP zugleich ihr großes Parteitagsziel ins Visier, nämlich die Machtverhältnisse zu klären. Dass Röslers Rechnung gleich mit der Wahl seines ersten Stellvertreters aufging, unterstreicht einmal mehr, dass der heutige Tag für ihn so etwas wie eine politische Wiedergeburt war. Als er nach seiner Rede schon ganz en entspannt auf der Bühne sitzt, wird das Ergebnis für seinen vermeintlichen künftigen Konkurrenten, den nordrhein-westfälischen Landesvorsitzenden Christian Lindner verkündet - nur 77,8 Prozent. Spätestens da ist klar: Rösler ist die unangefochtene Nummer eins.

Dirk Niebel, einer der größten Widersacher Röslers, musste diese Erkenntnis ebenfalls schmerzlich zur Kenntnis nehmen. Überhaupt hat sein baden-württembergischer Landesverband bei diesem Parteitag keinen guten Stand. Um es deutlich zu sagen: Die Südwest-Liberalen hätten um ein Haar kein Rolle mehr in der Bundesparteispitze gespielt, wenn am Ende nicht noch Parteichef Rösler das ganz große Desaster verhindert hätte. Erst traf es die Landeschefin Birgit Homburger, die in einer Kampfabstimmung um einen Stellvertreterposten dem sächsischen Landesvorsitzenden Holger Zastrow unterlag.

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