Rote Zahlen
Große Krankenkassen weiterhin im Minus

Deutschlands Krankenversicherungen müssen mehr für ihre Leistungen ausgeben. Besonders die Arzneimittelkosten sind im vergangenen Halbjahr deutlich gestiegen. Nun hoffen die Kassenchefs, dass die zusätzlichen Beitragseinnahmen durchs Weihnachtsgeld die Bilanz ausgleichen.

BERLIN. Die meisten deutschen Krankenkassen haben auch im dritten Quartal rote Zahlen geschrieben. Die Ersatzkassen mit den größten bundesweiten Anbietern Barmer, DAK und Techniker verzeichneten nach Angaben ihres Spitzenverbandes ein Defizit von 318 Mio. Euro. Ihnen ist es damit nicht gelungen, den Fehlbetrag aus dem ersten Halbjahr in ähnlicher Höhe abzubauen. Die Innungskrankenkassen (IKK) rutschten sogar tiefer in die roten Zahlen. Nach 216 Mio. Euro zur Jahresmitte beträgt ihr Defizit jetzt 288 Mio. Euro.

Hauptursache sind die steigenden Leistungsausgaben. Sie legten bei den Ersatzkassen allerdings mit 4,08 Prozent etwas weniger zu als im ersten Halbjahr (4,7 Prozent). Am stärksten wuchsen die Arzneimittelkosten mit rund 4,8 Prozent. Dagegen stiegen die Einnahmen der Kassen pro Mitglied nur um 1,55 Prozent.

Trotzdem sieht Verbandschef Thomas Ballast noch Chancen zumindest auf ein ausgeglichenes Ergebnis am Jahresende. Dafür sorgen soll unter anderem die zweite Rate des Bundeszuschusses von 445 Mio. Euro, der in diesen Tagen überwiesen wird. Dagegen haben die Innungskrankenkassen aus dem Steuertopf nur noch 129 Mio. Euro zu erwarten. Sie setzen darauf, dass die zusätzlichen Beitragseinnahmen auf das Weihnachtsgeld bei ihnen noch für eine schwarze Null zum Jahresende sorgen werden. Gelingt ihnen dieses nicht, gingen sie mit einem Defizit in das erste Jahr des Gesundheitsfonds. Dies würde die Gefahr erhöhen, dass sie zusätzlich zum dann startenden Einheitsbeitrag in Höhe von 15,5 Prozent Zusatzbeiträge von ihren Versicherten verlangen müssten. Das Gesamtergebnis der ersten drei Quartale für die mehr als 200 gesetzlichen Krankenkassen soll erst im nächsten Monat vorliegen.

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