„Rolle rückwärts“ Altkanzler Kohl rechnet mit Merkels Anti-Atom-Kurs ab

Dass die Opposition gegen die Anti-Atom-Kanzlerin wettert, ist nicht verwunderlich. Doch jetzt greift Altkanzler Kohl in die Debatte ein und attackiert in ungewöhnlich scharfem Ton Merkels Rolle rückwärts.
Update: 25.03.2011 - 07:26 Uhr 42 Kommentare
Helmut Kohl: " Die Kernenergienutzung in Deutschland ist durch das Unglück in Japan nicht gefährlicher geworden, als sie es vorher gewesen ist." Quelle: dpa

Helmut Kohl: "Die Kernenergienutzung in Deutschland ist durch das Unglück in Japan nicht gefährlicher geworden, als sie es vorher gewesen ist."

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BerlinIn die Debatte um die plötzliche Atomwende von Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich Altkanzler Helmut Kohl (beide CDU) eingeschaltet: Mit deutlichen Worten geht er auf Distanz zu Merkels Anti-Atom-Kurs und warnt die schwarz-gelbe Bundesregierung vor einem "überhasteten Ausstieg aus der Kernenergie ohne Alternative". In einem Gastbeitrag für die "Bild"-Zeitung schreibt Kohl, das Unglück im Atomkraftwerk Fukushima 1 mache zwar alle "fassungslos", dürfe aber "nicht den Blick für die Wirklichkeit verstellen".

Als Reaktion auf die Nuklearkatastrophe in Japan hatte Merkel vergangene Woche das vorläufige Abschalten von sieben Altmeilern in Deutschland für zunächst drei Monate verkündet. Mit dem Schnellschuss hat sich Merkel von allen Seiten Kritik eingehandelt. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sorgte zudem für Zündstoff. Die vorübergehende Abschaltung der sieben älteren Atommeiler sei Wahltaktik gewesen, soll der FDP-Politiker vor Industrie-Vertretern erklärt haben. Er selbst bestreitet das, doch ein Protokoll belastet ihn. Die Opposition warf der Regierung daraufhin vor, die Bevölkerung getäuscht zu haben.

Und nun auch noch Kohl. Der Altkanzler hat kein Verständnis dafür, dass Merkel wegen Japan ihre Energiepolitik komplett umkrempelt. Denn für Deutschland habe sich durch die Ereignisse im Japan "erst einmal und unmittelbar gar nichts verändert. Die Kernenergienutzung in Deutschland ist durch das Unglück in Japan nicht gefährlicher geworden, als sie es vorher gewesen ist", erklärte er. Die Lehre aus Japan dürfe daher nicht "die berühmte Rolle rückwärts sein", schreibt der Altkanzler.

Ein überhasteter Ausstieg aus der Kernenergie wäre "eine gefährliche Sackgasse", schreibt Kohl weiter. "Wenn das Land, dessen Kernkraftwerke zu den sichersten der Welt gehören und dessen Ingenieurskunst in der ganzen Welt bewundert und geachtet wird, überhastet ausstiege, würde dies die Welt sogar gefährlicher machen."

Dass andere Länder Deutschland im Ausstieg aus der Atomenergie folgen würden, hält Kohl für einen Irrtum. "Ein überhasteter, einsamer Ausstieg Deutschlands (...) würde (...) uns technologisch isolieren."

Kohl warnt auch vor einer vorschnellen Festlegung auf bestimmte Energiequellen wie Wind und Sonne. Technologischer Fortschritt bedeute auch, dass vermeintlich "veraltete" Ressourcen in Zukunft ein "Hoffnungsträger" sein könnten. Bis geeignete Alternativen gefunden seien, bleibe es seiner Ansicht nach "für Deutschland ohne Alternative beim konditionierten, aber klaren Ja zur Kernenergie."

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42 Kommentare zu "„Rolle rückwärts“: Altkanzler Kohl rechnet mit Merkels Anti-Atom-Kurs ab"

