
DüsseldorfDeutschlands Waffenkammer ist das Saarland. Zumindest, was die Waffendichte betrifft. Statistisch gesehen kommen auf 1000 Saarländer rund 120 angemeldete Pistolen und Gewehre. Laut Informationen des Saar-Innenministeriums wurden insgesamt rund 127.000 saarländische Waffen an das Nationalen Waffenregister gemeldet, das seit dem 1. Januar Informationen über alle legalen Schusswaffen in Deutschland hütet.
Ein Grund für die hohe Waffendichte im Südwesten der Republik seien unter anderem der große Stellenwert von Schützensport und Jagd. Zurzeit gebe es etwa 17.000 Schützen und rund 5000 Jäger an der Saar.
Auf den Plätzen zwei und drei der Rangliste folgen im Bundesvergleich Rheinland-Pfalz (452.500 Waffen auf knapp vier Millionen Einwohner) und Bayern (1,2 Millionen Waffen und 12,6 Millionen Einwohner), wie eine Umfrage bei den Landesinnenministerien von Handelsblatt Online ergab. Und so verteilen sich die angemeldeten Waffen auf die Bundesländer:
In den vergangenen Wochen haben die rund 600 lokalen Waffenbehörden ihre aktuellen Daten an das neue nationale Register, das beim Bundesverwaltungsamt in Köln geführt wird, übermittelt. Noch läuft die Auswertung, nach ersten Schätzungen des Bundesinnenministeriums liegt die Zahl der angemeldeten Waffen im Privatbesitz bei rund 5,5 Millionen.
Die Umfrage von Handelsblatt Online – abgefragt wurden die jeweils aktuellsten Zahlen, die den Innenministerien der Länder vorlagen – ergab eine Gesamtzahl von 5,7 Millionen Schusswaffen.
Nach Angaben des Bundesinnenministeriums liegen durch das Waffenregister erstmals verlässliche Zahlen über die legalen erlaubnispflichtigen Waffen in privaten Händen vor. Die Kontrollbehörden der Länder und Kommunen hätten sämtliche Informationen erfolgreich in das computergestützte neue nationale System übertragen. Der Vorteil: Taucht bei einer Straftat eine Waffe auf, kann die Polizei schnell klären, ob die Waffe angemeldet und wem sie zuzuordnen ist.
Mit der Einführung des Nationalen Registers setzt Deutschland eine EU-Richtlinie um. Erfasst werden alle Besitzer von Waffen, die laut Gesetz bei den Behörden gemeldet werden müssen. Das sind vor allem scharfe Schusswaffen, aber auch bestimmte Schreckschuss-, Luftdruck- oder Gaswaffen, die eine relativ hohe Geschossenergie erzeugen oder kein spezielles amtliches Prüfsiegel tragen. Der tatsächliche Bestand an Waffen bewegt sich laut Innenministerium am unteren Ende der Schätzungen, die bislang von fünf bis zehn Millionen Waffen ausgegangen seien.
„Ich bin auch überrascht, hätte mit deutlich mehr registrierten Waffen gerechnet“, sagt Hans Scholzen, Vorsitzender des Verbands für Waffentechnik und -Geschichte, im Gespräch mit Handelsblatt Online. Immerhin gebe es in Deutschland 1,1 Millionen Sportschützen und etwa 300.000 Jäger, die alle „mehr als nur eine Waffe“ hätten.
Die Vorschriften wurden mehrfach verschärft und gelten mittlerweile als besonders streng. Seit der umfangreichen Gesetzesnovelle nach dem Amoklauf von Erfurt im April 2002 müssen etwa Personen unter 25 Jahren, die erstmals eine Waffe legal besitzen wollen, ein ärztliches oder psychologisches Attest zu ihrer "geistigen Reife" vorlegen. Zudem wurde der Besitz von sogenannten Pumpguns mit Pistolengriff untersagt. Der Amokläufer von Erfurt, der 16 Menschen und anschließend sich selbst erschossen hatte, besaß solch eine Waffe.
Nach dem Amoklauf Winnenden im März 2009 wurde die Altersgrenze für das Sportschießen mit Großkaliberwaffen von 14 auf 18 Jahre angehoben. Auch die Kontrollen zur Waffenaufbewahrung in Privatwohnungen wurden verschärft. Dies war eine direkte Konsequenz aus dem Amoklauf. Der Attentäter von Winnenden hatte mit der Pistole des Vaters an seiner Schule und auf der Flucht 15 Menschen und sich selbst getötet. Der Vater besaß die Waffe als Sportschütze, hatte sie aber nicht wie vorgeschrieben in einem Tresor weggeschlossen. Nun sind bei Waffenbesitzern verdachtsunabhängige Kontrollen ohne Vorankündigung möglich.
Am 1. Januar 2013 hat ein nationales Waffenregister den Betrieb aufgenommen. Die Polizei wird damit künftig nachprüfen können, wer welche Waffe legal besitzt. Bisher werden die Daten über Waffen und ihre Halter in rund 550 lokalen Waffenbehörden verwaltet, die untereinander nicht vernetzt sind. Die Daten laufen künftig im Zentralregister zusammen. Damit setzt Deutschland zwei Jahre früher als vorgeschrieben eine EU-Richtlinie um.
Im Ernstfall soll noch schneller auf einen Amoklauf reagiert werden. Eine wichtige Änderung seit Erfurt liegt darin, dass die ersten Einsatzkräfte der Polizei vor Ort sofort eingreifen und nicht auf Verstärkung warten sollen. In Winnenden gingen die Beamten des ersten Streifenwagens gleich in die Albertville-Realschule. Die Schulen sollen zudem eigene individuelle Notfallpläne haben.
Ein zentraler Ansatz sind verstärkte vorbeugende Maßnahmen. So wurde etwa in Thüringen und Baden-Württemberg die Zahl der Schulpsychologen erhöht. Zudem gibt es verschiedene Programme, um an den Schulen ein gewaltloses Klima zu schaffen. In Thüringen gibt es anders als vor dem Amoklauf von Erfurt an Gymnasien nun eine Abschlussprüfung nach der zehnten Klasse. Wer diese besteht, hat einen Realschulabschluss sicher. Der Erfurter Attentäter Robert Steinhäuser hatte das Gutenberg-Gymnasium ohne Schulabschluss verlassen.
Jugendlichen soll der Zugang zu Gewalt darstellenden Videos und Computerspielen erschwert werden. Computerspiele müssen wie Kino- und Videofilme mit Altersgrenzen gekennzeichnet werden. Spiele können auch indiziert werden, was weitergehende Werbe- und Vertriebsbeschränkungen zur Folge hat.
Laut Handelsblatt-Umfrage liegt die Zahl der legalen Waffenbesitzer in Deutschland bei rund 1,4 Millionen. Diese verteilen sich auf Sportschützen, Jäger, Erben und Sammler. Das Waffenrecht regelt den Kauf und Besitz von Waffen und Munition. Die Vorschriften wurden nach den Amokläufen von Erfurt (2002) und Winnenden (2009) mehrfach verschärft. So ist mittlerweile schon die vorschriftswidrige Aufbewahrung von Waffen oder von Munition jetzt eine Straftat.
Trotzdem flammen regelmäßig Diskussion über strengere Waffengesetze auf – zuletzt als Folge des Amoklaufs im US-Bundesstaat Connecticut, als ein 20-Jähriger in einer Grundschule in Newtown, nördlich von New York, 20 Kinder und sechs Frauen sowie seine Mutter mit einem halbautomatischen Gewehr erschossen. Die Waffe hatte seiner Mutter gehört.
Grünen-Chefin Claudia Roth forderte umgehend eine „massive Abrüstung“ in den deutschen Wohn- und Schlafzimmern und eine generelle Verschärfung der geltenden Regeln. „Nicht nur in den USA, sondern auch bei uns sind die Waffengesetze viel zu lasch“ , sagte Roth der „Augsburger Allgemeinen“. In Deutschland gebe es eine Waffenlobby, die nach dem Amoklauf von Winnenden 2009 „die dringend nötige Verschärfung erbittert bekämpft und der sich die Bundesregierung feige unterworfen hat“.

