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Rot-Grün gewinnt: Stephan Weil übernimmt das Zepter in Niedersachsen

Rot-Grün gewinnt die Wahl in Niedersachsen - wenn auch nur mit einer hauchdünnen Mehrheit. Stephan Weil will sich nun zum Ministerpräsidenten wählen lassen. Die FDP triumphiert - und lässt eine verstörte CDU zurück.

HannoverAuf die brutalstmögliche Art und Weise erfuhr David McAllister von seiner Niederlage. Nicht im Kreise der engsten Mitarbeiter oder in einem zurückgezogenen Büro, wo er der Enttäuschung hätte freien Lauf lassen könnte. McAllister stand mitten auf der CDU-Wahlparty vor einer Kamera, als hinter ihm auf einer Leinwand die Mehrheit für SPD und Grüne verkündet wurde. Alle Augen waren auf ihn gerichtet, Kameras fingen das Bild auf. McAllister schluckte. Er schloss die Augen für ein paar Sekunden und rang um Fassung. Es war ihm anzumerken, dass er diese Öffentlichkeit in diesem Moment - der bitteren Niederlage - nicht will. Entfliehen kann er dem aber nicht.

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Über Stunden war nicht abzusehen, wie die niedersächsische Landtagswahl ausgehen würde. Mal hatten CDU und FDP eine hauchdünne Mehrheit, mal zeichnete sich ein rot-grüner Erfolg ab. Dazwischen gab es in den Hochrechnungen immer wieder ein Patt. Doch um 23.42 Uhr war dann klar: Die Wahl in Niedersachsen ist für Schwarz-Gelb eine schmerzhafte Niederlage - auch für den Start ins Bundestagswahljahr.

Niedersachsen wird künftig von Rot-Grün regiert. Die CDU/FDP-Koalition von Ministerpräsident David McAllister ist nach zehn Jahren abgewählt. Nach der Landtagswahl vom Sonntag haben SPD und Grüne im Parlament allerdings nur eine Stimme Mehrheit. Neuer Ministerpräsident wird der bisherige hannoversche Oberbürgermeister Stephan Weil.

Die Wahl gilt als wichtiger Stimmungstest für die Entscheidung im Bund im Herbst. Heute beraten die Parteigremien in Berlin und Hannover über die Konsequenzen.

Liveblog zum Nachlesen David McAllisters bittere Stunden

Die FDP hat den Einzug in den Landtag klar geschafft, auf Kosten der CDU.

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis verlor die CDU 6,5 Punkte, blieb aber mit 36,0 Prozent stärkste Kraft, gefolgt von der SPD, die auf 32,6 Prozent (plus 2,3) kam. Die Grünen erzielten 13,7 Prozent (plus 5,7), die FDP erreichte 9,9 (plus 1,7) und die Linke 3,1 Prozent (minus 4,0).

Mit Überhang- und Ausgleichsmandaten ergibt sich folgende Sitzverteilung: CDU: 54; SPD: 49; Grüne: 20; FDP: 14. Das bedeutet eine Ein-Stimmen-Mehrheit im neuen Landtag für Rot-Grün gegenüber Schwarz-Gelb mit 69 zu 68 Mandaten.

FDP und Grüne erzielten jeweils ihre besten Ergebnisse bei einer Landtagswahl in Niedersachsen. Stundenlang sah es am Wahlabend in den Hochrechnungen nach einem Patt oder knappen Sieg von Schwarz-Gelb aus. Die CDU fuhr aufgrund einer massiven FDP-Zweitstimmenkampagne eines ihrer schlechtesten Ergebnisse ein. Die SPD legte leicht zu. Die Linke flog aus dem Landtag, auch die Piraten scheiterten klar an der Fünf-Prozent-Hürde. Die Wahlbeteiligung stieg leicht auf 59,4 Prozent.

Mit dem Sieg machte Rot-Grün acht Monate vor der Bundestagswahl eine Kampfansage an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Schwarz-Gelb in Berlin. Der in der Kritik stehende SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück erhält neuen Auftrieb. Dem angeschlagenen FDP-Vorsitzenden Philipp Rösler verschaffte das beste Niedersachsen-Ergebnis seiner Partei - fast 10 Prozent - deutlich Luft.

  • 21.01.2013, 15:27 Uhrwegschaffen

    SPDCDUGRÜNEFDPCSULINKE ab in den Schredder

  • 21.01.2013, 15:21 UhrSonnenuntergang

    21.01.2013, 07:25 Uhr @Herr_JE
    ... wie Flasche leer


    Aus Sitz Platz

  • 21.01.2013, 11:51 Uhrkuac

    @HofmannM
    Auch die Nichtwaehler hatten ihre Chancen zu waehlen, aber sie sind freiwillig Nichtwaehler geblieben. Daher, jetzt dürfen sie nicht jammern.

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