Roland Berger
Der Ratgeber der Deutschland AG als Sinnsucher

Als Unternehmensberater hat er fast alles erreicht, nun will Roland Berger einen neuen Lebensabschnitt beginnen. Mit seiner Stiftung möchte der Berater sein "Glück mit anderen teilen" - und dafür 50 Mill. Euro investieren. Damit in der Multi-Millionär nicht alleine: Deutschlands Elite entdeckt die Wohltätigkeit.

BERLIN. Als erster Einflüsterer der alten Deutschland AG hat er gleich drei Bundeskanzlern gedient, unzählige Vorstände beraten und nahezu jedes Dax-Unternehmen von innen gesehen. Damit ist jetzt Schluss, denn Roland Berger hat nach eigenen Worten "einen neuen Lebensabschnitt begonnen" - als Sinnsucher und Stifter. Aus seinem Privatvermögen hat der ehemalige Top-Berater 50 Mill. Euro spendiert, um damit seine neue Roland-Berger-Stiftung zu finanzieren.

"Das ist eine stolze Summe und nicht mal eben etwas", staunt denn auch Bundespräsident Horst Köhler, der am Montagabend in Berlin vor ausgesuchten Gästen aus Wirtschaft und Politik den ersten Menschenrechtspreis der Roland-Berger-Stiftung verlieh. Der mit einer Million Euro dotierte Preis geht an Somaly Mam, eine Aktivistin aus Kambodscha, die mit viel Mut und Leidenschaft gegen Menschenhandel und die sexuelle Ausbeutung von Kindern kämpft.

Roland Berger folgt mit seinem Engagement einem Trend. "Ich habe viel Glück gehabt, und ich möchte dieses Glück mit anderen teilen", beschreibt der bayerische Weltbürger seine Motivation. Da seine Söhne nicht Berater wurden, und der Gründer aus der ganz auf ihn zugeschnittenen Firma keine Consulting-Dynastie formen konnte, lag die Errichtung einer Stiftung nahe. Immer mehr Top-Manager und wohlhabende Einzelpersonen versuchen wie er, mit oft beträchtlichen Summen etwas Sinnvolles auf die Beine zu stellen, "etwas, das bleibt", wie ein langjähriger Geschäftspartner von Berger sagt. Als "Ratgeber der Republik" habe Berger während seiner aktiven Zeit keine besonders soziale Ader gezeigt. Erst später sei in ihm die Einsicht gereift, dass man etwas tun müsse, um anderen zu helfen - und um der Nachwelt erhalten zu bleiben. Dass Berger auch in seiner neuen Rolle als Wohltäter gerne im Mittelpunkt steht, zeigte die mit viel Pomp und Prominenz gefeierte Preis-Gala.

Vorbilder in der Wirtschaft gibt es viele. In Deutschland sind rund 16 000 Stiftungen bürgerlichen Rechts registriert, fast die Hälfte ist von Unternehmen gegründet worden. Bosch, Bertelsmann, Hertie, Telekom, Krupp und Dresdner Bank lauten die bekannten Namen, aber der Löwenanteil entfällt auf das Engagement des Mittelstands. Das Stiftungsvermögen wird inzwischen auf 70 Mrd. Euro geschätzt.

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