Also wenn ich hier so lese, was manche Leute für bürgerwehrähnliche Vorstellungen haben komme ich schon ins grübeln. Ich bin der Meinung, dass wir in Deutschland mit dem Gewaltmonopol der Behörden immer noch am besten fahren.
Was die Schnellschussäußerungen gewisser Politköpfe angeht - da würde ich einfach mal empfehlen etwas gelassener zu bleiben. Es wird nix so heiß gegessen wie's gekocht wird. Damit will ich sagen, dass wenn sich ein geltungsbedürftiger Volksvertreter ein paar Tage nach dem letzten Amoklauf vor die Kameras stellt & fordert den legalen Waffenbesitz aus den Gesetzestexten zu tilgen, so ist davon auszugehen, dass er eine entsprechende Gesetzesvorlage nicht durchbekommt. Warum ? Ganz einfach, weil damit ein lukrativer Markt fast vollständig wegbrechen würde & wo viel Geld im Spiel ist da werden Abgeordnete beeinflusst. Das ist in vielen anderen Bereichen nicht anders & das wird sich auch nicht ändern.
Also - einfach mal nen Gang runterschalten & kühlen Kopf bewahren. Übrigens, polemische & verachtende Äußerungen über Politiker sind ebenso wenig zielführend in einer Diskussion, wie irgend welche realitätsfremden Verbotsforderungen.
Dies ist übrigens der Senf eines Nichtwaffenbesitzers. MfG

leben halt in einer Meiner- u. Idiotenrepublik mit dem Blick zurück! Wer sich als deutscher verteidigt, wird als NAZI beschimpft. Deutschland erwache, dieser soziale
SAUSTALL muß generalüberholt werden!!!!!

als nächstes wird das schweinefleisch verboten, erlaubt
ist nur noch döner
54 Kommentare
Alle Kommentare lesen