Rückendeckung
Bankenverband verteidigt deutschen Beitrag zum Rettungschirm

Der Bundesverband Deutscher Banken hat den deutschen Beitrag zum unbefristeten Rettungsschirm für krisengeschüttelte Euroländer verteidigt. Deutschland stehe in der Verantwortung.
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BerlinDeutschland als Exportnation profitiere besonders von einem stabilen Euro, sagte Andreas Schmitz, Präsident des Bundesverband Deutscher Banken. Deshalb greife Deutschland noch einmal tief in die Tasche, „und gibt Garantien, um eine Pleite angeschlagener Länder zu verhindern“. Der ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) nannte das Paket „richtig, aber noch nicht hinreichend, um eine Krise dieser Größenordnung auszuschließen“. Dagegen sieht der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, nun eine Langfristperspektive, wie Länder vor den Kapitalmärkten geschützt werden können. 

Der von den 17 Staats- und Regierungschefs der Eurozone am Freitag beschlossene Pakt soll ab Mitte 2013 den befristeten Rettungsschirm für die angeschlagene Gemeinschaftswährung ablösen. 

Er ist mit 500 Milliarden Euro ausgestattet, von denen 80 Milliarden als Bareinlage im Zeitraum 2013 bis 2017 eingezahlt werden müssen. 

Ziel ist es, die wirtschaftliche Säule der Währungsunion durch eine neue Qualität der Zusammenarbeit zu stärken und eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen. Dazu soll es jährliche nationale Verpflichtungen der Mitglieder geben. 

In einem Beitrag für die Zeitung „Bild am Sonntag“ warnt Bankenpräsident Schmitz Staaten der Euro-Zone davor, den Rettungsschirm als Freibrief für neue Schulden zu missbrauchen: „So wichtig diese Rettungsmaßnahme jetzt auch ist, so wichtig ist es zudem, dass diese Länder in Zukunft ihre Hausaufgaben machen und ihre Schuldenprobleme nicht mit neuen Schulden lösen. Wir müssen wieder dahin kommen, dass wirklich jedes Land für seine Schulden selbst verantwortlich ist.“ Länder, die jetzt schnelle Hilfe benötigten, müssten die bittere Pille schlucken und Reformen akzeptieren.

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  • Was soll diese Ganovenbande denn anders sagen. Die Deutschen Banken halten doch etliche dutzend Milliarden an Anleihepapieren dieser PIIGS Staaten die als Pleitekandidaten gelten. Gehen die Pleite sind die Papiere wertlos. Die Papiere sind jetzt doch sowieso nicht verkäuflich außer an die Bundesbank und die EZB , die lagern dann die wertvollen Klopapiere im Keller ein, bis zum Sanktnimmerleinstag. Richtige Bankräuber sind Papiertiger gegen solche Banker.

  • Wenn der Bankenverband diese Vergeudung von Steuergeld als gut erachtet, wo sind die Gelder der Banken, anstelle von hohen Gehältern und Dividenden sollten sie für die Rettung des Euro zur Verfügung gestellt werden.
    Basta/Alternativlos.

  • Es ist sehr informativ die Anlagen des BIS im Bundesbank Dokument zu lesen*. Im Fall von Irland liegt die Verschuldung gegenüber Deutschen Banken in Höhe von $154 Milliarden. So und jetzt bitte genau lesen, Irische Banken im Gegenzug und im gleichen Zeitraum haben $221 Milliarden an UK Banken verliehen (zum Großteil in Nordirland).

    Es wird sehr deutlich das hier möglicherweise eine Verkettung von Transferzahlungen statt findet und noch ein großer Bedarf zur Aufarbeitung besteht.

    http://www.bis.org/statistics/provbstats.pdf#page=74

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