Rolf Clemens Wagner
Begnadigter Terrorist rechtfertigt Schleyer-Entführung

Der begnadigte RAF-Terrorist Rolf Clemens Wagner hat die Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer „aus heutiger Sicht“ als richtig bezeichnet. Schleyer war von der Terrorgruppe vor 30 Jahren gekidnappt und ermordet worden.

HB BERLIN. „Manche Ergebnisse unserer Überlegungen bleiben aus heutiger Sicht richtig. Wie die Entscheidung, Hanns Martin Schleyer zu entführen. Der wurde mit seiner SS-Geschichte als Wehrwirtschaftsführer in besetzten Gebieten und seiner aktuellen Funktion als Aussperrer und Präsident des Unternehmerverbands ja nicht zufällig ausgesucht“, sagte Wagner der Tageszeitung „Junge Welt“.

Der Fehler der RAF, so Wagner, habe aber darin gelegen, dass sie aus dem „Politikum“ Schleyer „einfach zu wenig gemacht“ habe, sagte Wagner. Schleyer habe in der Bevölkerung nicht gerade als Sympathieträger gegolten. Damit hätte die RAF „politisch arbeiten müssen“.

Wagner war wegen Beteiligung an der Ermordung Schleyers zu lebenslanger Haft verurteilt und 2003 nach 24 Jahren vom damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau begnadigt worden. Wagner war 1979 auch am Attentat auf den damaligen Nato-Oberbefehlshaber Alexander Haig beteiligt gewesen, bei dem der US-General und drei Begleiter leicht verletzt wurden. 1993 wurde Wagner deswegen schuldig gesprochen. In der Schweiz wurde er wegen eines Banküberfalls und eines dabei verübten Mordes 1980 ebenfalls verurteilt.

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