Rückendeckung für Altkanzler
Verdi findet Schröders Job gut

Auch nachdem Gerhard Schröder seinen umstrittenen Aufsichtsratsvorsitz in der Pipeline-Gesellschaft verteidigt hat, hält die Kritik an. Von "Instinktlosigkeit" und "strafbarem Verhalten" ist die Rede. Doch der Altkanzler erhält auch immer mehr Rückendeckung. So sehen Gewerkschaftsvertreter nichts Schlechtes an seinem Wechsel.

HB FRANKFURT. Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, nahm Gerhard Schröder vor Angriffen wegen dessen Aufsichtsrats-Posten bei der Ostsee-Pipeline in Schutz. Wenn der ehemalige Kanzler seinen neuen Job dazu nutze, deutsche Interessen bei der Verfügbarkeit von Energie im Blick zu behalten, dann könne er darin nichts Schlechtes erkennen, sagte Bsirske der „Berliner Zeitung“.

Rückendeckung bekam Schröder auch von Vizekanzler Franz Müntefering. Müntefering nannte Schröders Vorgehen in der ARD-Sendung "Beckmann" "völlig okay". Müntefering sagte, Schröder habe sich seit langem sehr für die Erdgasleitung engagiert und wolle das Projekt weiter voranbringen. Er halte es für ein gutes Zeichen, dass Schröder das Vertrauen der beteiligten Firmen habe. Er sei sicher, dass Schröder die Höhe seines Entgelts beim Konsortium NEGP offenlegen werden.

Schröder soll Aufsichtsratschef der Betreibergesellschaft für das deutsch-russische Projekt einer Ostsee-Gaspipeline werden. Außerdem hat er bereits einen Beraterposten für den Schweizer Ringier-Verlag übernommen.

Der Bonner Wirtschaftsrechtler Marcus Lutter verteidigte ebenfalls Schröders geplanten Wechsel. Weil Deutschland an der Pipeline interessiert sei, spreche nichts dagegen, dabei die Verbindungen eines ehemaligen Bundeskanzlers zu nutzen, sagte Lutter, der Mitglied der Corporate-Governance-Kommission zu ethischen Fragen der Unternehmensführung ist, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Allerdings wäre es besser gewesen, wenn der Ex-Kanzler auf eine Bezahlung verzichtet hätte oder das Geld dem deutsch-russischen Jugendwerk spenden würde. „Sonst bleibt etwas hängen, selbst wenn es formal nichts auszusetzen gibt“, wurde der Professor zitiert.

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