Rückendeckung von Schröder
SPD im Gefühlschaos

Peer Steinbrück distanziert sich zum Auftakt der Wahlkampagne an Rhein und Ruhr vom grünen Koalitionspartner.

DORTMUND. Gerhard Schröder hat sich zu früh auf den Weg gemacht. Der Bundeskanzler bleibt auf halbem Wege zwischen Gästetisch und Rednerpult stehen und klatscht. Der Applaus in der Halle gilt immer noch seinem Vorredner Peer Steinbrück. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident sieht die kleine Bredouille, eilt zu Schröder und greift ihm an die Schulter, so als wolle er den Jubel offiziell übergeben.

Doch die vorderen Reihen schwenken unentwegt blaue Schilder mit der Aufschrift "Supeer". Steinbrück probiert auf der Bühne nochmals sämtliche Siegerposen aus. Er hebt die Hände. Er winkt. Er ballt Siegerfäuste. Er hebt die Daumen. Er lacht, er kokettiert mit der Masse und ist doch verlegen.

"Klarer Kurs - Peer Steinbrück" steht auf einem gewaltigen rot-weißen Transparent in der Dortmunder Westfalenhalle, wo die SPD am Samstag die heiße Phase des NRW-Wahlkampfes einleitete. Schröder füllt bereitwillig Steinbrück Wasser ein. Der Kanzler als Wasserträger, und Parteichef Franz Müntefering, der ebenfalls in die Westfalenhalle gekommen ist, als Einpeitscher - und alle zu Diensten des Spitzenkandidaten Steinbrück. Der 58-Jährige vermittelt der nordrhein-westfälischen SPD, was vielen abhanden gekommen ist: Zuversicht.

Denn bei den Sozialdemokraten in NRW tobt angesichts der drohenden Wahlniederlage am 22. Mai ein Gefühlschaos. Lange bevor Schröder und Co. in Dortmund eintreffen, bringt die Frage "Wie ist die Stimmung?" die meisten ernstlich in Verlegenheit. Sie schauen einen lange an, überlegen, suchen Worte. Einige sagen: "Gut", "Verhalten optimistisch" oder "Es ist nicht hoffnungslos".

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