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  • Gernau so ist es. Ich stimme Ihnen voll zu.
    Unser großer alter Politik-Wissenschaftler Prof. Wilhelm Hennis sagte mal in einem Interview im Stern 2004
    "Kohl war ein Verhängnis fü die CDU"
    Dann urteilte er über die Rot-Grüne Koaliton
    "Diese Generation ist eine Fehlbesetzung"
    "Kein Anstand, keine Kenntnis, kein Augenmaß"
    Er hatte Recht und ich denke, seine Aussagen kann man getrost bis heute verwenden.
    Wir brauchen dringend Änderungen in unserer Politik:
    Es darf niemand in den Bundestag, der nicht mindestens eine 10jährige normale Berufstätigkeit nachweisen kann.
    Listenplätze müssen gestrichen werden. Es darf nur noch der Abgeordnete ind en Budnestag, der direkt in seinem Wahlkreis gewählt wurde.
    Eine Regierungszeit muß auf zwei Wahlperioden begrenzt werden, dann haben alle wieder zu gehen.
    Das Festsetzen über Jahrzehnte im Bundestag muß aufhören.
    Abgeordnete, Kanzler und Minister, müssen finanziell wie Freiberufler behandelt werden, sie erhaltn ihr Gehalt und haben für ihre Altersversorgung und Krankenkasse selbst zu sorgen.
    Das wüde schon mal beenden, dass Politik heute nur noch als finanzielle Versorgung betrachtet wird.
    Nur so, bekommen wir wieder die Politiker, die Ahnung haben und wirklich was bewirken wollen.
    In Ministerämter gehören auch Leute, die von dem jeweilgien Fach welches sie vetrten Ahnung haben
    Staatsbeamten muß es unstersagt werden, polit. Ämter auszuüben, ein Beamter hat neutral seinem Land zu diensen.
    Man könnte viel tun.
    Wir bruachen in userem Land eine Gruppe wirklich intelligenter Leute, die diese Dinge anpacken und ins Rollen bringen.
    Aber offenbar mangelt es in Deutschland an wirklich geistien Eliten
    Was bei usn rumspringt, sind Möchtegern-Eliten
    Die jetzigen Zahlunen auf Leenszeit machen träge, das Festsitzen im Budnestag über Jahrzehnte macht weltfremd.
    Und die grünen Jungs die sich breit machen von der Uni in den Bundestag darf es nie mehr geben
    Das wären mal erste Schritte für eine Verbesedrung

  • Eins mal ganz ernsthaft Plutonium ist atombombentauglich und wirklich absolut mit vorsicht zu geniessen. Nun zu AKWs laut waffengesetz brauchste ein waffenschein.ein AKw ist nichts anderes als eine atombombe im Wohnzimmer, mit wirklich elementaren folgen spielt niemand mit so ein ding in sein Wohnzimmer selbst wenn er den strom kostenlos bekommen würde. Schweden war 6 min vor der kernschmelze,kinder in diese welt setzen ihr seit verrückt.

  • Anonymer Benutzer:bh

    Ich dachte, die Birne sei längst verfault. Gibt es nun bei Obst auch schon Zombies?

  • "Die Kernenergienutzung in Deutschland ist durch das Unglück in Japan nicht gefährlicher geworden", so Kohl!

    das heisst, sie war schon immer gefährlich und Todsicher!

  • Guten Morgen!

    Da hier mal wieder -fast- alle viel dummes Zeug miteinander verquert durcheinander diskutieren, möchte ich erst gar nichts ihnhaltliches beitragen. Es wird ja hier sonst wie immer sofort von der linken (teilweise auch rechten)Handelsblatt-Wutbürger-Fraktion zerrissen! Schade eigentlich!!

    Nur so viel dazu:
    http://www.titanic-magazin.de/uploads/pics/0717-kohl_01.jpg

    Vielleichts hilfts dieser Runde ja! ;)

  • Besser lebend Schafe hüten als Tot in der S-Klasse unterwegs

  • Kohl hat zu seiner Amtszeit die wissenschaftlichen Berichte zum Endlader Asse fälschen lassen! Wir Tragen heute den Schaden, denn die Kosten zur Beseitigung werden immens sein. Übrigens hat Merkel das Endlager Morsleben (Ostdeutschland) zu verantworten bzw. sie hat das Endlager ebenfalls für sicher erklärt, obwohl die Untersuchungsberichte das Gegenteil ergeben hatten.

  • Die Bundesbirne.
    Haben die Atomlobbyisten wirklichen den alten korrupten Sack auch nochmal vor ihren Karren gespannt.
    Das zeugt schon fast von Verzweifelung

  • Es wundert mich, dass unser Altkanzler Kohl seine Meinung über AKWs abgibt. Mich würde mehr interessieren, was er zu der jetzigen Eurokrise sagen würde.

  • Wo der Altkanzler recht hat, da hat er eben recht.
    Unsere Regierung getrieben von der Opposition mit den Grünen und den Linken in der ersten Reihe setzt konsequent den Morgenthau-Plan aus dem Jahre 1944 um und durch.
    Gute Nacht Deutschland - wir treffen uns beim Schafe hüten.

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