Rot-Rot-Grün im Bund
SPD und Linke fremdeln

Die SPD kommt in Umfragen kaum vom Fleck. Rot-Rot-Grün scheint die einzige Machtoption im Bund 2017 zu sein – doch das begeistert nur wenige. Aus den Reihen der Linkspartei kommen gar selbstkritische Töne.
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BerlinSPD und Linke sehen die Chancen für ein rot-rot-grünes Bündnis nach der nächsten Bundestagswahl 2017 immer weiter schwinden. „Meine Skepsis dazu steigt nachhaltig“, sagte der stellvertretende SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel am Montag in Berlin.

„Wir reden mehr darüber, was wir wollen. Und weniger, mit wem wir können.“ Linken-Chefin Katja Kipping sieht derzeit ebenfalls keine Grundlage für Rot-Rot-Grün. Dazu seien Vereinbarungen nötig, sagte sie der „Welt“. Sie nannte 1050 Euro Mindestrente, eine radikale Reform des Gesundheitswesens, die Abschaffung der Hartz-IV-Sanktionen sowie eine „Steuerpolitik weg vom privaten und hin zu öffentlichem Reichtum“.

Schäfer-Gümbel betonte, der Schlüssel, ob es irgendwann zu so einem Bündnis auf Bundesebene komme, liege nicht bei der SPD, sondern im Karl-Liebknecht-Haus. Die SPD sieht vor allem in der Europa- und Außenpolitik bisher unüberbrückbare Differenzen.

Linken-Fraktionschef Gregor Gysi sagte, er wünsche sich von der SPD mehr „Leidenschaft“ für einen Wechsel. Die SPD dürfe sich nicht mit der Rolle einer Vizekanzlerpartei abfinden, sagte er der „Berliner Zeitung“.

Einen rot-rot-grünen Machtwechsel 2017 hält auch Gysi für wenig wahrscheinlich.

„Aber vieles ist außen- und innenpolitisch heute nicht mehr so berechenbar wie in Zeiten des Kalten Krieges“, sagte er der Zeitung. Es gebe heute zwar keine Wechselstimmung. „Aber unter der Oberfläche brodelt es. Das merkt man auch an Erscheinungen, die mir nicht gefallen, wie Pegida“.

Gysi hält aber auch seiner eigenen Partei vor, zu wenig für eine Wechselstimmung im Land zu tun: „Weil wir uns zu viel mit uns selbst beschäftigen und zu wenig damit, an welchen Stellen wir eine Wechselstimmung erzeugen könnten.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Rot-Rot-Grün im Bund: SPD und Linke fremdeln"

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  • Herr Klaus Hofer31.03.2015, 07:33 Uhr

    Dann haben wir ein generelles Problem !

    Die vergangene und jetzige (neo-) liberale Politik bringt uns auch nicht weiter, im Gegenteil, es bringt noch weiteres Unheil in Zukunft !
    Die kranke und schnell veränderte Welt ist Hausgemacht und nur für wenige ein Vorteil, global !

    Die Verlotterung ist in vielen Bereichen, nicht nur in Deutschland sichtbar und kann es sein, das die Wirtschaftsform, die nur auf Wachstum ausgelegt ist, noch richtig sein kann ? Ohne die Zerstörungen und die daraus folgenden Bedarfe an Konsumgüter aller Art, durch einen Krieg verursacht ?

    Oder, das die demokratischen Industrieländer, nur zum Vorwand uns glaubhaft machen möchten, die Demokratie in monarchischen und diktatorisch geführten Länder einzupflanzen ?
    Nein, es geht nur um Marktanteile und Ausbau dieser und natürlich um Bodenschätze, dafür werden Kriege provoziert, die auf die eigene Vorteilnahme für wenige und auf Lügen aufgebaut sind für uns gutgläubige Bürger, nicht alle !

    Für mich wäre es auch eine politische Katastrophe die Kombination, Rot-Rot-Grün !
    Aber die jetzige Koalition ist es auch !

    Auf die Politik und Politiker warte ich auch, die die Herausforderungen der Zukunft seriös und friedlich meistern wollen, den Kindern und unseren Planeten zuliebe !!!

  • In einer sich schnell verändernden Welt ist Dummheit eine verlässliche Konstante. Trotz des Niedergangs sämtlicher sozialistischer Systeme halten die Solialisten sowie die Postkommunisten stoisch an ihren Rezepten fest, die weder die Probleme der Vergangenheit lösen konnten noch auch nur im Ansatz geeignet sind, die Herausforderung der Gegenwart oder gar der Zukunft zu meistern.

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